+
Spalier zur Begrüßung: Nur alle paar Jahrzehnte wird eine neue Drehleiter angeschafft. Kein Wunder, dass die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Peiting die Ankunft des neuen Einsatzgerätes gebührend zelebrierten.

Drehleiter in Empfang genommen

Das neue Flaggschiff der Peitinger Feuerwehr ist da

Großer Bahnhof für das neue Flaggschiff der Peitinger Feuerwehr. Ein Empfang, der dem Stellenwert der neuen Drehleiter gerecht wird. In Doppelreihe haben die Wehrmänner & Frauen Spalier gebildet, um das brandneue Fahrzeug in Empfang zu nehmen.

Peiting – Irgendwie kommt Wehmut und etwas Mitleid auf, wenn man die alte Dame im Schatten des Feuerwehrhauses sieht. 27 Jahre hat sie auf dem Buckel, immer treue Dienste geleistet. Aber einmal ist Schluss, jetzt muss die Nachfolgerin in die Fußstapfen treten.

Ein voraussichtlich letztes Mal hat sich die alte Dame kräftig in den Himmel gestreckt, um an ihrer Spitze in luftiger Höhe die gehisste Fahne der Marktgemeinde festzuhalten. Die Rede ist von der alten Drehleiter mit der Kennung 30/1, die in wenigen Wochen ausgedient hat.

Die Neue ist im Anmarsch. Sie kommt an diesem Abend direkt aus Ulm von der Firma Magirus. Dort bekam in den letzten Wochen ein Team von fünf Personen der Peitinger Wehr eine detailierte Einweisung in das neue High-Tech-Fahrzeug. Denn Drehleiter ist nicht gleich Drehleiter, auch wenn das neue Prachtstück ebenfalls die Kennung 30/1 der Leitstelle erhalten wird. In nahezu dreißig Jahren hat sich eben die Technik gewaltig geändert.

Plötzlich ist es soweit: Genau um 19.30 Uhr ist das Martinshorn des neuen Fahrzeugs zu hören. Ein Spalier wird gebildet, das vorausfahrende Kommandofahrzeug eskortiert die Neue.

Die Begrüßung ist ein bedeutender Moment für den Kommandanten Klaus Straub und seine schlagkräftige Truppe. Alles geht ratzfatz. Das neue Schmuckstück fährt auf den Stellplatz, Motor aus. Obermaschinist Norbert Socher, der das letzte Stück gefahren ist, hat seine Sache gut gemacht.

Ganz klar, dass die neue Drehleiter nicht sofort in Dienst gestellt werden kann, obwohl sie einsatzbereit ist. Die neue Techink hat es einfach in sich, zahlreiche Übungsstunden werden folgen. Wie von Kommandant Klaus Straub zu erfahren ist, soll am 23. Februar des kommenden Jahres die feierliche Weihe des Fahrzeugs sein. Bis dahin soll die Truppe das Gerät beherrschen. Nicht zu übersehen, dass sich durch den nächtlichen Wirbel einige Gäste eingefunden haben.

Jetzt ist der Kommandant gefragt, um sein Fachwissen an den Mann zu bringen. Straub lässt die Beschaffung in kurzen Schritten Revue passieren. Nach dem Beschluss des Gemeinderats 2016 wurde das Fahrzeug europaweit ausgeschrieben. Natürlich hat man vorher den Markt abgegrast, um nach den optimalen Konfigurationen zu suchen. Die Auswertung der Angebote bezog sich auf Art und Qualität der Ausstattung und natürlich den günstigsten Preis.

Ursprünglich war man von 700 000 Euro ausgegangen, am Ende wurden es 630 000 Euro. „Ein super Preis für diese Ausstattung“, so der sichtlich zufriedene Kommandant. Nach Prüfung und Auswertung der Angebote wurde im November der Auftrag erteilt. Die Firma Daimler bekam den Zuschlag für das Fahrgestell, Magirus für den Aufbau der Drehleiter und die Firma B.A.S. für die Beladung zusätzlicher Ausrüstung. Nach fast einem Jahr konnte vor wenigen Tagen der Kommandant mit einem Fachgremium von fünf Mann in Ulm die Abnahme tätigen.

Großer Wert wurde bei dem neuen Fahrzeug vor allem auf die Leitertechnik gelegt. „Diese Ausführung ist ein Quantensprung“, lässt Straub in seine Ausführungen einfließen. Besonders auffallend das Knickgelenkteil an der Spitze der Leiter.

Durch den kürzeren Radstand ist das Fahrzeug wendiger, was in Wohnsiedlungen von großem Vorteil ist. „Vier Mann können jetzt in den Korb steigen, um von oben den direkten Angriff gegen den Brandherd durchzuführen“, so Straub weiter. Und setzt noch einen drauf: Durch zwei eingebaute Kameras und einen ferngesteuerten Wasserwerfer kann zum Beispiel von oben ein Brandherd mit Wasser gekühlt werden, ohne dass sich Personen im Korb befinden.

Hans-Helmut Herold

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

16-Jähriger vor Lagerhaus verprügelt
Vor dem Lagerhaus in Schongau kam es am frühen Sonntagmorgen zu einer Schlägerei, bei der ein 16-Jähriger verletzt wurde. 
16-Jähriger vor Lagerhaus verprügelt
Wieder Hoffnung durch eigene Schwester
Bewegender Zusammenhalt einer Dorfgemeinschaft: Bei einer Typisierungsaktion im November in Böbing, bei der für den an Leukämie erkrankten Alois Köpf ein geeigneter …
Wieder Hoffnung durch eigene Schwester
Schongauer Stadtbus fährt samstags weiter kostenlos
Gut angenommen worden ist im vergangenen Jahr das neue Angebot des Stadtbusses, der seit Sommer seine Fahrgäste auch samstags beförderte – und zwar kostenlos. So gut, …
Schongauer Stadtbus fährt samstags weiter kostenlos
„Anti-Abschiebe-Industrie“: Dobrindt liefert „Unwort des Jahres“ - das sagt er selbst dazu
Der vom örtlichen CSU-Bundestagsabgeordneten Alexander Dobrindt benutzte Begriff „Anti-Abschiebe-Industrie“ wurde diese Woche zum „Unwort des Jahres“ 2018 gewählt. Was …
„Anti-Abschiebe-Industrie“: Dobrindt liefert „Unwort des Jahres“ - das sagt er selbst dazu

Kommentare