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Blick von oben auf den ehemaligen Netto-Supermarkt: 2019 soll das alte Gebäude abgerissen werden und einem Neubau für mehrere Fachmärkte Platz machen. Auch eine Verbindung zum Rewe-Parkplatz soll geschaffen werden.

Drogerien wollen auf Netto-Gelände

Müller, dm oder doch Rossmann?

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Seit die Bamberger Unternehmensgruppe FIM Ende vergangenen Jahres das alte Netto-Gelände in Peiting gekauft hat, wird hinter den Kulissen fleißig an einer Wiederbelebung der brachliegenden Fläche gearbeitet. Gleich mehrere Drogerie-Ketten buhlen um den Standort.

Peiting – Jan Lerke klingt bestens gelaunt am Telefon, beim Stichwort Peiting scheint die gute Stimmung des Prokuristen der FIM Unternehmensgruppe sogar noch zuzulegen. Seit seine Firma im vergangenen Jahr das ehemalige Netto-Kik-Gelände im Paket von einem englischen Investor erworben hat, ist Lerke mit den Planungen für eine Wiederbelebung des brachliegenden Grundstücks an der Schongauer Straße beschäftigt. Und die geht offensichtlich noch besser voran als es der Prokurist erwartet hatte. Schon im Januar hatte sich Lerke zuversichtlich gegenüber der Heimatzeitung geäußert, was die Zukunft des Geländes angeht. Doch mit einem so großen Interesse potenzieller Mieter für die Gewerbeflächen hatte auch er nicht gerechnet. „Wir haben eine so enorm hohe Zahl von Nachfragen bekommen, dass wir gar nicht alle berücksichtigen können“, sagt Lerke. Um dem großen Interesse Rechnung zu tragen, überplane der Architekt das Grundstück gerade noch einmal, um es „bestmöglich auszulasten“, schildert der Prokurist. Dafür werde das Gelände in den nächsten Tagen neu vermessen.

Besonders gern hören dürften die Peitinger, dass sie bald wieder eine Drogerie im Ort haben werden. Seit dem Aus von Schlecker herrscht in dieser Beziehung bekanntlich Fehlanzeige. „Eine Drogerie wird definitiv dabei sein“, verspricht Lerke. Es gibt sogar eine Art Luxusproblem. Denn nicht nur die Kette Rossmann, die bislang immer Interesse signalisiert hatte, sondern auch die anderen großen Drogerie-Unternehmen haben sich laut Lerke um den Standort beworben. „So etwas kommt nicht oft vor“, zeigt sich selbst der Prokurist überrascht.

Wer letztlich den Zuschlag bekommt, hängt nun auch von den übrigen Märkten ab. „Das ist ein bisschen wie Tetris spielen, jeder hat natürlich unterschiedlichen Platzbedarf“, erklärt Lerke. Auch hier liegen bereits viele Anfragen aus sämtlichen Bereichen wie etwa Textil, Getränke, Schuhe und Haushaltswaren vor. Noch im Juli soll die finale Planung abgeschlossen sein. „Dann wissen wir, welche Geschäfte hinpassen.“ Als nächstes will Lerke dann noch einmal auf die Gemeinde zugehen, um sie über das Ergebnis zu informieren. Verlaufe alles planmäßig, könne im Herbst der Bauantrag gestellt werden, kündigt der Prokurist an.

Das große Interesse am Peitinger Standort ist auch für Bürgermeister Michael Asam eine „gute Nachricht“. Keinen Hehl macht er freilich daraus, dass ihm eine Drogerie-Ansiedlung im Zentrum lieber gewesen wäre. Im Gespräch war bekanntlich jahrelang das ehemalige Barnsteiner-Gelände an der Poststraße. Aber alle Vorstöße in diese Richtung seien leider gescheitert, bedauert Asam. Sei’s drum. Immerhin wird die Gemeinde auch so eine ärgerliche Baustelle los. „ich freu mich natürlich, dass am ehemaligen Netto endlich was passiert“, betont der Bürgermeister. Schließlich biete das Gelände seit Jahren einen trostlosen Anblick und mache nur als Lkw-Parkplatz von sich reden.

Dass das Vorhaben an baulichen Hürden scheitert, damit rechnet der Rathauschef nicht. Man habe schließlich schon einmal einen entsprechenden Bauvoranfrage positiv beschieden. 2015 war das, damals legte die Kaufbeurer Firma Konzeptbau erste Pläne für das Grundstück vor. Die Bemühungen des Immobilienentwicklers um den Kauf des Geländes scheiterten jedoch bekanntlich.

Wenn im Herbst der Marktgemeinderat über den Bauantrag berät, wird es auch um die Anbindung der neuen Fachmärkten gehen. Bislang ist das Gelände über eine eigene Zufahrt erschlossen, eine Verbindung zum benachbarten Rewe- und Netto-parkplatz gibt es nicht. Das soll sich mit dem Neubau der Geschäfte im nächsten Jahr ändern. Lerke: „Es ist bereits in unserer Planung berücksichtigt.“

Interessanter Fakt: Wenn es um neue Drogeriemärkte geht, könnten in Deutschland bald nicht mehr nur immer wieder dm und Rossmann im Gespräch sein.

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