So sieht der Planentwurf für das neue Baugebiet an der Bachfeldstraße in Peiting aus. Die Erschließung der Grundstücke erfolgt über eine Stichstraße.
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So sieht der Planentwurf für das neue Baugebiet an der Bachfeldstraße in Peiting aus. Die Erschließung der Grundstücke erfolgt über eine Stichstraße.

Gemeinderat billigt Planung

Neubaugebiet im Peitinger Bachfeld: Große Baugrundstücke sorgen für Kritik

  • Christoph Peters
    vonChristoph Peters
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Das nächste Baugebiet in Peiting nimmt Form an. Am Dienstag hat der Gemeinderat den Entwurf für den Bebauungsplan „Östlich der Bachfeldstraße“ gebilligt. Für Diskussionen sorgte allerdings die stattliche Größe der 20 Baugrundstücke und die angedachte Bebauung.

Peiting – Bereits im Dezember 2019, also vor mehr als einem Jahr, hatte der Peitinger Gemeinderat das Bauleitplanverfahren für das geplante Neubaugebiet an der Bachfeldstraße auf den Weg gebracht. In der jüngsten Sitzung ging es jetzt um die Planung, die das beauftragte Büro erstellt hatte.

Groß geändert zum ersten Entwurf hatte sich nichts. Die Zufahrt zum Neubaugebiet soll über eine Stichstraße erfolgen, an deren Ende sich ein Wendekreis anschließt. Dieser sei durchaus üppig dimensionert, sagte Marktbaumeister Fabian Kreitl, der die Planung in der Sitzung vorstellte. Der Grund dafür sei, dass über ihn die Erschließung der angrenzenden Baugrundstücke erfolge sowie der Zugang zum Wartungsweg im Norden, den die Gemeinde für eine dort verlaufende Leitung benötige. Ebenso üppig ist die Größe der 20 Parzellen bemessen.

Grundstücke sind zwischen 600 und 800 Quadratmeter groß

Zwischen 600 und 800 Quadratmeter seien die Grundstücke im Schnitt groß, erläuterte Kreitl. Während auf den elf Parzellen, die die Gemeinde im Einheimischenmodell vermarkten könne, nur Einzelhäuser erlaubt seien, seien auf den neun Grundstücken, die im Besitz der Eigentümer der Fläche verbleiben, auch Doppelhäuser zulässig.

Der erste, der sich zu Wort meldete, war Günter Franz (Grüne). Er beantragte, das Thema zu vertagen. Das „umfangreiche Konzept“ sei den Räten erst kurzfristig zugegangen, bemängelte er. „Es wäre sinnvoll, wenn wir das erst in Ruhe zuhause durcharbeiten.“ Doch im Gremium fand sich dafür keine Mehrheit. So ging es in die Diskussion, in der die Meinungen durchaus auseinandergingen.

Lob für die Planung äußerte Christian Lory (unabhängige). Dadurch, dass auf den gemeindeeigenen Grundstücken nur Einzelhäuser vorgesehen seien, sei man nicht auf einen Bauträger angewiesen. Damit spielte Lory auf das Baugebiet an der Drosselstraße an, wo die Gemeinde zur leichteren Vergabe Doppelhäuser über einen Generalunternehmer vermarktet.

Hier hakte allerdings Bürgermeister Peter Ostenrieder ein. Tatsächlich gebe es die Überlegung, zumindest auf einem großen gemeindlichen Grundstück ein Doppelhaus zuzulassen, dies aber ohne Bauträger zu vergeben. Ziel sei, so zu überprüfen, ob die Schwierigkeiten, die man bei einer Vergabe durch die Gemeinde befürchte, auch tatsächlich auftreten. „Wir überprüfen uns sozusagen selbst.“

Mehr Doppelhäuser gefordert

Thomas Elste ging das nicht weit genug. Der Grünen-Rat plädierte dafür, analog zur Drosselstraße mehr Doppelhäuser anzubieten. „Damit können wir die Flächen besser nutzen“, sagte er mit Blick auf die Grundstücksgrößen. Deren großzügiger Schnitt hatte zuvor auch Marion Gillinger (ÖDP) kritisiert und auf die immer geforderte Nachverdichtung hingewiesen.

Auch er habe ein bisschen Bauchweh, was die Größe der Parzellen angehe, räumte Ostenrieder ein. Allerdings scheitere eine Lösung mit kleineren Grundstücken in dem Fall an der Erschließung. Eine Alternative wäre ein Geschosswohnungsbau, doch diesen habe man an der Stelle wegen des angrenzenden Wohngebiets nicht gewollt, erinnerte er. Elstes Vorschlag widerspreche zudem der aktuellen Beschlusslage.

Norbert Merk (CSU) fand es „merkwürdig“, dass man jetzt Dinge in Frage stelle, die der alte Gemeinderat beschlossen habe. „Wir sollten für alle Bedürfnisse offen sein.“ Es gebe eben auch Interessenten für 800 Quadratmeter-Grundstücke.

Elstes Idee könne er schon folgen, befand hingegen Herbert Salzmann (SPD). „Allerdings sollten wir erst abwarten, wie der Versuch in der Drosselstraße läuft“, schränkte er ein. „Ohne Erfahrung habe ich da Bauchweh.“ Salzmann nutzte die Gelegenheit, um sich nach der Möglichkeit eines Bolzplatzes zu erkundigen.

Dieser sei der Wunsch der Anlieger, nachdem durch das Neubaugebiet das Fußballfeld entfalle. „Wir haben das auf dem Schirm“, versprach Ostenrieder.

Gegen vier Stimmen wurde die Planung gebilligt.

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