Das ehemalige Autohaus Schaumberger in Peiting
+
Im Erdgeschoss des Schaumbergergebäudes soll eine Bäckerei einziehen. Für das zugehörige Café wird das Dach der früheren Tankstelle eingehaust.

Nutzungsänderung genehmigt

Schaumberger-Anwesen: Peitinger Bausschuss gibt grünes Licht für Bäckerei und neue Wohnungen

  • Christoph Peters
    vonChristoph Peters
    schließen

Wo einst schicke BMWs den Besitzer wechselten, können die Peitinger wohl bald Semmeln und Brezn ordern. Im ehemaligen Autohaus Schaumberger soll eine Bäckerei entstehen, auch zusätzlicher Wohnraum ist geplant. Im Bauausschuss stieß das Bauvorhaben auf Zustimmung – doch es gab auch Kritik.

  • Neben dem Pizza-Lieferdienst im Erdgeschoss soll eine Bäckerei mit Café entstehen.
  • Sanierungs-Architektin äußert Kritk an dem Umbauvorhaben.
  • Auch auf dem Gelände des früheren Autohauses soll sich im Zuge der Bauarbeiten etwas tun.

Peiting – Schon vor drei Jahren hatte sich der Peitinger Ausschuss mit dem ehemaligen Autohaus Schaumberger in der Azamstraße beschäftigt. Damals ging es um eine Nutzungsänderung für einen Pizza-Lieferdienst, der in zu dieser Zeit leerstehende Räume im Erdgeschoss einziehen sollte. Auch in der jüngsten Sitzung stand erneut eine Nutzungsänderung für das Gebäude auf der Tagesordnung, doch diesmal fiel das Vorhaben der Eigentümer ungleich größer aus.

So sollen nicht nur die Räume neben dem Lieferdienst, die derzeit noch ein Sportwetten-Anbieter nutzt, zu einer Bäckerei umgebaut werden. Um Platz für einen Cafébereich zu schaffen, soll gleichzeitig das Vordach der ehemaligen Tankstelle eingehaust werden, erklärte Marktbaumeister Fabian Kreitl. Der Clou: Die Dachfläche soll künftig als Terrasse für Bewohner des oberen Stockwerks dienen.

Stellplätze auf dem Gelände reichen aus

Auch hier wird kräftig ausgebaut. Insgesamt vier Wohneinheiten seien geplant, sagte Kreitl. Erschlossen werden sie durch ein neues außenliegendes Treppenhaus. Die Treppe im Inneren fällt damit weg. Durch den dadurch gewonnenen Platz im Erdgeschoss stünde dem Pizza-Lieferdienst künftig deutlich mehr Fläche zur Verfügung, so Kreitl. Auch die erforderlichen Stellplätze auf dem Gelände nachzuweisen, sei kein Problem. Für den Marktbaumeister alles in allem eine gelungene Lösung. „Wenn hier eine Verbesserung stattfindet, kann man das nur begrüßen.“

So sieht der Entwurf für den Umbau aus. Gut zu erkennen ist die Einhausung für den Café-Bereich der Bäckerei.

Kritisch äußerte sich dagegen die gemeindliche Sanierungsarchitektin Petra Asanger-Strobl. Sie war von der Bauverwaltung um eine Stellungnahme gebeten worden, weil das Schaumberger-Anwesen im Sanierungsgebiet der Gemeinde liegt. Zwar begrüßte die Expertin, „dass das Gebäude mit original 50-er/60-er-Jahre Stilmitteln, wie der halbrunden ehemaligen Tankstellenüberdachung mit der schönen Mittelstütze, rund gemauerten Gebäudeecken und dem Aufschieblingwalmdach, erhalten bleibt“. Der Bauherr habe die Originalität der Überdachung wohl erkannt.

Weniger gelungen fand Asanger-Strobl dagegen das umlaufende Glasgeländer im Obergeschoss und den Flachdachkubus samt Balkongeländer, die „die bestechende Klarheit des Baukörpers“ zerstören würden. Auch die geplante Doppelgaube, die zu exponierte Außentreppe und die einflügeligen Fenster seien gestalterisch kritisch zu sehen, so die Expertin.

Dialog zwischen Sanierungsexpertin und Bauherrn gefordert

Im Bauausschuss kamen die mahnenden Worte durchaus an. Herbert Salzmann forderte, dass ein Dialog zwischen Bauwerber und Sanierungsexpertin stattfinden müsse. Wichtig sei auch, dass das Gelände im Zuge der Bauarbeiten vernünftig aufgeräumt werde. Das habe der Bauherr bereits zugesichert, sagte Kreitl. Auch Michael Deibler sah Verbesserungsbedarf. „Das Gelände ist ein Filetstück, da habe ich ein Problem damit, dass nur stückweise etwas gemacht wird“, so der CSU-Fraktionschef, der ebenfalls anregte, alle Beteiligten an einen Tisch zu bringen und bis dahin den Bauantrag zu vertagen.

Kein schöner Anblick ist derzeit das Schaumberger-Gelände. Doch das soll sich mit den Bauarbeiten ändern

Doch damit handelte sich Deibler Gegenwind aus den eigenen Reihen ein. Er warne vor einem frustrierten Eigentümer, der dann gar nichts mache, gab sein Fraktionskollege Norbert Merk zu bedenken. „Wir sollten jetzt ein Signal geben und zustimmen.“ Auch Franz Seidel (BVP) war gegen eine Vertagung. Die Sanierungsexpertin hinzuzuziehen sei gut, aber „wir sollten es dennoch jetzt auf den Weg bringen“. Es könne nur besser werden als es jetzt sei, sagte Seidel. „Der Eigentümer hat sich schon Gedanken gemacht.“

Bürgermeister Peter Ostenrieder plädierte ebenfalls dafür, dem Bauantrag zuzustimmen, verbunden mit dem Hinweis an den Bauherren, die gestalterischen Punkte noch einmal mit Asanger-Strobl zu besprechen. „Was soll der Bauherr noch mit jemanden reden, wenn wir zugestimmt haben?“, ärgerte sich Salzmann. „Da fragt man sich, weshalb wir eine Sanierungsexpertin haben. Es ist ja nicht das erste Mal, dass sie übergangen wird.“ Seine mahnenden Worte verfingen nicht. Mit 6:3-Stimmen folgte das Gremium dem Vorschlag des Bürgermeisters.

Lesen Sie auch:

Die Pläne für den neuen Baumarkt in Peiting haben eine weitere wichtige Hürde genommen. In der jüngsten Sitzung hat der Marktgemeinderat die eingegangenen Stellungnahmen zum Flächennutzungs- und Bebauungsplan mit großer Mehrheit gebilligt. Kritik kam von Grünen, UP und ÖDP.

Die Premiere im vergangenen Jahr war ein voller Erfolg: Über 43 000 Kilometer legten die über 300 Peitinger Teilnehmer der Aktion Stadtradeln gemeinsam zurück. Kein Wunder also, dass die Marktgemeinde heuer einen zweiten Anlauf wagt. Am 3. Oktober fällt der Startschuss.

Auch interessant

Kommentare