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Mit dem Peitingmobil von A nach B: Am Montag startet das kostenlose Nahverkehrs-Angebot

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Von: Christoph Peters

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Bereit zur Abfahrt, Anruf genügt: Kostenlos befördert das Peitingmobil ab Montag Passagiere in der Marktgemeinde von A nach B.
Bereit zur Abfahrt, Anruf genügt: Kostenlos befördert das Peitingmobil ab Montag Passagiere in der Marktgemeinde von A nach B. © Gemeinde Peiting

Es soll nichts weniger als den Nahverkehr im Ort revolutionieren: Ab Montag können sich die Peitinger kostenlos per Peitingmobil innerhalb der Marktgemeinde von A nach B bringen lassen. Was die Finanzierung des bayernweit einmaligen Pilotprojekts betrifft, gibt es gute Nachrichten aus München.

Peiting – Am vergangenenn Freitag drehte das erste Fahrzeug schon einmal seine Runden durch Peiting, doch Fahrgäste waren noch keine an Bord. Es handelte sich um einen ersten Testlauf, der zeigen sollte, ob die Technik wie erwartet funktioniert. Offiziell fällt der Startschuss am Montag, groß die Werbetrommel dafür hat die Gemeinde nicht gerührt. Bürgermeister Peter Ostenrieder, die treibende Kraft hinter dem Projekt, spricht denn auch von „Soft Opening“, will gerade zu Beginn nicht zu große Erwartungen schüren. „Wir werden sicher nicht in der ersten Woche tausende Fahrgäste haben.“ Es ist ein Sprung ins Unbekannte, was für ein Pilotprojekt per se nichts Ungewöhnliches ist. Alles müsse sich gerade am Anfang erst einspielen, weiß der Rathauschef. „Da wird es einige Kinderkrankheiten geben.“

Improvisation war schon im Vorfeld gefragt. Wegen Lieferproblemen sind die vor Monaten bestellten beiden VW ID3-Modelle noch immer nicht eingetroffen. So muss deshalb erst einmal auf einen Leihwagen zurückgegriffen werden, nur mit einem E-Auto – der Mazda MX30 kam rechtzeitig – hätte ein Start wenig Sinn gemacht. In der vergangenen Woche wurde der Leih-ID3 eilig noch beklebt, damit man ihn auf seinen Fahrten durch die Gemeinde auch als Peitingmobil erkennt.

Vorbesprechung mit den Fahrern im Rathaus

Bereits am vergangenen Montag hatte die Gemeinde die künftigen Fahrer der Bürgershuttles zur Vorbesprechung ins Rathaus bestellt. Dabei sei es um rechtliche Fragen, aber auch ganz praktische Dinge gegangen, etwa wie man mit dem Thema Hunde umgehe, erklärt der Bürgermeister im Gespräch mit den SN. „Letztendlich trifft die Entscheidung der Fahrer.“ Auch Kinder sollen beim Peitingmobil nicht außen vor bleiben, was die Frage nach Kindersitzen aufwarf. Nach Rücksprache mit einem Taxiunternehmen werde man alle Fahrzeuge mit Sitzerhöhungen ausstatten, kündigt der Rathauschef an. „Das wird aber nicht direkt ab Montag der Fall sein.“

Offen war zuletzt auch noch, wie genau die Anbindung der Ortsteile Herzogsägmühle und Birkland funktionieren soll, ohne dass die Fahrzeuge zu viel Zeit beim Pendeln verlieren. Zu Beginn soll es deshalb zwei feste Zeiten geben, an denen ein Peitingmobil das Diakoniedorf ansteuert, nämlich um 9.30 und 13.30 Uhr. Abfahrt ist eine Viertelstunde vorher an der Tourist Info, die als Sammelpunkt für Fahrgäste dient, die nach Herzogsägmühle wollen. „Die anderen zeiten sind über die Buslinien gut abgedeckt“, sagt Ostenrieder. Eine ähnliche Lösung sei für Birkland vorgesehen, diese soll im Detail aber noch Ende Juli auf der Bürgerversammlung vor Ort besprochen werden.

Zwischen 8 und 17 Uhr steht das Peitingmobil werktags zur Verfügung

Abseits dieser Sonderfälle soll das System aber möglichst einfach funktionieren. Zwischen 8 bis 17 Uhr sind die Peitingmobile künftig montags bis freitags im Ort unterwegs. Wer eine Fahrt buchen möchte, wird über die zentrale Nummer 599599 direkt mit einem Fahrer verbunden. Auch ein freies Auto einfach an der Straße heranwinken ist möglich.

Ob sich das angedachte Prozedere in der Praxis bewährt, wird sich in den nächsten Wochen und Monaten zeigen. Zwei Jahre soll der Testbetrieb laufen, der für die Gemeinde mit nicht unerheblichen Kosten verbunden ist. 400.000 Euro hat der Gemeinderat im vergangenen Jahr bewilligt – eine stolze Summe, die der Markt jedoch nicht alleine stemmen muss. Die Hälfte davon schießt der Freistaat zu. Der lang erwartete Förderbescheid sei mittlerweile eingetroffen, freut sich Ostenrieder. Wie es nach den zwei Jahren weitergeht, hängt nun davon ab, ob das Peitingmobil bei den Peitingern ankommt. Revolution oder Rohrkrepierer? Der Bürgermeister gibt sich optimistisch. Ein Versuch, sagt er, sei es allemal wert. „Als Kommune dürfen wir uns beim ÖPNV nicht auf den Landkreis verlassen.“

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