Menschen mit Beeinträchtigungen, die über einen Euro-Schlüssel verfügen, können die Behindertentoilette am Rathaus nun wieder jederzeit nutzen.
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Menschen mit Beeinträchtigungen, die über einen Euro-Schlüssel verfügen, können die Behindertentoilette am Rathaus nun wieder jederzeit nutzen.

Barrierefreiheit im Ort beschäftigt den Peitinger Gemeinderat

Mit Euro-Schlüssel ins Behinderten-WC am Rathaus

  • Christoph Peters
    vonChristoph Peters
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Um das Thema Barrierefreiheit im Ort ging es jüngst im Peitinger Gemeinderat.

Peiting – Dabei hatte Bürgermeister Peter Ostenrieder nicht nur in Sachen Behindertentoilette im Rathaus Neuigkeiten zu vermelden, sondern auch, was das Kopfsteinpflaster auf dem unteren Hauptplatz betraf.

Seit mittlerweile acht Jahren gibt es am Peitinger Rathaus eine öffentliche, behindertengerechte Toilette. Diese war in den vergangenen Jahren rund um die Uhr zugänglich gewesen. Weil jedoch immer wieder Vandalen in dem WC ihr Unwesen trieben, hatte die Gemeinde im Frühjahr die Nutzung auf die Öffnungszeiten des Rathauses beschränkt.

Weil es deshalb mehrere Beschwerden von Betroffenen gegeben habe, sei man nun zu einer anderen Lösung gekommen, berichtete der Bürgermeister. Die Toilette sei nun mit einem Schloss ausgestattet, das mit einem sogenannten Euro-Schlüssel geöffnet werden könne. Diesen könne jede körperlich beeinträchtigte Person bekommen. „Damit steht die Toilette wieder zu jeder Tages- und Nachtzeit zur Verfügung“, freute sich Ostenrieder. Auch alle Vandalismus-Schäden seien inzwischen behoben.

Verbesserungen gibt es laut Bürgermeister auch in Sachen Kopfsteinpflaster vor dem Rathaus. Im Juli hatte Seniorenreferent Alfred Jocher (Unabhängige) den unebenen Belag kritisiert, der nicht barrierefrei sei und vor allem ältere Leute mit Rollator vor Probleme stelle (wir berichteten).

Zwischenzeitlich seien die Fugen aufgefüllt und unebene Stellen wie etwa an Kanaldeckeln beseitigt worden, teilte Ostenrieder mit. Damit sei das Kopfsteinpflaster wieder gut begeh- und befahrbar.

Menschen mit Beeinträchtigungen, die über einen Euro-Schlüssel verfügen, können die Behindertentoilette am Rathaus nun wieder jederzeit nutzen. FOTOS: Gemeinde Peiting

Hier hakte jedoch Franz Seidel (BVP) ein. Es sei lobenswert, dass hier etwas passiert sei, aber der Belag werde nie barrierefrei sein, betonte Seidel. „Da kann man nichts anderes behaupten.“ Wenn man es genau nehme, habe Seidel natürlich recht, sagte Ostenrieder. Aber man könne einfach nicht mal eben das Pflaster austauschen. Es funktioniere jetzt auch für Menschen mit Rollatoren um einiges besser als noch vor ein paar Monaten. „Wir dürfen nicht immer alles schlecht reden.“

Um die Barrierefreiheit von Gehwegen im Ort durch Bordsteinabsenkungen in den nächsten Jahren sukzessive zu verbessern, kündigte der Bürgermeister an, dass man im Haushalt künftig jährlich eine Summe für diesen Zweck einstellen werde. Und auch im Wellenfreibad soll sich bald etwas tun: Dort soll die metallene Rampe einen anderen Belag bekommen, nachdem dort mehrere Besucher ausgerutscht waren. „Die ist, wenn sie nass ist, eine Rutschbahn.“  

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