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Nach zwei Jahren komplizierter Planung: Spatenstich fürs neue Marienheim am Peitinger Bühlach

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Von: Christoph Peters

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symbolischer Spatenstich für den Marienheim-Neubau
Den symbolischen Spatenstich führten am Donnerstag (v.l.) Peitings Bürgermeister Peter Ostenrieder, Marienheim-Leiter Jörg Reiprich, Architekt Peter Flickinger, Cornelia Emili (Vorstandsvorsitzende AWO Oberbayern) und Peter Schrehardt (Geschäftsführer Baufirma Haseitl) aus. © Hans-Helmut Herold

Lange und heftig ist um das Projekt gerungen worden: Nach zwei Jahren komplizierter Planung und einem Bürgerentscheid haben jetzt die Bauarbeiten für das neue Marienheim am Bühlach begonnen. Am Donnerstagvormittag fand der symbolische Spatenstich statt.

Peiting – Gelöst war die Stimmung am Donnerstagvormittag am Bühlach. Während im Hintergrund der große Bagger bereits Schaufel um Schaufel voller Erdreich beiseite hob, griffen Peitings Bürgermeister Peter Ostenrieder, Marienheim-Leiter Jörg Reiprich, Architekt Peter Flickinger, Cornelia Emili (Vorstandsvorsitzende AWO Oberbayern) und Peter Schrehardt (Geschäftsführer der Schongauer Baufirma Haseitl) gut gelaunt zu den Spaten. Die Erleichterung, dass es endlich losgeht mit dem Bau des neuen Marienheims, war allen Beteiligten beim symbolischen Spatenstich anzumerken.

Kein Wunder, schließlich war es bis hierin ein schwieriger Weg gewesen. Als im Herbst 2019 die ersten Pläne vorgestellt worden waren, war die Aufregung unter den Anliegern groß gewesen. Sie hielten das Hanggrundstück, das bis dato der Gemeinde gehörte, für nicht geeignet für eine solche Einrichtung. Eine Bürgerinitiative formierte sich und protestierte gegen das Vorhaben. Im Sommer 2020 kam es zum Bürgerentscheid, wo sich bekanntlich eine deutliche Mehrheit der Peitinger für den Neubau aussprach, der den Fortbestand des Marienheims mit der AWO als künftigen Träger in Peiting sichern sollte. Eine Sanierung und Umbau des bisherigen Standorts in der Ortsmitte im Bestand hatten die bisherigen Betreiber zuvor unter anderem mit Blick auf die Kosten und das besondere Klientel der geschlossenen sozialtherapeutischen Einrichtung ausgeschlossen.

Der Zeitdruck ist groß

In den vergangenen Monaten trieben AWO und Gemeinde das Vorhaben weiter voran. Im Mai wurde der Bauantrag genehmigt, Anfang Oktober segnete der Gemeinderat den Bebauungs- und Flächennutzungsplan ab. „Wir freuen uns, dass der Bau nun endlich losgeht“, sagte Ostenrieder, der mit Blick auf die vergangenen zwei Jahre von einer „emotionalen Geschichte“ für die Peitinger Bürger und die Mitarbeitenden der Einrichtung sprach. Der Zeitdruck sei groß, schließlich solle das neue Marienheim spätestens im Herbst 2023 eröffnen.

Der Bagger ist auf der Baustelle für das neue Marienheim bereits eifrig am Werk
Der Bagger ist auf der Baustelle für das neue Marienheim bereits eifrig am Werk. © Hans-Helmut Herold

Ein durchaus herausfordernder Zeitplan, zumal das Projekt auch die Planer vor durchaus große Herausforderungen stellt – und das nicht nur wegen des schwierigen Terrains, wie Flickinger erklärte. In dem Gebäude gebe es wegen der besonderen Anforderungen wahnsinnig viel Technik. „Wir hoffen natürlich, dass alles gut läuft.“ Ob sich der Eröffnungstermin halten lässt, dürfte auch davon abhängen, ob alles benötigte Material rechtzeitig auf der Baustelle ankommt – in der Corona-Pandemie alles andere als selbstverständlich. Helfen soll vorausschauende Planung. Das Dämmmaterial, das zuletzt vielerorts knapp war, habe man etwa bereits bestellt, sagte der Architekt. Auch Peter Schrehardt, dessen Baufirma Haseitl den Auftrag für den Neubau erhalten hat, zeigte sich zuversichtlich. Er verwies auf lokale Partner und Lieferanten.

66 Plätze bietet die fertige Einrichtung

66 Plätze soll die neue Einrichtung nach ihrer Fertigstellung bieten. „Wir freuen uns natürlich auf das neue Gebäude“, sagte Einrichtungsleiter Jörg Reiprich. Mit diesem werde man den Menschen, die die Einrichtung brauchen, um gesund und wieder Teil der Gesellschaft zu werden, eine bessere Lebensqualität bieten können. „Uns ist es ein großes Bedürfnis, das Marienheim dort so weiterzuführen wie die letzten 40 Jahre.“ Um auch die Peitinger Bevölkerung auf dem Weg dahin mitzunehmen, soll es regelmäßig Informationen zur Baustelle geben, kündigte Cornelia Emili an.

Zu den Kosten des Bauvorhabens äußerte sich die AWO-Vorstandsvorsitzende nicht. Man sei derzeit noch in der Abstimmung mit den Kostenträgern.

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