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Robert Wohlleib ist sauer auf das BRK.

Kritik am Roten Kreuz

Ärger über Blutspenden-Ablehnung

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Blutspenden ist Ehrensache: Getreu diesem Motto handelte Robert Wohlleib seit Jahren. Über 110 Mal legte sich der Burggener bereits auf die Spenderliege. Doch dabei wird es bleiben, denn seit dem letzten Blutspendetermin ist der 54-Jährige sauer auf das Rote Kreuz.

Burggen/Peiting – Als Robert Wohlleib am Montag die Heimatzeitung aufschlug und den Bericht las, dass gerade in der Urlaubszeit der Bedarf an Blutspenden besonders hoch sei, war es um seine Laune geschehen. Nicht weil er an der grundsätzlichen Aussage zweifelte. Schließlich gehörte der Burggener selbst bislang zu den treuesten Blutspendern. Bis zu sechs Mal im Jahr legte sich der 54-Jährige auf die Liege, um sich die wertvolle Körperflüssigkeit, die in der Not Leben rettet, abnehmen zu lassen. Das ist die maximal zulässige Anzahl, denn laut Transfusionsgesetz müssen zwischen zwei Spenden mindestens 56 Tage liegen, damit der Körper die gespendeten Blutzellen nachbilden kann. Über 110 Spenden sind so im Laufe der Jahre zusammengekommen.

Der Grund für Wohlleibs Ärger liegt schon ein paar Wochen zurück. Es war im Juli, als der Burggener zum Blutspendetermin nach Peiting fuhr. „Es hat zeitlich gut gepasst, denn ich war wegen einer bevorstehenden Schulteroperation krankgeschrieben“, blickt der 54-Jährige zurück. Ansonsten sei er bei bester Gesundheit gewesen. Deshalb dachte sich Wohlleib auch nichts dabei, als er beim Ausfüllen des obligatorischen medizinischen Fragebogens wahrheitsgemäß Ja ankreuzte bei der Frage, ob er krankgeschrieben sei. Die Schulterverletzung habe ja schließlich keinen Einfluss auf die Qualität seines Blutes. Umso überraschter war der Burggener, als ihm die Ärztin vor Ort erklärte, dass er für eine Spende diesmal nicht in Frage komme. „Mir wurde gesagt, dass es aus versicherungstechnischen Gründen nicht möglich sei“, sagt Wohlleib. Er habe daraufhin vorgeschlagen, einen Haftungsausschluss zu unterschreiben, doch das sei abgelehnt worden. „Mit so etwas vergrault das Rote Kreuz die fleißigen Blutspender“, ärgert sich der 54-Jährige. Wenn er dann noch lesen müsse, dass man auf der anderen Seite dringend Blutspender sucht, „dann passt das für mich nicht zusammen.“

Das sagt das Rote Kreuz

Beim Blutspendedienst kann man den Unmut des Burggeners durchaus verstehen. Es sei natürlich nicht schön, wenn jemand enttäuscht vom Blutspenden nach Hause gehe, sagt Pressereferent Patric Nohe. Doch die Ablehnung sei in diesem Fall aus gutem Grund erfolgt. Denn wer krankgeschrieben sei, für den bestehe kein Versicherungsschutz, sollte es auf dem Hin- und Rückweg oder vor Ort bei der Blutspende zu einem Zwischenfall kommen, erläutert Nohe. Außerdem sei es abgesehen davon nicht möglich, dass das Personal vor Ort jede einzelne Krankmeldung auf Relevanz für die Blutspende prüfe. „Das wäre ein viel zu großes Prozedere und nicht zu stemmen.“ Schließlich könne es auch bei einer bevorstehenden Schulter-OP nicht ratsam sein, den Körper mit einer Blutentnahme zu belasten. Und ein Haftungsausschluss? Auch dieser sei mit Vorsicht zu genießen, so der Pressereferent. Denn ob dieser im Fall der Fälle tatsächlich akzeptiert werde, lasse sich nicht sicher sagen.

Krankschreibung ist nicht einziges Ausschlusskriterium für Blutspende

Eine Krankschreibung ist längst nicht das einzige Ausschlusskriterium für eine Blutspende. Auch wer schwanger ist, eine neue Tätowierung oder ein neues Piercing hat, ist erst einmal außen vor. Gleiches gilt nach der Rückkehr aus dem Ausland, wenn das Reiseziel zu den Risikogebieten für bestimmte Krankheiten wie Malaria zählt. Im Falle des West-Nil-Viruses braucht es dafür nicht einmal eine Fernreise. Schon ein Trip nach Wien, wo entsprechende Krankheitsfälle registriert wurden, reicht aus, um vier Wochen von der Blutspende ausgeschlossen zu werden. Auch hier müsse das Rote Kreuz umdenken, findet Wohlleib. „Dass jemand, der eine Nacht in Österreich verbringt, nicht mehr spenden darf, ist einfach übertrieben.“ Doch da habe man als Rotes Kreuz keinerlei Spielraum, betont Nohe. „Das ist im Transfusions-Gesetz geregelt, daran müssen wir uns halten.“ Wer sich nach seinem Urlaub nicht sicher sei, ob er spenden dürfe, könne sich jederzeit an die kostenlose Hotline 0800/1194911 wenden.

Für Wohlleib hat sich das Thema Blutspenden erst einmal erledigt. Seinen Spendenausweis hat er bei seinem gescheiterten Versuch in Peiting zurückgegeben. „Unter diesen Voraussetzungen mag ich nicht mehr.“

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