+
Haseitl-Geschäftsführer Peter Schrehardt (re.) stellte Gemeinderat und Bürgermeister das Modell für die Bebauung auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände vor. 

Modell kann besichtigt werden

Neubaugebiet Peiting Ost: Wohnbau klappt, Gewerbe noch nicht

  • schließen

Es ist das größte Wohnbauprojekt seit langem in Peiting. Ab sofort können sich die Bürger selbst ein Bild davon machen, was bald auf dem einstigen Bundeswehr-Gelände an der Bahnhofstraße entstehen wird. Ein maßstabsgetreues Modell im Tourismusbüro macht’s möglich. Probleme gibt es dagegen beim Bahnhofsareal.

Peiting – Fast ehrfürchtig beugten sich die Gemeinderäte am Montagabend bei der offiziellen Vorstellung über das große Modell, das da hinter Glas in der Ecke des Peitinger Tourismusbüro aufgebaut war. Kein Wunder, schließlich zeigt es in klein, was bald das Ortsbild im Peitinger Osten nachhaltig verändern wird. „Sowas hat es in Peiting seit Jahrzehnten nicht gegeben“, betonte Bürgermeister Michael Asam, der mit seiner Begeisterung über die geplante Wohnbebauung auf dem ehemaligen Bundeswehr-Gelände im Bereich des Peitinger Ostbahnhofs gar nicht hinter dem Berg halten wollte. Wohnungsbau sei aktuell überall Thema. „Wir schaffen hier genügend Wohnraum für unterschiedliche Bedürfnisse.“

Verantwortlich für das Projekt zeichnet bekanntlich die Schongauer Baufirma Haseitl. Deren Geschäftsführer Peter Schrehardt durfte deshalb beim Termin am Montagabend natürlich nicht fehlen. Im Juli 2016 hatte er die ersten Entwürfe öffentlich im Gemeinderat vorgestellt. Bis zur fertigen Planung, die sich jetzt im Modell widerspiegelt, hatten die Architekten in den vergangenen Monaten manche Klippe zu umschiffen.

Schallschutz zur Bahnhofstraße war das größte Problem

Das größte Kopfzerbrechen habe dabei der Schallschutz zur Bahnhofstraße bereitet, sagte Schrehardt. „Die ersten Gespräche zu dem Thema waren sehr kritisch. Da stand eine Teuerung im Raum, die das Projekt zum Fall gebracht hätte“, fügte Asam hinzu. Letztlich habe Haseitl aber eine gute Lösung gefunden. So werden laut Schrehardt die Laubengänge in Richtung Bahnhofstraße verglast, außerdem änderte man den Grundriss der betroffenen Wohnungen so, dass sich besonders schallschutzbedürftige Räume wie Schlafzimmer nun an ruhigerer Stelle wiederfinden. „Wir freuen uns jetzt auf die Umsetzung“, sagte der Geschäftsführer.

Eigentlich hätten die Bauarbeiten längst beginnen sollen, doch nicht nur der Abriss der alten Bundeswehrlagerhallen verzögerte sich, auch die Vertragsgestaltung zwischen Gemeinde und Unternehmen erweist sich schwieriger als erwartet. Der Grund dafür liegt auf der anderen Seite der Bahnhofstraße. Denn Haseitl will bekanntlich nicht nur die Wohnbebauung südlich der Bahnhofstraße verwirklichen, sondern auch dem Bahnhofsbereich neues Leben einhauchen mit Verbrauchermarkt, Kino und großem Parkhaus. Allerdings: „Wir haben dort Probleme mit der Bahn“, sagte Asam.

Verzögerungen wegen Problemen mit der Bahn 

Dabei geht es zum einen um das Bahnhofsgebäude, das zwar bereits der Gemeinde gehört, in dem aber nach wie vor das Stellwerk untergebracht ist. Eine Umrüstung auf Funk soll erst mit dem barrierefreien Ausbau des Bahnhofs erfolgen, welcher Ende Juli 2019 starten soll, erklärte der Bürgermeister. Solange ist an einen Abriss des alten Gebäudes nicht zu denken.

Zum anderen ist immer noch in der Schwebe, ob die Bahn die für das Projekt benötigten Flächen verkauft. Denn um den Verkehr auf der Bahnhofstraße zu minimieren und den Lärm etwa durch des nächtens abfahrende Kinobesucher so gering wie möglich zu halten, soll die Erschließung des Gebiets entlang der Bahngleise verlaufen. Derzeit läuft die Freistellungsprüfung, was bedeutet, dass jede betroffene Bahn-Gesellschaft untersucht, ob sie noch Bedarf an den Flächen hat. „Das dauert mindestens ein Jahr“, sagte Asam. Ausgang offen. Um zumindest die Wohnbebauung nicht weiter zu verzögern, blieb keine andere Wahl, als beide Projekte im Bauleitverfahren zu trennen und jeweils einen eigenen Bebauungsplan aufzustellen. „Ich bin mir sicher, dass wir auch hier eine Lösung finden“, zeigte sich Schrehardt trotz der Probleme optimistisch.

Eine solche scheint womöglich für den seit langem geforderten Gleisübergang gefunden. Eine ebenerdige Variante sei zwar endgültig vom Tisch, berichtete Asam nach Gesprächen mit der Bahn. Es gebe jedoch jetzt die Idee des Architekten, vom geplanten Parkdeck aus eine Brücke über die Gleise zu schaffen. „Die werden wir nun genauer prüfen.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

500 neue Medien warten in den Regalen
Winterzeit ist Lesezeit: Wer gerne in Büchern schmökert, kann in den beiden Schongauer Büchereien – am Münztor und Verklärung Christi – ab sofort auf viele neue Medien …
500 neue Medien warten in den Regalen
Keller Steff bringt „Kuhstall“ zum Beben
Mit dem Keller Steff kam zum Saison-Abschluss ein alter Bekannter in den „Kuhstall“ nach Schwabbruck. Das Publikum war wie immer begeistert, und Schäferwirt Stephan Kögl …
Keller Steff bringt „Kuhstall“ zum Beben
Winter-Street-Food wird kuschelig
Die Food Trucks für das nächste Street Food Festival stehen schon bereit, vom 23. bis zum 25. November werden wieder Schmankerl am Schongauer Marienplatz angeboten. …
Winter-Street-Food wird kuschelig
Einzelhändlerkreis statt Gewerbeverband?
Seit mittlerweile dreieinhalb Jahren steht der Peitinger Gewerbeverband ohne Vorstand da. Dass sich daran bald etwas ändert, ist nicht zu erwarten. Dabei wäre gerade im …
Einzelhändlerkreis statt Gewerbeverband?

Kommentare