Anfang Juni setzte der Starkregen die Bühlachstraße in Peiting unter Wasser.
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Anfang Juni setzte der Starkregen die Bühlachstraße in Peiting unter Wasser.

Bürgermeister optimistisch

Nach Überschwemmungen am Peitinger Bühlach: Ist der „Flaschenhals“ im Kanal gefunden?

  • Christoph Peters
    VonChristoph Peters
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Nachdem vor kurzem der Starkregen im Bereich des Bühlachs in Peiting für Überschwemmungen sorgte, gibt es jetzt gute Nachrichten für die Anwohner: Die Gemeinde ist bei der Suche nach einer Lösung für das Problem ein Stück weit vorangekommen.

Peiting – Wie berichtet, war bei dem schweren Unwetter Anfang Juni die Bühlachstraße teils komplett unter Wasser gestanden. Auch etliche Gullys liefen über. Die Gemeinde reagierte und stoppte die bereits laufende öffentliche Auslegung im Bebauungs- und Flächennutzungsplanverfahren für den Neubau des Marienheims. Bürgermeister Peter Ostenrieder musste einräumen, dass man die Regenwassergefahr, vor der die Anlieger in ihrem Protest gegen den Neubau immer wieder gewarnt hatten, offenbar unterschätzt hatte.

Bei der Gemeinde hatte man schnell eine Vermutung, wo das Problem liegen könnte. Möglicherweise sei der vorhandene Regenwasserkanal, der das Wasser eigentlich Richtung Hauser Bach ableiten soll, an manchen Stellen zugewachsen. Eine Kanalbefahrung sollte als nächstes klären, ob man richtig liege.

Engstelle im Kanal auf den Plänen gefunden

Diese hat zwar noch nicht stattgefunden, der Lösung des Problems ist man aber offensichtlich dennoch ein Stück näher gekommen. Man habe die Engstelle wahrscheinlich schon gefunden, sagte der Rathauschef in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Zuvor hatte Alfred Jocher (Unabhängige) den Wissensverlust im Bauamt bemängelt, wo man von einem derartigen Problem nichts gewusst habe. Dabei sei schon in der Peitinger Chronik von Hochwasser in dem besagten Bereich die Rede gewesen, erinnerte Jocher, der empfahl, nicht nur auf Außenstehende zu hören, sondern sich auch Rat bei alten Peitingern wie dem früheren Marktbaumeister Reinhard Pantke zu holen.

Die Engstelle, von der der Bürgermeister sprach, befindet sich im Bereich des Bahnübergangs an der Hauser Straße. Entdeckt worden sei sie beim Studium der Pläne des Kanalsystems, berichtet Ostenrieder auf Nachfrage der Schongauer Nachrichten. Auf seinem Weg vom Bühlach bis zum Hauser Bach habe der Regenwasserkanal überall einen Durchmesser von 50 Zentimeter bis auf jene Stelle, wo er unter der hauser Straße hindurchführe. „Dort sind’s nur 30 Zentimeter.“ Acht Meter sei dieser „Flaschenhals“ lang, viel spreche dafür, dass sich dort das Wasser bei Starkregen staue, sagt Ostenrieder. So hebe es etwa nur die Kanaldeckel oberhalb der Engstelle bei viel Wasser an.

Regenrückhaltebecken oberhalb des Friedhofs im Gespräch

Sollte sich dies bewahrheiten, wäre das Problem relativ leicht zu beheben. Bevor aber die Bagger loslegen, will die Gemeinde noch die Kanalbefahrung abwarten, die Aufschluss darüber geben soll, ob es noch weitere Engstellen gibt. In Zusammenarbeit mit einem Planungsbüro wird derzeit laut dem Rathauschef auch geprüft, ob ein Regenrückhaltebecken oberhalb des Friedhofs am Bühlach zusätzliche Entlastung für den Kanal bringen könnte. Auch eine Überarbeitung des Einlaufs sei im Gespräch.

Wie berichtet, steht die Gemeinde zudem in Kontakt mit der AWO als Bauherrin des Marienheim-Neubaus, um auch über zusätzliche Rückhaltemaßnahmen auf dem Hanggrundstück zu beraten. Läuft alles glatt, soll noch im Juli die geänderte Planung im Gemeinderat vorgestellt werden.

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