Peitings Bürgermeister Peter Ostenrieder will den ÖPNV in der Marktgemeinde  stärken.
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Peitings Bürgermeister Peter Ostenrieder will den ÖPNV in der Marktgemeinde stärken.

Individuelles Transportangebot mit drei Elektro-Autos geplant

Mit dem Peitinger Gemeinde-Shuttle von A nach B

  • Christoph Peters
    vonChristoph Peters
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Bringt in Peiting bald eine kleine Flotte gemeindlicher Elektroautos die Bürger auf Wunsch von A nach B? Bereits im Wahlkampf hatte Bürgermeister Peter Ostenrieder für seine Idee eines individuellen Transportangebots geworben. Im Mai berät der Gemeinderat, ob sie umgesetzt werden kann.

  • Peitings Bürgermeister Peter Ostenrieder will den ÖPNV stärken
  • Gemeinde könnte Elektro-Autos plus Fahrer stellen
  • Gute Signale von Behörde und Ministerium

Peiting – Der öffentliche Nahverkehr gilt im ländlichen Raum seit Langem als Sorgenkind. Auch die Marktgemeinde Peiting bildet da keine Ausnahme.

Zwar ist die Marktgemeinde dank Zuganbindung und den RVO-Buslinien überörtlich ganz gut vernetzt. Im Ort selbst allerdings hapert es am Angebot. „Vor allem die letzte Meile ist ein Problem“, sagt Bürgermeister Peter Ostenrieder. Weite Wege zu Haltestellen, dazu starre Fahrpläne, all’ das mache die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel für die Bürger bislang wenig attraktiv. „Wer sich ins Auto setzen muss, um zum Bahnhof zu fahren, der steigt nicht um, sondern fährt gleich weiter zu seinem Ziel“, weiß Ostenrieder aus Erfahrung.

Nicht so machen wie beim Ortsbus

Schon einmal hatte man in der Gemeinde daher versucht, das Angebot attraktiver zu gestalten. Doch der Ortsbus, der zu Beginn an zwei Tagen, am Ende nur noch donnerstags seine Runden in der Marktgemeinde drehte, wurde mangels Nachfrage rasch wieder eingestellt. „Das war ein regelrechter Flop“, erinnert sich der Bürgermeister zurück.

Bereits in seinem Wahlkampf um das Amt des Peitinger Bürgermeisters vor mehr als einem Jahr hatte Ostenrieder sich daher Gedanken gemacht, wie man dem Thema innerörtlicher Nahverkehr neuen Schub verleihen könnte. Seine Idee, wonach die Gemeinde eine Art Shuttleservice für die Bürger anbieten solle, sei damals in vielen Gesprächen sehr begrüßt worden, sagt Ostenrieder.

Auch die Fahrer würde die Gemeinde stellen

Hinter den Kulissen hat der Peitinger Bürgermeister deshalb in den vergangenen Wochen und Monaten eifrig am Konzept gefeilt, um das Vorhaben in die Realität umzusetzen. Dabei will Ostenrieder neue Wege gehen. Anders als in anderen Gemeinden wie etwa Murnau, wo man beim Rufbus auf einen externen Dienstleister setzt, soll der Markt den Shuttleservice selbst betreiben.

Der Peitinger Rathauschef denkt zum Start an drei Elektro-Autos, die die Gemeinde für diesen Zweck beschafft und die idealerweise mit eigenem Photovoltaik--Strom betrieben werden. Auch um die Fahrer würde sich der Markt selbst kümmern.

„Wichtig ist mir, dass das Ganze so einfach wie möglich gehalten wird“, betont Ostenrieder. Anders als bei vergleichbaren Angeboten wie dem erwähnten in Murnau, sollen Nutzer keine App benötigen und sich auch nicht aufwendig registrieren müssen. „Ein Drittel unserer Bürger ist über 60 Jahre alt, da brauchen wir eine möglichst einfache und barrierefreie Lösung.“ Wer den Shuttleservice in Peiting in Anspruch nehmen will, sollte einfach eine zentrale Rufnummer wählen, so die Idee.

Auch die beiden Ortsteile anfahren

Unterwegs sein sollen die angedachten drei Fahrzeuge im ganzen Ortsgebiet, also auch die Ortsteile Birkland und Herzogsägmühle würden in das Konzept miteingebunden, betont der Rathauschef.

Weil die Marktgemeinde mit einem solchen Angebot Neuland betreten würde, hat Ostenrieder bereits bei der Regierung von Oberbayern vorgefühlt. Dort stehe man dem Vorhaben aufgeschlossen gegenüber, freut sich der Bürgermeister. „Rechtlich haben wir grünes Licht.“

Gute Signale aus dem Ministerium

Auch im Verkehrsministerium scheint das Vorhaben Anklang zu finden. Dort könne man sich das Peitinger Modell als Pilotprojekt für Bayern vorstellen, berichtet Ostenrieder von einem ersten Gespräch mit Verkehrsministerin Kerstin Schreyer. Positive Rückmeldungen gebe es zudem von der BRB.

Noch sind allerdings einige wichtige Fragen offen – zum Beispiel, was für Kosten auf die Gemeinde zukommen. Eine Antwort darauf will der Rathauschef im Mai geben, wenn er das Konzept dem Gemeinderat vorstellt. Ostenrieder hofft, dass seine Idee auch bei den Gremiumsmitgliedern gut ankommt. „Mein großer Wunsch wäre, dass wir eine zweijährige Testphase durchführen, um zu schauen, wie es in der Praxis angenommen wird.“

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