Ein Konzert mit Schülern der Peitinger Musiklehrer, wie hier im katholischen Pfarrsaal in Peiting, wird es in diesem Rahmen künftig nicht mehr geben.
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Ein Konzert mit Schülern der Peitinger Musiklehrer, wie hier im katholischen Pfarrsaal in Peiting, wird es in diesem Rahmen künftig nicht mehr geben.

Nach Beitritts-Beschluss

Musikschule Pffaffenwinkel: Leiter stellt Konzept im Peitinger Gemeinderat vor - doch Fragen bleiben

  • Barbara Schlotterer-Fuchs
    VonBarbara Schlotterer-Fuchs
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Dass es der richtige Weg war, sich von „Musik in Peiting“ zu verabschieden und nach vielen Jahren erneut ein Bündnis mit der Musikschule in Schongau einzugehen: Davon hat Musikschul-Leiter Marcus Graf jetzt Peitings Gemeinderat überzeugt.

Peiting – Nicht jeder war über die Entscheidung glücklich, die der Peitinger Gemeinderat in Sachen Musikschule getroffen hatte. Marcus Graf jedenfalls, Leiter der Musikschule Pfaffenwinkel, leistete jetzt nochmal Überzeugungsarbeit im Gemeinderat.

Der hatte seine Entscheidung zwar schon einige Sitzungen zuvor gefällt. Der Tenor einiger Räte jedoch nach Grafs Vortrag in der jüngsten Sitzung: Alles richtig gemacht in Sachen Zusammenschluss mit der Musikschule. Damit habe man ein „nachhaltiges Modell für die Zukunft“ geschaffen, so Bürgermeister Peter Ostenrieder.

Graf stellte nicht nur das Gesamt-Konzept der Musikschule vor, sondern auch die Vorzüge heraus, die das System Musikschule für Kinder und Eltern hat.

Unterricht soll günstiger werden

„Ein Riesen-Vorteil ist die Entgelt-Ordnung. Das haben wir jetzt bei vielen Gesprächen festgestellt“, erklärt Graf auf Anfrage der SN. Der Unterricht wird günstiger für die Eltern, ist er überzeugt. Hinzu kommen die Geschwister-Ermäßigung sowie eine Sozialermäßigung für die Kinder sozial Schwächerer. „Wir wollen nicht nur eine Musikschule sein für die obere Schicht. Wir wollen alle mitnehmen.“

Auch die Bereiche Inklusion und Integration kämen nicht zu kurz, „gerade hier ist die Nachfrage unheimlich groß“. Ein weiterer Vorteil: „Ist ein Lehrer mal krank, wird er von einem Kollegen vertreten.“

Ganz klar betonte Graf in der Sitzung, dass es nicht darum gehe, mit mehr Schülern mehr Einnahmen zu generieren. Vielmehr ginge es darum, Musikunterricht als Teil der heimischen Kultur zukunftsfähig zu machen. „Die Musikschule ist unglaublich gut vernetzt – hoffentlich auch bald mit der Knappschaftskapelle.“

Welchen Vorteil hat die Zusammenführung des Musikunterrichts für die Musikschule Paffenwinkel? Mit mehr Schülern aus einem größeren Einzugsgebiet könnten mehr Lehrer aus den großen Städten angeworben werden, die dann bei ausreichender Unterrichts-Auslastung auch ihren Lebensmittelpunkt in den Schongauer/Peitinger Raum verlegen könnten, erklärt Graf auf Anfrage.

Situation für Musikschule Neuland

Tatsächlich gibt es aber auch noch einige Dinge, die noch geklärt werden müssen. So ist etwa der Unterricht, der bislang schon in den Schulen stattgefunden hat, zwar gesichert. Was aber ist mit dem Klavierunterricht, der bislang im katholischen Pfarrsaal stattgefunden hat? „Ich muss noch in Kontakt mit der Pfarrei treten“, räumt Graf auf Anfrage der SN ein. Des Weiteren habe ihm die Gemeinde Peiting zugesichert, „dass Räume zur Verfügung stehen. Es gibt sicher Lösungen.“

Tatsächlich gibt es aber auch noch einige Dinge, die nicht gelöst sind. Auch das mochte Graf bei der öffentlichen Sitzung nicht verschweigen. Mit fast jedem der insgesamt 15 Peitinger Musiklehrer hätte er inzwischen das persönliche Gespräch gesucht. Die Reaktionen: „Von himmelhochjauchzend bis fast feindselig.“ Ein Lehrer hätte bislang gewechselt, ein anderer hätte sich Bedenkzeit erbeten. Auf Nachfrage von Susann Tabatabai-Schweizer betonte er: „Wir möchten keinen, der in Peiting privat unterrichtet, seiner Existenz berauben.“

Interessant wird es laut Graf bei der Frage, wie die Peitinger Schüler jetzt reagieren. SPD-Rätin Claudia Steindorf regte einen Elternabend an, „um Bedenken auszuräumen“. SPD-Fraktionsvorsitzender Herbert Salzmann forderte die Vertreter der Musikschule Pfaffenwinkel dazu auf, direkt auf die Schulen und Kindergärten in Peiting zuzugehen, „da sind die Kinder.“

Es zeigte sich: Offiziell ist zwar alles eingetütet, einiges gibt es jedoch auch noch zu erledigen. „Es ist für uns auch eine neue Situation, dass uns eine ganze Gemeinde einen Auftrag erteilt. Das ist für uns Neuland.“

Ein Dankeschön gab’s schon mal als Vorschuss-Lorbeeren von Norbert Merk – und auch noch ein kleines Nachtreten in Richtung Peitinger Musiklehrer: „Herr Graf hat rübergebracht, dass eine Musikschule mehr ist, als nur eine Koordination von Einzelpersonen.“

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