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Neue Attraktion im Museum im Klösterle ist der neue Stollengang inklusive Grubentelefon und Lampe.

Jahresbilanz Museum im Llösterle in Peiting

Mit dem Stollennachbau eine weitere Attraktion erhalten

„Hier herinnen sind die alten Kostbarkeiten bestens aufgehoben,“ hat Adriane Fliegauf im vergangenen Jahr freudig gesagt, als sie dem Museum im Klösterle ein Prager Jesulein vermachte.

Peiting – Auch Professor Hans Pörnbacher zeigt sich immer wieder begeistert von der Aufbereitung der Heimatgeschichte: „Da spürt man, wie mit viel Liebe und dem rechten Gespür alles aufbereitet wird.“

Gutes Auge und Geschick hatte schon Ludwig Jehle, als er in mühsamer Kleinarbeit seit den 50er Jahren Reliquiare und Klosterarbeiten vor dem Verfall rettete und ihnen den alten Glanz wieder verlieh. Diese sind heute mit ein Aushängeschild des Krippen- und Sakralraumes im Klösterle-Museum. Hier fand gegenüber der historischen „Deiblerkrippe“ nun auch die Kastenkrippe aus dem Sudetenland einen würdigen Platz.

Das Geleucht des Bergmanns: Sauber geordnet präsentieren sich die Werkzeuge und Utensilien der Bergleute. Fotos: heiss

Mit den beiden Sonderausstellungen der Heimatfreunde zur Geschichte der Schongauer Wachswarenfabrik und „100 Jahre Eisenbahn in Peiting“, haben die Museumsmacher im vergangenen Jahr zudem das Interesse von über 1200 Besuchern aus nah und fern geweckt. So durften Klaus Hilgner und Franz Bleichner zuletzt elf Gäste aus New Jersey und Südafrika begrüßen. Die Museumsnacht möchte ohnehin keiner mehr missen.

Für die Gemeinde Peiting ist das ehrenamtliche Engagement des Museumsteams von unschätzbarem Wert. Ohne deren Einsatz wären sicherlich viele der heute im Archivraum gesicherten Bilder, Bücher und Exponate schon längst nicht mehr vorhanden.

Rechtzeitig zum 50. Jahrestag der Schließung der Schachtanlage Peiting hat die Bergwerksabteilung im Museum ein neues Gesicht bekommen. Das Leben Über- und Untertage von Grubenbeginn bis zur Schließung 1968 wird dabei anschaulich vermittelt. Schließlich sorgte der Kohleabbau in Peiting für einen wirtschaftlichen Aufschwung und sollte nicht in Vergessenheit geraten. Der Vereinsvorsitzende Klaus Hilgner konnte sich dabei auf die bewährten Kräfte Hans Wörnzhofer, Xaver Bader, Heinrich Bittner und Winfried Kalbitzer verlassen.

Gemäß dem Goethe-Wort „Man sieht nur, was man weiß“, erzählen große Schautafeln in Wort und Bild mit Konzentration auf das Wesentliche von der Bergbaugeschichte. Für den, der tiefer einsteigen will, liegen Bildbände und Dokumente bereit.

Durch das Abdichten der Fenster wurde nicht nur das für Schriftstücke schädliche UV-Licht ausgesperrt, sondern auch zusätzliche Flächen für Ausstellungsstücke gewonnen. Ein Blickfang sind die Werkzeuge und Uniformen sowie das Modell der Schachtanlage. „Schulklassen sind immer wieder begeistert , wenn sie die Knöpfe drücken und das jeweilige Gebäudeteil wie beispielsweise der Förderturm, das Badehaus oder die Schlosserei, aufleuchtet“, sagt Klaus Hilgner. Bedauert wird von vielen Besuchern dagegen immer wieder, dass der einzigartige Förderturm heute nicht mehr existiert.

Mit dem Stollennachbau – eine Idee von Hans Wörnzhofer – hat das Museum eine neue Attraktion erhalten. Der lange Gang im ehemaligen Krankenhaus bot sich dazu ideal an. Geeignete Steine dafür, konnten beim Bau der Umgehungsstraße in Hohenpeißenberg gesichert werden. Der Stollenausbau durch Hans Wörnzhofer und seine Helfer erfolgte in Holz mit Türstockzimmerung. Wert legte man dabei auch auf Details wie Grubentelefon und Lampe – ein idealer Übergang vom Sakralraum in die Bergwerksvergangenheit.

Auf der anderen Seite des ehemaligen Klinikganges steht die Figur der Heiligen Barbara – eine Spende von Steiger Josef Kern. Unter der Patronin der Bergleute erinnert ein großer Kohlebrocken an die Bergwerksvergangenheit. Ein Wunsch der Bergknappen ist der Erhalt der Barbarakapelle in Hohenbrand, der hoffentlich in diesem Jahr gesichert werden kann.
Gerhard Heiss 

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