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Das Kreuzerhaus an der Schongauer Straße gehört seit über 100 Jahren zum Peitinger Ortsbild. Jetzt will es die Gemeinde verkaufen.

Verkauf im Bieterverfahren

Neue Pläne fürs alte Kreuzerhaus in Peitings Ortsmitte

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Dass sich das Kreuzerhaus in der Peitinger Ortsmitte in einem erbarmungswürdigen Zustand befindet, ist seit langem kein Geheimnis. Jetzt hat sich die Marktgemeinde entschieden, wie es mit dem mehr als ein Jahrhundert alten Gebäude weitergehen soll.

Peiting – Es war nur ein kurzer Satz zu Beginn der Gemeinderatssitzung am vergangenen Dienstag, doch was Hauptamtsleiter Stefan Kort bekannt gab, ließ aufhorchen. Nichtöffentlich hatte sich das Gremium demnach mit der Zukunft des Kreuzerhauses in der Schongauer Straße beschäftigt und beschlossen, das alte Gebäude im Bieterverfahren zu verkaufen.

Das Kreuzerhaus ist schon länger ein Sorgenkind der Gemeinde. „Es ist in einem schlechten, sehr maroden Zustand“, sagt Kort über das 1897 erbaute Gebäude, welches sich bereits seit Jahrzehnten im Besitz des Markts befindet. Die Witwe des Zahnarztes Kreuzer hatte es der Gemeinde einst vermacht. Der Dachstuhl ist morsch, weshalb schon vor einiger Zeit die letzten Mieter ausziehen mussten. Auch die Ladenfläche im Erdgeschoss stand lange leer, ehe Ende 2014 erst der Lieblingsladen im Rahmen des Existenzgründerprogramms und seit 2016 das Begegnungscafé des Asylhelferkreises für Belebung sorgten.

Wegen der schlechten Bausubstanz hatten die Räte schon 2015 hinter verschlossenen Türen darüber beraten, ob sich eine Sanierung lohnt – mit negativem Ergebnis. Damals stand im Raum, das altersschwache Haus abzureißen. Die entsprechenden Kosten waren bereits im Haushalt 2016 eingeplant. Doch der Einzug des Begegnungscafés ließen die entsprechenden Pläne erst einmal in der Schublade verschwinden.

Dort werden sie auch bleiben, denn mit dem Verkauf im Bieterverfahren will die Gemeinde nun einen anderen Weg einschlagen. Nicht sie selbst, sondern ein potenzieller Käufer soll die Zukunft des Areals im Ortszentrum in die Hand nehmen. Gänzlich freie Hand hat ein Investor allerdings nicht, wie Kort betont. Denn wer bietet, muss gleichzeitig einen Planungsentwurf vorlegen, der zeigt, was mit dem Kreuzerhaus und dem Grundstück passieren soll.

Ein Abriss ist damit freilich nicht vom Tisch. Angesichts des schlechten Zustands des Gebäudes sei ein Erhalt auch bei einem Verkauf wenig wahrscheinlich, gibt sich der Geschäftsstellenleiter keinen Illusionen hin. „Die Kosten für einen Abriss müssen wir deshalb möglicherweise im Verkaufspreis berücksichtigen.“ Wo dieser im Bieterverfahren startet, werde nun anhand des Bodenrichtwerts ermittelt. Fest steht dagegen bereits, was mit dem Erlös geschehen wird, sollte die Gemeinde einen Investor finden. „Die Einnahmen wollen wir für die Jugendarbeit verwenden“, kündigt Kort an, der dabei an einen möglichen Neubau des Jugendzentrums denkt.

Und auch für das Begegnungscafé, das bei einem Verkauf des Kreuzerhauses weichen müsste, gibt es bereits eine Lösung. Die beliebte Einrichtung zieht in die Ammergauer Straße in die ehemaligen Räume der Tourist Information, die bekanntlich seit September im früheren Raiffeisenbankgebäude am Hauptplatz untergebracht ist. „Wir haben uns mit dem Vermieter schon auf einen adäquaten Mietpreis geeinigt“, teilte Bürgermeister Michael Asam in der Sitzung mit.

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