Die Peitinger Mittelschule ist bereits gut ausgestattet. Der Rektor ist mit der Raumluftanlage sehr zufrieden.
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Die Peitinger Mittelschule ist bereits gut ausgestattet. Der Rektor ist mit der Raumluftanlage sehr zufrieden.

Gemeinderat und Verwaltung haben Tempo gemacht

Peiting investiert 2,5 Millionen Euro für neue Lüftungsanlagen

  • Elke Robert
    VonElke Robert
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Die Gemeinde Peiting kommt ein gutes Stück voran in Sachen saubere Luft in den Klassenzimmern: Gerade ist der genehmigte Förderantrag der Regierung eingetrudelt, 80 Prozent der Kosten werden übernommen. Klar war aber von vornherein, dass es wohl nichts wird mit einer raschen Umsetzung.

Peiting – Bürgermeister Peter Ostenrieder kann zufrieden sein: Erst kurz vor der Sommerpause in der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderates war mehrheitlich entschieden worden, dass man einen anderen Weg geht als der Landkreis Weilheim-Schongau. Statt die günstigeren mobilen Geräte für schlecht belüftete Räume anzuschaffen, sollen in Peiting alle Klassenzimmer der Grundschule und die Gruppenräume von Kindertagesstätten mit den bereits bewährten großen Frischluftanlagen ausgestattet werden.

Bei den rund 70 Räumen kommt da eine ordentliche Summe zusammen: 35 000 bis 40 000 Euro muss man rechnen pro Raum, so kommt man insgesamt auf eine Summe von 2,5 bis 2,6 Millionen Euro. Bei der Mittelschule muss man nicht tätig werden – diese ist bereits mit einer Raumluftanlage ausgestattet.

Schneller Förderbescheid

So rasch, wie in Peiting die Entscheidung gefallen war, kam nun auch der Förderbescheid: „Wir haben die Zusage, dass 80 Prozent der Kosten übernommen werden“, kann Ostenrieder ganz aktuell verkünden. Der restliche Betrag geht zu Lasten der Gemeinde und wird im Haushalt bereitgestellt.

Der Rathauschef ist sich nach wie vor sicher, dass dies der richtige Weg ist. Bevor man viel Geld in die Hand nehme und maximal 1750 Euro pro Klassenzimmer gefördert bekomme, habe man sich für die nachhaltige Lösung entschieden: Frischluft, Reinigung und die Nutzung eines Wärmetauschers. Das sei auch energetisch die viel sinnvollere Lösung, weil man die warme Luft nicht einfach nach außen blase.

Mittelschule hat schon eine Anlage

Eine gute Entscheidung, kann Jochen Böhm, Rektor der Peitinger Mittelschule, bestätigen. Die dort eingebaute Anlage sei CO2-gesteuert, die Luft werde gefiltert. „Lieber eine nachhaltige und gute Lösung, als eine Spontanlösung, die wahnsinnig teuer ist“, so seine Einschätzung.

Die Marktgemeinde hat ein externes Planungsbüro damit beauftragt, die Ausschreibung der Geräte so rasch wie möglich fertigzustellen, diese sollte spätestens im Laufe des Monats, vielleicht schon im Laufe dieser oder nächster Woche, rausgehen. „Der Beschluss war im Marktgemeinderat ja bereits gefasst worden, damit es so schnell wie möglich geht.“

„Eine Kröte muss man schlucken“

Der Bürgermeister lässt aber keine Zweifel daran, dass diesen Winter wohl noch ordentlich gelüftet werden muss. „Das ist die Kröte, die man schlucken muss: es dauert länger. Da werden viele Eltern enttäuscht sein.“ Man müsse sehen, wie die Lieferkapazitäten seien, aber er schätzt schon heute, dass die vorgeschriebene Umsetzung binnen von zwölf Monaten nach Eingang des Förderungsbescheids vielleicht nicht eingehalten werden kann – zumindest nicht für alle der mehr als 70 Räume. „Das ist wahrscheinlich nicht stemmbar, aber man kann diese Frist für einzelne Räume verlängern“, hat sich Ostenrieder für diesen Fall schon abgesichert.

Die Marktgemeinde war vor den Sommerferien im Gegensatz zu den meisten anderen Gemeinden im Raum nicht der Entscheidung des Landkreises gefolgt, die Räume begutachten und mit mobilen Luftreinigern ausstatten zu lassen. Im gesamten Landkreis werden wohl um die 190 Räume mit den Luftreinigern ausgestattet, hatte gerade der Schul- und Kreisausschuss – jeweils einstimmig – beschlossen (wir berichteten).

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