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Fritz Raab, Geschäftsführer der EVA, erläuterte den Delegierten die Müllverwertungsanlage und Müllentsorgung in Erbenschwang.

Müll-Tagung in Peiting

Abfallwirtschaft mit Vorbildcharakter

Ein ganzes Wochenende drehte sich in Peiting jüngst um das Thema Müll. Bei der Tagung des Landesarbeitskreises Abfall und Abfallwirtschaft im Bund Naturschutz Bayern sowie des Dachverbands der Bayerischen Müllinitiativen „Das bessere Müllkonzept“ stand auch die Abfallwirtschaft im Landkreis im Fokus.

Peiting – Organisiert hatte die zweitägige Veranstaltung der Peitinger Hans Schütz, selbst Gründungsmitglied von „Das bessere Müllkonzept“. Die beiden Organisationen nutzten die Zeit nicht nur für Delegiertenversammlungen und Arbeitssitzungen zu aktuellen Fragen in der Müllpolitik, sondern informierten sich auch intensiv über die Müllentsorgung im Landkreis. Dazu gehörten neben einem Besuch der Papierfabrik auch mehrere Fachvorträge. Einer der Referenten war Fritz Raab. Der Geschäftsführer der Erbenschwanger Verwertungs- und Abfallentsorgungsgesellschaft (EVA) erklärte den Delegierten die verschiedenen Bereiche der Anlage und auch die Neuerungen der letzten Zeit.

Seit 25 Jahren besteht mittlerweile die EVA in Erbenschwang, eine Gesellschaft, die zu 100 Prozent der Kontrolle des Landratsamtes unterliegt. Die verschiedenen Anlagen sind auf einer Fläche von 264 000 Quadratmetern verteilt. Der Wertstoffhof ist so konzipiert, dass Schrott, Gartenabfälle und Papier kostenfrei angenommen werden können. Bei angeliefertem Sperrmüll und behandelndem Holz berechnet die EVA so hohe Gebühren wie sie selbst für die Entsorgung bezahlen muss. Der Erlös der gesammelten Altkleider kommt zum größten Teil der „Aktion Hoffnung“ zugute. Zu den weiteren Aufgaben der EVA gehört auch die Betreuung der Altdeponien in Peiting, Erbenschwang und Penzberg.

Vier Wertstoffhöfe gibt es im Landkreis – in Peißenberg, Weilheim, Penzberg und in Erbenschwang. Grüngutsammelstellen gibt es gleich acht. Raab erklärte das System der Bio- und Abfalltonnen und auch dass der gelbe Sack flächendeckend vor jedem Haus abgeholt wird. „Unser System setzt stark darauf, dem Bürger so viel wie möglich Abfall abzunehmen.“

Zum Aufkommen des Abfalls sagte Raab, dass von 100 Tonnen 90 wieder in die energetische Verwertung gehen, zehn Tonnen werden als Restmüll behandelt. In Bayern liege die Verwertungsquote im Durchschnitt bei 75 Prozent, hob er hervor. Krankenhausabfälle gehen schnurstracks in die Verbrennung. „Unser System ist stabil, die Bürger stehen dazu“, weiß der EVA-Geschäftsführer aus Erfahrung.

Mit der Einhaltung der Trennvorgaben ist Fritz Raab nicht ganz zufrieden. Nur 60 Prozent würden die entsprechenden Richtlinien beachten. „Bio-Müll in der Restmülltonne ist eine Sauerei.“ Beim Thema Altpapier hob Raab die Kooperation mit den örtlichen Vereinen hervor, die für das Sammeln Geld bekommen würden.

Die mechanisch-biologische Restmüllabfallbehandlung indes erfolgt in Kooperation mit dem Entsorgungszentrum Bad Tölz. Fritz Raab erläuterte auch die Kostenverteilung der Abfallwirtschaft und die seit Jahren sinkenden Müllgebühren. Aktuell beträgt die Grundgebühr für Bio- und Restmüll 111,60 Euro pro Jahr.

In seinem Ausblick auf das Jahr 2018 setzt Raab auf Optimierung im Wertstoffhof Penzberg, auf die Nachrüstung der Mechanisch Biologischen Abfallanlage (MBA) und auf Bewertung und Überprüfung des Abfallwirtschaftskonzeptes im Hinblick auf das Verpackungsgesetz.

Der zweistündige Vortrag kam bei den Delegierten gut an und sorgte für eine intensive Diskussion. Was Schütz schmunzelnd kommentierte: „Bitte Fragen nur bis Mitternacht, dann reicht’s.“

Einhelliges Fazit des Tagungswochenendes war, dass man in der Region in Sachen Müllbehandlung gut aufgestellt ist und durchaus Vorbildcharakter für andere Regionen hat.

Walter Kindlmann

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