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So sieht der Bebauungsplanentwurf „Bahnhof Ost Teil 1“ aus.

Marktgemeinderat vertagt Abwägung

Neubaugebiet Peiting Ost: Bebauungsplan wirft Fragen auf

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Wohnungen, Reihen- und Stadthäuser sollen auf dem ehemaligen Bundeswehr-Gelände am Peitinger Bahnhof Ost entstehen. Der für das Großprojekt nötige Bebauungsplan hat nun erneut den Marktgemeinderat beschäftigt. Dabei blieben jedoch einige wichtige Fragen offen.

Peiting – Die alten Hallen der Bundeswehr sind längst Geschichte, doch bis zum Spatenstich für die geplante Wohnbebauung gegenüber dem Peitinger Bahnhof Ost wird es noch eine Weile dauern. Denn bevor die Bagger der Schongauer Firma Haseitl rollen können, braucht es einen rechtsgültigen Bebauungsplan. Dessen Aufstellung hatte das Gremium bereits im Mai beschlossen, im Juli wurde er öffentlich ausgelegt und die Träger öffentlicher Belange beteiligt. In der Ratssitzung am Mittwoch wurden nun die eingegangenen Stellungnahmen behandelt.

Die erste Frage kam von Norbert Merk (CSU) und betraf den Fachlichen Naturschutz. Dieser kritisierte, dass eine Überschreitung der Grundflächenzahl (GRZ) bis 1,0 zugelassen sei, also eine komplette Überbauung des Grundstücks. Diese „extreme innerstädtische Verdichtung“ werde abgelehnt. „Wie gehen wir damit um?“, wollte Merk wissen. Dieser Passus sei bereits angepasst, entgegnete Bettina Habersetzer vom Marktbauamt. Die maximale GRZ liege nun bei 0,8.

Eine Erklärung für den immer noch hohen Wert lieferte Rechtsanwalt Gerhard Spieß. Dieser war eigentlich für den nicht öffentlichen Teil der Sitzung geladen, um dort Fragen hinsichtlich des städtebaulichen Vertrags zwischen der Gemeinde und Haseitl zu beantworten. Er sprang für Architekt Rudolf Schlamberger in die Bresche, der den Bebauungsplan für Haseitl entworfen hatte, aber bei der Sitzung nicht anwesend war. So sei die hohe GRZ der Tatsache geschuldet, dass die Tiefgarage unter der Grünfläche im Innenhof bei der Berechnung mitzähle, erklärte Spieß. „Mit 0,8 sind wir im gesetzlichen Rahmen.“

Sorgen machte Merk auch die Einwendung des Technischen Umweltschutzes, der darauf hinwies, dass ohne entsprechende Schallschutzmaßnahmen die geplante Bebauung auf der Bahnhofseite mit Kino und Verbrauchermarkt nicht möglich sei. Auch hier konnte Bettina Habersetzer jedoch Entwarnung geben. Das entsprechende Schallschutzgutachten liege bereits vor und werde noch eingearbeitet.

Komplizierter wurde es beim Thema Müll. Irritiert zeigten sich die Räte darüber, dass östlich der Reihenhäuser ein 25 Quadratmeter großer Containerplatz im Bebauungsplan auftauchte. Den wolle man dort auf keinen Fall, lautete die einhellige Meinung, der sich auch Bürgermeister Michael Asam anschloss. Wenn überhaupt, sei dieser auf der Bahnhofseite anzusiedeln. „Vielleicht hat der Planer die Forderung der EVA mit normalen Mülltonnen verwechselt“, mutmaßte der Rathauschef.

Das Problem mit dem Müll

Das brachte Herwig Skalitza gleich zum nächsten Problem, nämlich der Müllabholung. „Können die Müllautos reinfahren oder müssen die Hausbesitzer ihre Tonnen vor an die Bahnhofstraße bringen?“, fragte der CSU-Rat. Während der Bürgermeister auf die Aussage von Haseitl-Geschäftsführer Peter Schrehardt verwies („Müllfahrzeuge können durchfahren“), hegte Gerhard Habersetzer vom Marktbauamt Zweifel, dass die Breite der Zufahrten dafür ausreiche. „Wenn dann noch die Besucher dort parken, kommt erst recht keiner mehr durch“, fügte Skalitza hinzu. „Und was ist dann mit der Feuerwehr?“ Weil es auch hierauf keine befriedigende Antwort gab, zog Asam die Reißleine und schlug vor, die Abwägung auf die nächste Sitzung zu vertagen – dann allerdings mit dem Planer. „Es ist nicht unser Bebauungsplan, sondern von der Firma Haseitl. Ich bin eigentlich davon ausgegangen, dass alles geklärt ist.“

Diskutiert wurde anschließend noch über den Vorschlag eines Bürgers, der angeregt hatte, die östlichen Parkplätze direkt von der Ferdinand-Reber-Straße aus zu erschließen anstatt sie mit einem Grünstreifen abzutrennen. Dadurch vermeide man unnötiges Rangieren und erleichtere den Winterdienst, so die Begründung. Herbert Salzmann (SPD) hielt davon allerdings nichts. Wenn die Anfahrt von der Straße möglich sei, würden die Stellplätze schnell zweckentfremdet, etwa durch Gewerbetreibende, die ihre Laster dort abstellten, fürchtete er. „Auch das werden wir nochmal besprechen“, versprach Asam.

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