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Um mehr Fläche für den Pausenhof zu erhalten, wird der OGTS-Neubau ein Stück nach Osten und Norden verschoben (rot markiert). Dadurch ändert sich auch die Topografie des benachbarten Schlittenhügels. 

Millionenprojekt an der Alfons-Peter-Grundschule

Neubau der Offenen Ganztagsschule in Peiting: Gemeinde setzt den Rotstift an

  • Christoph Peters
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Trotz Corona-Krise gehen die Baupreise weiter nach oben. Das bekommt auch die Marktgemeinde Peiting zu spüren. Weil der millionenschwere Bau der Offenen Ganztagsschule an der Alfons-Peter-Schule deutlich teurer als geplant zu werden drohte, hat der Gemeinderat am Dienstag den Rotstift angesetzt.

Peiting – „Ich wäre gerne mit einer besseren Botschaft gekommen“, schickte Architekt Franz-Xaver Lutz gleich vorweg. Seine Schongauer Bürogemeinschaft Baldauf-Prill-Lutz hatte im vergangenen Jahr den Zuschlag für die Planung des Neubaus der Offenen Ganztagsschule (OGTS) an der Alfons-Peter-Schule bekommen. Ende Januar war der Bauantrag vom Gemeinderat abgesegnet worden. Damit wäre der Weg eigentlich frei gewesen für die Verwirklichung des Projekts. Dass der Architekt nun am vergangenen Dienstag noch einmal vor dem Gremium Platz nahm, lag an den Kosten.

1,85 Millionen Euro waren für den Neubau ursprünglich kalkuliert. Um schon vor der offiziellen Ausschreibung herauszufinden, ob die angenommenen Kosten der Marktlage entsprechen, habe man in einer Art „Testballon“ Firmen aus der Region um Angebote gebeten, erklärte Lutz. Über den Rücklauf sei man allerdings regelrecht erschrocken gewesen. „In den Gewerken Baumeisterarbeiten, Holzbau und Spenglerarbeiten haben die Kosten erheblich die Ansätze überstiegen.“ Plötzlich lag man bei 2,136 Millionen Euro – eine Steigerung von satten 16 Prozent. „Wir hätten das jetzt weiterlaufen lassen können, in der Hoffnung, dass in der Ausschreibung günstigere Angebote abgegeben werden“, so der Architekt. Allerdings sei es schwierig vorherzusagen, ob der Preis falle oder eher noch weiter steige. Stattdessen habe man sich gemeinsam mit der Bauverwaltung entschieden, zuerst das Gebäude auf Einsparpotenziale zu untersuchen.

Architekten ermitteln Einsparpotenziale

Trotz fertiger Werkplanung ging es für die Architekten zurück ans Reißbrett. Die Frage, die sich stellte: Auf was kann man verzichten, ohne die Funktion und Langlebigkeit des Gebäudes einzuschränken? Tatsächlich förderten Lutz und seine Kollegen gleich mehrere Einsparmöglichkeiten zutage. Die zweischalige Außenwand mit Kalkstein-Sichtmauerwerk wich der günstigeren verputzten Ziegelwand. Den überdachten Gang zur Alfons-Peter-Schule ordnete Lutz ebenso wie Teile der Möblierung als „nice to have“ und damit entbehrlich ein. Statt hinter Putz verbauter Jalousiekästen schlug der Architekt die erschwinglichere sichtbare Variante vor. Im neuen Plan büßte das Gebäude zudem 25 Zentimeter an Höhe ein, was ebenfalls Kosten reduziert. Eine Lüftungsanlage sei dennoch nicht nötig, betonte Lutz.

Summa summarum kam man so auf 2,038 Millionen Euro Baukosten. Allerdings fehlten darin noch die Kosten für zusätzliche Rigolen. Diese seien nötig, weil das Kanalsystem nicht ausreiche, um das Regenwasser aufzunehmen, erläuterte Lutz. Diese eingerechnet, beläuft sich die Gesamtsumme auf 2,072 Millionen Euro – immer noch rund zwölf Prozent mehr als der ursprüngliche Ansatz.

Dass Kostenberechnung und Marktlage so weit auseinander lagen, kam für Norbert Merk (CSU) nicht überraschend. Die derzeitige Situation sei schwer einzuschätzen, sagte der Kreiskämmerer. Der Landkreis habe bei seinen Bauprojekten mit dem gleichen Problem zu kämpfen. Der CSU-Gemeinderat schlug deshalb vor, künftig die Baukostensteigerung per Index von vornherein einzubeziehen. „Sonst haben wir immer den Fluch der ersten Zahl.“

Andreas Barnsteiner (BVP) ärgerte sich, dass auch regionale Firmen die Hochkonjunktur „schamlos ausnutzen“ würden. Doch Fraktionschef Franz Seidel wollte den Unternehmen keinen Vorwurf machen. „Das ist einfach der Wettbewerb.“ Es sei dennoch richtig, bei den Ausschreibungen vornehmlich auf Firmen aus der Region zu setzen, betonte er. Das sah auch Michael Deibler (CSU) so. Die Kostensteigerung sei ärgerlich, aber man könne es nicht ändern. „Wichtig ist, dass das Grundkonzept erhalten bleibt.“

Gebäude-Position wird verändert

Tatsächlich ändert sich an der Aufteilung im Inneren des Gebäudes nichts im Vergleich zum bekannten Entwurf. Nur die Situierung werde man noch etwas verändern, kündigte Lutz an. So soll der Neubau 3,70 Meter nach Osten und 0,5 Meter nach Norden rücken, um mehr Fläche für den Pausenhof zu erhalten.

Rollen sollen die Bagger laut Marktbaumeister Fabian Kreitl ab Mitte Juni. Die Fertigstellung der OGTS ist zum Schulhalbjahr 2021 geplant.

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