Wellenfreibad Peiting

Alles ist möglich: Ein Bad-Neubau mit Basili-Wunder?

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Wird das Peitinger Wellenfreibad zum Dauer-Sanierungsfall? Oder muss die Gemeinde langfristig an einen Neubau denken? Das soll jetzt ein Gutachten klären. Aber: Ist die Basili-Wiese dann wieder für Bauwerber im Spiel?

Peiting – Es wird ein Gutachten über den Zustand des Peitinger Wellenfreibades geben. Das ist Fakt. Aber mal angenommen, dieses Gutachten kommt zu dem Schluss: Zu alt, Reparaturen zu teuer. Platt machen. Neu bauen. Rein hypothetisch ist das. Und trotzdem nicht undenkbar. Das Gutachten über den aktuellen Zustand des 44 Jahre alten Wellenfreibades könnte enorme Auswirkungen auf die gesamte Ortsentwicklung haben.

Das Szenario: Das Bad wird andernorts neu gebaut. Die Basiliwiese rückt als Baugebiet wieder in den Fokus, da der Immissionsschutz fällt. Keine Lärmschutzwand für hunderttausende Euro, die das Projekt Baugebiet Basiliwiese letztlich zu Fall gebracht hat.

Wie weitreichend die Entscheidung um die Zukunft des Bades ist, darum weiß auch Bürgermeister Michael Asam. „Wenn sich das Bad nicht mehr rentiert, weil die Wirtschaftlichkeit immer mehr nach unten geht, muss man sicherlich an einen Neubau denken.“ Dass an gleicher Stelle saniert wird, „das wage zu bezweifeln“.

Tatsächlich bringt er selbst an dieser Stelle die Basiliwiese als Baugebiet wieder ins Spiel, und auch der Standort des Bades sei immerhin „beste Ortslage“ – ein Filetstück sozusagen für Bauwerber. Asam: „Sollte es so weit kommen, wird sich der Gemeinderat sicherlich für einen anderen Standort entscheiden – alles andere wäre unvernünftig“, sagt er bei allen Vorteilen, die der Standort mitten im Ort mit sich bringt.

Asam selbst wird eine mögliche Entscheidung des Gemeinderats ums Wellenbad in seiner Amtszeit als Bürgermeister wohl nicht mehr mittragen dürfen, verabschiedet er sich doch nach der Kommunalwahl 2020 in den Ruhestand. Wenn er an einen möglichen Standort denkt, „würde ich spontan sagen, man sollte sich nach Süden orientieren“. Dort gäbe es noch landwirtschaftliche Flächen, von denen sich „die ein oder andere vielleicht anbieten“ würde.

Viel Zukunftsmusik. Der aktuelle Sachstand im Wellenfreibad jedenfalls sieht – stand Freitagabend – so aus: Das Leck an einer Leitung zum Nichtschwimmerbecken bereitet den Verantwortlichen noch immer große Sorgen. Bademeister Thomas Bognar und Bernhard Ditschek vom Marktbauamt stehen am gestrigen Freitag vor einem fast zwei Meter großen Loch, das der Bagger neben dem Becken gebuddelt hat. „Wir haben systematisch eine Leitung nach der anderen abgedrückt“, erklärt Bognar. Dort, wo die Stichleitung des Beckens in die große Zuleitung fließt: Dort könnte sie sein, die undichte Stelle. Könnte. „Weil eigentlich sehen wir nichts. Auch keine nasse Stelle.“

Seit 20 Jahren ist Bernhard Ditschek für das Wellenfreibad zuständig. In dieser Zeit zählt er insgesamt vier Rohrbrüche. „Aber das ist der erste, der mir so richtig Kopfzerbrechen bereitet.“

Hier leckt es im Peitinger Wellenfreibad...

Das Peitinger Wellenfreibad ist in die Jahre gekommen. 44 Sommer wurde hier gebadet. Die Zahlen können sich sehen lassen: „In diesem Jahr waren es fast 60 000 Besucher. Tendenz steigend“, bilanziert Kämmerer Christian Hollrieder.

Alleine die Wahnsinns-Bilanz kann nicht über einen anderen Fakt hinwegtäuschen: „Ein Bad ist nach 40 Jahren abgeschrieben“, sagt der Kämmerer und bestätigt, dass ein Gutachten in Auftrag gegeben worden ist. Ein externer Fachmann wird das Wellenfreibad komplett durchleuchten. „Und dann muss man darüber sprechen, ob wir generalsanieren oder Stückwerk machen.“ Oder vielleicht doch neu bauen?

Der Gutachter ist Professor an der Bayerischen Verwaltungsschule, war auch in Penzberg für das Bad-Gutachten zuständig. Mit folgendem Ergebnis: Nach 43 Jahren hat die Stadt in diesem Juni den Betrieb des Wellenfreibads eingestellt. Die Abrissarbeiten laufen.

Was die Zahlen anbelangt, so sieht Kämmerer Hollrieder das Wellenfreibad trotz einiger Reparaturen im grünen Bereich. Mit 70 000 Euro am meisten zu Buche geschlagen hatte im Jahr 2015 ein Rohrbruch zwischen Keller und Wellenbecken. Ein Rohrbruch im vergangenen Jahr hatte 15 000 Euro gekostet, die Kostenschätzung für die aktuellen Arbeiten steht noch aus.

Unter’m Strich ist das Wellenfreibad nicht das größte Draufzahlgeschäft der Gemeinde. Das Defizit beläuft sich jährlich auf rund 200 000 Euro. Gemessen daran, wie viele Menschen mit dem Badbetrieb erreicht werden, sei das nicht dramatisch, befindet Hollrieder. Im Vergleich dazu schlagen andere Einrichtungen mehr zu Buche. Für die Mehrzweckhalle hat die Gemeinde im vergangenen Jahr 270 000 Euro zugebuttert, für das Eisstadion 230 000 Euro und für das Fußballstadion 75 000 Euro.

Bis es überhaupt Pläne für das Peitinger Wellenfreibad gibt, wird wahrscheinlich noch viel Wasser ins alte Becken fließen. Ein Termin für das Gutachten steht nämlich noch nicht fest.

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