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Die Knappschafts- und Trachtenkapelle Peiting  unter der Leitung von Martin Wiblishauser beim Weihnachtskonzert in der Schloßberghalle

Weihnachtskonzert der Knappschafts- und Trachtenkapelle Peiting

Musikalischer Paukenschlag

Beim diesjährigen Weihnachtskonzert in der Schloßberghalle hatte sich die Knappschafts- und Trachtenkapelle unter der Leitung von Martin Wiblishauser wieder einmal selbst übertroffen. Zudem wurde die neue Jugendkapelle Peiting-Hohenpeißenberg präsentiert.

PeitingEin glanzvoller Abend mit anspruchsvoller sinfonischer und traditioneller Blasmusik und zahlreichen Höhepunkten wartete auf die Besucher in der voll besetzten Halle, die von Hannelore Leinauer-Brennauer und ihrem Team üppig und geschmackvoll dekoriert worden war. Vorstand Herbert Humpl konnte zahlreiche Ehrengäste begrüßen. Gleich der Beginn des Konzerts war ein musikalischer Paukenschlag: Die Ouvertüre aus der Phantastischen Oper Ruslan und Ljudmila aus der Feder von Mikhail Iwanowitsch Glinka. Das festliche Stück sollte den Zuhörern und Musikern helfen, die Aufregungen der letzten Wochen zu vergessen, wie die beiden Moderatorinnen Manuela Pusch und Lena Wolf betonten.

Das nächste Stück, im Programmheft angekündigt als Rossini-Tell, war ein musikalischer Gruß in die Partnergemeinde Calvi dell’ Umbria. Dort hatte der ehemalige Dirigent Wilhelm Binder einst die Bekanntschaft des dort ansässigen Komponisten Domenico gemacht, der für dieses Arrangement verantwortlich zeichnete. Ruhig und gediegen kam die Johann Sebastian Bach-Cantate „Jesu, Joy of Man’s Desiring“ daher. Der Komponist und Musiker, der 27 Jahre lang Kantor an der Thomaskirche in Leipzig war, wird, laut den Moderatorinnen, denen Theo Häcker die Worte in den Mund legte, auch heute noch von den Musikern als Virtuose und Komponist hoch geschätzt. Rasant und beschwingt folgte der „Boccaccio-Marsch aus der gleichnamigen Oper von Franz von Suppé. Einen beachtlichen Einsatz zeigten die Schlagzeuger bei „Polovtsian Dances“ von Alexander P. Borodin.

Nach der Pause präsentierte Dirigentin Magdalena Schleich die neu formierte Jugendkapelle Peiting-Hohenpeißenberg, die durch intensive Jugendarbeit das Fortbestehen der beiden Blasorchester sichern soll. „Tochter Zion“ sowie eine Marschmelodie für zwei Stimmen und das Stück „Winterzauber“ mit verschiedenen Weihnachts- und Wintermelodien hatten die jungen Musiker, die zum Teil erst seit einem Jahr ein Instrument spielen, im Gepäck und ernteten viel Applaus. Auch wenn Martin Wiblishauser, der demonstrativ mit beiden Zeigefingern die Mundwinkel nach oben zog, beim Schlussapplaus den vom Auftritt sichtlich angespannten Musiker-Nachwuchs „Nachhilfe“ im Lächeln geben musste. Als Zugabe gab es das letzte Stück noch einmal.

Die neu formierte Jugendkapelle Peiting-Hohenpeißenberg unter der Leitung von Magdalena Schleich

Auch Stephen Melillo, einem Erneuerer des Blasmusik-Repertoires, war mit „Goodspeed“ ein Programmpunkt gewidmet. Das einsätzige Werk begeisterte durch jugendlichen Elan und einen triumphalen Schluss. Eine wunderbare Überleitung auf die Ehrungen. Danach wurde mit „Benny Goodman Memories in einem Arrangement von Naohiro Iwai zur Begeisterung der Zuhörer der Swing ausgepackt.

Zum Schluss kam mit „O come holy Night“ noch einmal Meloillo zu Wort, den Dirigent Martin Wiblishauser einst persönlich kennenlernen durfte. Dass das unkonventionelle, aber abwechslungsreiche und hörenswerte Programm bei den Musikern, die seit gut drei Monaten auf das Konzert hinarbeiteten, nicht unumstritten war und ihn selbst zweifeln ließ, gab Martin Wiblishauser zu. Aber nach einem „das machen wir jetzt so“, sei der Knoten geplatzt und alle hätten sich mit enormem Einsatz in die Probenarbeit gestürzt. Das Ergebnis zeigte, dass sich der kühne Griff ins anspruchsvolle Repertoire durchaus gelohnt und bei der Kapelle völlig neue Qualitäten hervorgekitzelt hat. Mit zwei Zugaben und dem traditionellen Steigerlied verließ die Knappschafts- und Trachtenkapelle unter Bravo-Rufen die Bühne.

Ursula Fröhlich

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