Josef Thalhofer mit seinem Bild „Wasserfall“: Dieses und andere seiner Werke sind bei der Aktion „Fensterschau“ bei „Intersport Schuster“ und „Mode Weissenbach“ zu sehen.  
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Josef Thalhofer mit seinem Bild „Wasserfall“: Dieses und andere seiner Werke sind bei der Aktion „Fensterschau“ bei „Intersport Schuster“ und „Mode Weissenbach“ zu sehen.

Josef Thalhofer stellt bei „Intersport Schuster“ und „Mode Weissenbach“ aus

Fensterschau in Peiting: Mit geistigen Inhalten spielen

  • vonRafael Sala
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Die alten Griechen haben bekanntlich über vieles nachgedacht. Eine ihrer Fragen berührte den Ursprung der Welt. Was hält alles zusammen? Das Wasser, meinte Thales von Milet. Schließlich können Tiere, Pflanzen und Menschen ohne Wasser nicht existieren. Anaximenes hingegen räumte der Luft die höchste Priorität ein: Wir brauchen nun mal Sauerstoff zum Atmen.

Peiting - Der kühnste Entwurf aber stammt von Heraklit von Ephesus. Er sagte: Das Feuer waltet über allem. Ständig werden die Dinge umgeschmolzen, zerstört, neu geformt. Nichts hat Bestand. So etwas wie einen roten Faden, der sich durch die Dinge, geschweige denn die eigene Biografie zieht, gibt es nicht. Götter schon gleich gar nicht.

Das Leben ist ein einziges Drama aus Werden und Vergehen. Energie als das Urprinzip von allem: Die modernen Naturwissenschaften könnten diesen Lehrsatz geschrieben haben. Die Atomphysik lässt grüßen.

Was das alles mit Josef Thalhofer zu tun hat? Diese Gedanken drängen sich beim Betrachten seiner Bilder auf, die derzeit im Rahmen der Aktion „Fensterschau“ in den Geschäften „Intersport Schuster“ und „Betten und Mode Weissenbach“ in Peiting zu sehen sind.

Eines seiner Gemälde zeigt einen Wasserfall. Doch die Farben und Formen darin schillern so zwielichtig, dass es auch etwas ganz anderes mit elementarer Kraft darstellen könnte. Den Sternenhimmel zum Beispiel. Die Milchstraße. Man könnte sogar an die Explosion einer Supernova denken, so gewaltig kreisen und flammen die weißen Punkte über den grün-schwarzen Hintergrund. Und: Die Richtung zielt nach oben und nicht nach unten wie bei einem Wasserfall.

Intelligente, faszinierende Mehrdeutigkeit. Heraklit und Thales von Milet: Beide haben Recht. Feuer und Wasser: Beides gehört zusammen. Das könnte die Aussage dieses Bildes sein – für den, der gerne philosophiert.

Der gebürtige Plattlinger jedenfalls liebt es, mit geistigen Inhalten zu spielen und sie vielschichtig einzusetzen. Doch im Gegensatz zu den antiken Griechen hat er sie nicht systematisch durchdacht, bevor er ans Werk geht, sondern sie entstehen durch den Malvorgang selbst. „Ich zeichne nicht vor, ich male einfach drauf los“, sagt der 64-Jährige, der Architektur studiert hat, aber diesem Beruf nicht nachgeht, sondern seit Jahrzehnten freischaffender Künstler ist.

Dass seine Gemälde noch bis zum 14. März die Schaufenster von Peitinger Geschäften schmücken, freut ihn besonders: „Das ist eine tolle Aktion, die ich sehr gerne unterstütze.“ Als der Wunsch von „Peiting hilft“ und „Kultur Peiting“ unter der Federführung von Susann Tabatabai-Schweizer und Heike Dietrich an ihn herangetragen wurde, habe er gleich zugesagt. Die Kunst zu fördern, sie sichtbar zu machen, sie unter die Leute zu bringen: „Das ist mir ein Herzensanliegen.“

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