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Positive Signale für Mini-Häusern aus dem Peitinger Rathaus

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Von: Christoph Peters

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Tiny-House
Wohnen auf 20 Quadratmetern: Tiny Houses erfreuen sich steigender Beliebtheit. © Guido Kirchner

Ein erster Anlauf für den Bau von Tiny Houses war im vergangenen Jahr am Veto des Gemeinderats gescheitert, jetzt unternimmt die Diakonie Herzogsägmühle an anderer Stelle einen neuen Versuch. Aus dem Peitinger Rathaus gibt es bereits positive Signale für das Vorhaben.

Herzogsägmühle – Fast genau ein Jahr ist es her, da sorgte der Vorstoß aus Herzogsägmühle, ein noch freies Baugrundstück am Roten Berg im Ort für den Bau von vier Tiny Houses zu nutzen, für eine lebhafte Diskussion im Peitinger Gemeinderat. Viele Räte zeigten sich von der Idee durchaus angetan, am Standort allerdings schieden sich die Geister. Mitten im Wohngebiet würden die Mini-Häuser wie Fremdkörper wirken, fürchteten Kritiker. Marktbaumeister Fabian Kreitl warnte vor einem Präzedenzfall, sollte man den Bebauungsplan entsprechend ändern. Da half es auch nichts, dass Befürworter in den in der Regel zwischen 15 und 20 Quadratmeter großen Mini-Häusern eine Möglichkeit sahen, günstigen Wohnraum für jene zu schaffen, die sich ein normales Haus nicht mehr leisten können: Am Ende verweigerte das Gremium dem Vorhaben mit durchaus deutlicher Mehrheit die Zustimmung (wir berichteten).

Nach Ablehnung: Neuer Versuch an anderem Standort

In Herzogsägmühle hat man sich davon offenbar nicht entmutigen lassen – im Gegenteil: Statt das Projekt nach der Absage zu begraben, ging man auf die Suche nach einem besser geeigneten Standort. Zwei Grundstücke rückten dabei laut Herzogsägmühle-Geschäftsführer Wilfried Knorr in den Fokus. Das eine, welches südlich des sogenannten „Casa Verde“ liegt, ist zwischenzeitlich allerdings schon wieder für eine andere Nutzung im Gespräch. Weil die derzeit noch für die Flüchtlingshilfe genutzten Wohncontainer neben dem Verwaltungsgebäude mittelfristig verschwinden sollen, könnte auf dem „Filestück“ (Knorr) eine alternative Unterbringungsmöglichkeit entstehen.

So konzentrieren sich die Tiny House-Bemühungen auf das zweite Grundstück. Das befindet sich westlich der Alfons-Brandl-Schule und würde genügend Platz für bis zu sieben der Mini-Häuser bieten, wie Knorr jüngst im Rahmen der Jahrespressekonferenz im Diakoniedorf verriet. Es sei aufgrund seiner Randlage bestens für das Vorhaben geeignet, betonte in diesem Zug auch Mit-Geschäftsführer Hans Rock. „Wir würden damit eine Lücke schließen.“

Auch sonst spricht aus Sicht von Knorr viel für das Areal. So sei eine geeignete Zufahrt für die Anlieferung der Tiny Houses vorhanden, durch das Grundstück verlaufe zudem der Abwasserkanal und die Versorgungsleitungen für die benachbarte Schule. „Die Erschließung wäre mit geringem Aufwand möglich.“ Auch über das weitere Prozedere hat man sich bereits Gedanken gemacht. Vergeben werden sollen die Parzellen für die Tiny Houses an Dritte auf Erbpacht. Der Kreis jener, die sich bewerben können, sei dabei nicht auf Bewohner oder Mitarbeiter von Herzogsägmühle beschränkt, betont Knorr.

Bürgermeister hält jetzt avisiertes Grundstück für besser geeignet

Im Peitinger Rathaus sieht man den neuerlichen Vorstoß nach ersten Gesprächen positiv, wie Bürgermeister Peter Ostenrieder auf Nachfrage der Heimatzeitung sagt. Das nun avisierte Grundstück sei deutlich besser geeignet als jenes am Roten Berg. Noch seien aber ein paar Fragen offen, etwa die, wie das Vorhaben mit dem Status des Diakoniedorfs als Sondergebiet für soziale Zwecke vereinbar sei. Weitere Gespräche sollen deshalb folgen.

Das letzte Wort in der Sache hat dann erneut der Peitinger Gemeinderat. Ob er diesmal den Weg für die ersten Tiny Houses in der Marktgemeinde frei macht, wird sich zeigen.

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