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Neue Vorstandschaft (v.l.): Elisabeth Schödlbauer, Angelika Karg, Thomas Müller (BBV-Geschäftsstelle), Silvia Schlögel, Angelika Welz, Christine Sulzenbacher, Monika Blum, Maria Lidl, Anita Weber, Bezirksbäuerin Christine Singer.

Amt bleibt im Schongauer Land

Neue Kreisbäuerin aus Schwabsoien

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Das Amt der Kreisbäuerin bleibt im Schongauer Land: Für die Peitingerin Silvia Schlögel, die nach zehn Jahren nicht mehr angetreten ist, wurde gestern Christine Sulzenbacher aus Schwabsoien gewählt. Weil auch die komplette Vorstandschaft neu im Amt ist, wurde es ein Tag der Abschiede.

Peiting – Bei den Ortsbäuerinnen geht es lustig zu, das musste auch Wolfgang Scholz feststellen. „Ganz schön laut hier“, sagte er schmunzelnd, als er in der Peitinger Zechenschenke angekommen war und die rund 35 Frauen lautstark miteinander diskutierten. „Ich bin froh, dass ihr den Weg nach Peiting gefunden habt, aber zum Abschied habe ich mir ein Heimspiel gegönnt“, sagte die scheidende Kreisbäuerin Silvia Schlögel, waren doch die meisten Veranstaltungen stets im Raum Weilheim. „Wir hätten fast ein Navi gebraucht“, schallte es unter lautem Gelächter zurück.

Doch schnell wurde es ernst, als der Rückblick auf die vergangenen fünf Jahre anstand. Weil Schlögel zwar die Frontfrau war, die im öffentlichen Fokus stand, aber immer die Teamarbeit betont hat, wollte sie keinen Solo-Rückblick halten, sondern ließ jedes Vorstandsmitglied einen Teilaspekt beleuchten.

Schlögels Stellvertreterin Brigitte Albrecht konzentrierte sich auf die Unterschriftensammlungen wie „Bayern braucht Bauern“ – für Albrecht ein ganz „dringendes und drängendes Thema, weil alle uns Landwirte brauchen und wir deshalb selbstbewusst sein dürfen“. Auch die Hebammen-Versorgung auf dem Land lag Albrecht, bereits fünffache Oma, sehr am Herzen, ebenso wie zum Schulfach Alltagskompetenz. „Es sind dicke Bretter zu bohren, aber es bringt was.“

Hanni Köpf erinnerte an die vielen Aktionen zum Tag der jungen Bäuerin, Christine Berchtold an die Landfrauentage mit zum Teil hochkarätigen Gästen wie der österreichischen Bundesbäuerin. Emma Klein ließ Ausflüge wie in die Pfalz, nach Südtirol oder Innsbruck noch einmal lebendig werden, Marianne Zwink stellte Vorträge zu wichtigen Themen wie Frauengesundheit, Patientenverfügung oder Erben heraus.

Anneliese Kratz schließlich betonte die erfolgreichen Wettbewerbe, die die Landfrauen gestartet haben, wie „Heit no Bäuerin sein“ oder das „kuhlste Kuhfoto“. Der Kaffee- und Kuchenverkauf an der Oberlandausstellung habe insgesamt 14 000 Euro eingebracht. Auch der Hüttenzauber in Weilheim vor rund zwei Jahren, an dem in drei Tagen 40 Kilo Plätzchen verkauft wurden, sowie das Frühstück für die tausenden Teilnehmer der BR-Radltour waren Höhepunkte..

Die ausgeschiedene Vorstandschaft.

Der Kassenstand sank deutlich von 11 700 auf 5300 Euro – bewusst, wie Schlögel sagte: „Wir wollten nicht so geschäftstüchtig sein.“ Stattdessen wurde fleißig gespendet, insgesamt 18 000 Euro, darunter 13 000 an die Dorfhelferinnen und 3000 ans Hospiz. Nachdem sich in einem wahren Verabschiedungs-Marathon alle bei allen mit Geschenken bedankt hatten, richtete Schlögel noch einmal das Wort an ihre Ortsbäuerinnen. Sie sei zuletzt oft gefragt worden, ob sie es nicht vermissen werde, wichtige Leute zu treffen. „Aber das ist mir völlig egal.“ Die kleinen Dinge seien es, die wichtig seien, wie einem Landwirt nach dem Tod der Frau zu helfen oder ein behindertes Kind beim Hofbesuch zum Lachen zu bringen.

Nach kurzen Reden von Bezirksbäuerin Christine Singer, die sich bei Schlögel für ihre Kreativität sowie Schwung und Energie bedankte, und Wolfgang Scholz, der über die einseitige Trennung seiner „dienstlichen Ehefrau“ trauerte („wir wären nie so stark gewesen, wenn wir nicht so eng zusammengearbeitet hätten“), standen die Neuwahlen an. Da hatte die Vorstandschaft gut vorgearbeitet, die Nachfolgerin stand parat: Als einzige Kandidatin wurde Christine Sulzenbacher (48), zweifache Mutter und Milchbäuerin aus Schwabsoien, ohne Gegenstimme gewählt. Ihre Stellvertreterin ist Maria Lidl (52) aus Penzberg, vierfache Mutter und ebenfalls Milchbäuerin.

„Ich hoffe, dass wir das alles schaffen und auch so ein gutes Team werden“, sagte Sulzenbacher in ihrer kurzen Antrittsrede. Ihr zur Seite stehe in der Vorstandschaft die Beisitzerinnen Angelika Karg (40, Etting), Angelika Welz (46, Steingaden), Elisabeth Schödlbauer (47, Oberhausen), Monika Blum (51, Obersöchering) und Anita Weber (49, Pähl).

Bilder: Ein Rückblick auf die Amtszeit von Silvia Schlögel

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