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So soll die neue Zentralküche einmal aussehen. Am Entwurf selbst hat sich seit dem vergangenen Jahr nichts mehr geändert.

Bauprojekt in Herzogsägmühle

Neue Großküche wird zwei Millionen Euro teurer

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Herzogsägmühle will bekanntlich eine neue Großküche bauen. Fünf Millionen Euro hatte man im Diakoniedorf für das Projekt eingeplant. Doch diese Summe reicht nach neuester Schätzung bei weitem nicht aus. Um Kosten zu sparen, soll jetzt die Tiefgarage gestrichen werden. Im Bauausschuss war man darüber nicht begeistert, stimmte der Planänderung aber zu.

Herzogsägmühle – Im Juni vergangenen Jahres hatte der Gemeinderat sein Einverständnis für das Vorhaben gegeben, mit dem das Diakoniedorf die Weichen für die Zukunft der eigenen Gemeinschaftsküche stellen will. Diese ist aktuell im alten Gutshof untergebracht, stammt aus dem Jahr 1988 und entspricht schon länger nicht mehr den Anforderungen der heutigen Zeit. Das liegt vor allem an den räumlichen Gegebenheiten. Die verschiedenen Bereiche wie Lager, Küche und die Verladung in die Transportwagen ist auf unterschiedliche Stockwerke verteilt, es gibt nur einen Aufzug. Auch die immer strenger werdenden Hygiene-Auflagen lassen sich am jetzigen Standort nur schwer erfüllen.

Schon seit 2010 gab es deshalb Überlegungen für einen Neubau, 2014 lag die erste konkrete Planung vor. Verantwortlich zeichnet sich dafür das Schongauer Architekturbüro „plan3architekten“. Der Neubau, den Architekt Fritz Weinberger im vergangenen Jahr den Räten vorstellte, soll östlich des Mühlenmarkts entstehen und mit einer Größe von 26 auf 48 Meter alle logistischen Probleme lösen. Um die für so ein Bauvorhaben vorgeschriebenen Stellplätze nachzuweisen, hatte man außerdem im Untergeschoss eine Tiefgarage vorgesehen. 

Fünf Millionen Euro, hieß es damals, koste die neue Großküche mit 35 Mitarbeitern, in der pro Tag 1200 Essen zubereitet werden können. Mittlerweile steht allerdings fest, dass diese Summe bei weitem nicht ausreichen wird. „Die Kostenschätzung stammte aus dem Jahr 2015“, sagt Josef Schuh, als Leiter Service und Infrastruktur in Herzogsägmühle zuständig für das Projekt. Seitdem jedoch sind die Baukosten dramatisch gestiegen. Hinzu kommen neue technische Anforderungen. Die Lüftungsanlage etwa muss größer dimensioniert werden als ursprünglich geplant und passt damit nicht mehr aufs Dach. Die Verlegung in den Keller ist deutlich teurer. All das treibt den Gesamtpreis nach oben. Schuh: „Wir rechnen aktuell mit Kosten von 6,8 Millionen Euro.“

Noch nicht einmal eingerechnet ist dabei die Tiefgarage, die als erstes dem Rotstift zum Opfer gefallen ist. Das Gebäude soll nur noch teilunterkellert werden. Was allerdings bedeutet, dass man die geforderten 25 Stellplätze nun nicht mehr unterirdisch unterbringen kann, sondern oberirdisch nachweisen muss. Am Dienstag befand der Bauausschuss über die Planänderung. Wie Bettina Habersetzer vom Marktbauamt erläuterte, sollen auf dem Gelände der neuen Großküche insgesamt 20 Parkplätze neu gebaut werden, die restlichen fünf seien bereits in unmittelbarer Nähe vorhanden und könnten dem Bauvorhaben zugerechnet werden.

Im Gremium war man darüber nicht unbedingt begeistert. „Das ist ein Paradebeispiel für das Thema Flächenfraß“, stellte Peter Ostenrieder (CSU) fest. Angesichts der Kosten sei die Entscheidung aber nachvollziehbar. „Hier wäre die Staatsregierung in der Pflicht, solche Vorhaben zu fördern“, merkte Bürgermeister Michael Asam an, schließlich seien Tiefgaragen nun mal deutlich teurer als herkömmliche Stellplätze. Hermann Mödl (BVP) regte an, dass man Herzogsägmühle zumindest nahelegen sollte, beim Bau der neuen Parkplätze auf die Wasserdurchlässigkeit des Belags zu achten. „Das werden wir in den Beschluss aufnehmen“, versprach Asam. Einstimmig segnete das Gremium die Tekturänderung ab.

Auch Schuh hätte lieber die ursprüngliche Variante umgesetzt. „Den Flächenverbrauch sehen auch wir mit Sorge“, sagt er. Denn auch im Diakoniedorf seien die Grünflächen knapp und kostbar. Doch eine andere Lösung gebe es im Moment leider nicht, bedauert der Infrastruktur-Leiter. „Eine Tiefgarage ist im ländlichen Raum wirtschaftlich betrachtet einfach Luxus.“

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