Auf dieser Fläche neben der Peitinger Eishalle sollen drei zusätzliche Wohnmobil-Stellplätze ausgewiesen werden.
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Auf dieser Fläche neben der Eishalle sollen drei zusätzliche Wohnmobil-Stellplätze ausgewiesen werden.

Gemeinderat Peiting

Camping seit Corona-Krise immer beliebter: Neuer Wohnmobil-Standort am Peitinger Eisstadion

  • Christoph Peters
    vonChristoph Peters
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Ausflüge mit dem Wohnmobil erfreuen sich seit der Corona-Krise wachsender Beliebtheit. Das merkt man auch in Peiting. Das Campen soll in geordnete Bahnen gelenkt werden.

Peiting – Wer derzeit verreisen will, hat es schwer. Für viele Länder gelten wegen Corona Beschränkungen, und auch hierzulande sind Hotels und Pensionen noch immer geschlossen für Touristen. Wohl dem, der über ein Wohnmobil verfügt und seine Übernachtungsmöglichkeit quasi immer dabei hat. War das Verreisen mit dem Campingbus schon vor der Pandemie angesagt, ist es in der Krise zum regelrechten Trend geworden. Das merkt man auch in Peiting. Die vor einigen Jahren eingerichteten drei Wohnmobilstellplätze am Wellenfreibad sind längst kein Geheimtipp mehr. Was die Gemeinde auf der einen Seite freut, schließlich sind Touristen in Peiting gern gesehene Gäste, wird auf der anderen zum Problem. Denn im Sommer stehen regelmäßig mehr Wohnmobile auf dem Parkplatz als eigentlich vorgesehen. Teilweise habe man bis zu sieben Fahrzeuge gezählt, berichtete Kämmerer Christian Hollrieder in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Gerade an heißen Tagen werde es dann eng, wenn viele Besucher des Freibads einen Parkplatz suchen.

Um Abhilfe zu schaffen, regte die Verwaltung an, eine Stellplatz-Satzung zu erlassen, die künftig genau regeln sollte, wo Reisegefährte in Peiting stehen dürfen. Fürs Wellenfreibad sah der Vorschlag fünf Stellplätze vor, weitere drei Plätze sollten demnach neben dem Eisstadion geschaffen werden. Die Fläche sei zentrumsnah, in der Nähe der Straßenbeleuchtung, und man könne dort zu einem späteren Zeitpunkt unkompliziert Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten schaffen, nannte Hollrieder die Vorteile des Standorts. Überall sonst im Gemeindegebiet wäre mit Erlass der Satzung das Abstellen von Wohnmobilen zu touristischen Zwecken untersagt. Das zuletzt häufig beobachtete wilde Campen am Grubsee, Schnalz und Niederwies hätte damit ein Ende.

Mit großen Baumstämmen hat der Bauhof am Wellenfreibad die Wohnmobil-Stellplätze markiert.

Im Gremium ging es anschließend weniger um die Frage, ob man eine Satzung erlassen sollte, als um die Zahl und die Standorte der Wohnmobilplätze. Günter Franz (Grüne) waren fünf feste Plätze am Wellenfreibad zu viel des Guten. „Im Sommer wird’s da zu eng.“ Er schlug vor, es bei drei zu belassen und lieber am Eisstadion zwei weitere Abstellmöglichkeiten vorzusehen. Auch die vorgesehene Zahl von maximal drei Übernachtungen gingen Franz zu weit. „Eine Nacht ist ausreichend.“

Diese Möglichkeit bestehe freilich auch künftig im gesamten Gemeindegebiet, wies Bürgermeister Peter Ostenrieder auf die Gesetzeslage hin, die Fahrern ein Ausruhen über Nacht erlaube. Michael Deibler (CSU) erinnerte daran, dass Wohnmobilisten wichtig für den Tourismus seien und die Drei-Tage-Regelung deshalb durchaus Sinn mache. Das bestätigte auch Tourismus-Experte Andreas Schmid (BVP). Rund 50 Euro ließen Wohnmobilisten im Schnitt laut Statistik pro Tag im Ort. Man dürfe zudem nicht vergessen, dass die Camper auch das Freibad nutzen würden, erinnerte Ostenrieder.

Licht für Camper und eine Entsorgungs-Station

Dass man die Wohnmobilisten nicht als Ärgernis, sondern als Bereicherung für den Ort sieht, daran ließen die Gemeinderäte bei der Diskussion um die Stellplatz-Satzung keinen Zweifel. Hermann Mödl plädierte dafür, das Angebot eher noch weiter auszubauen. Der BVP-Rat dachte dabei vor allem an eine vernünftige Entsorgungsmöglichkeit. Die sei wichtig für Wohnmobilisten und fehle derzeit noch in der Marktgemeinde. Bürgermeister Peter Ostenrieder zeigte sich offen für die Anregung. Bislang verweise man die Gäste nach Schongau, wo es eine Ver- und Entsorgungsmöglichkeit gebe. „Das ist eine faire Geschichte und wird gut angenommen.“ Wenn man eine solche Anlage auch in Peiting schaffen wolle, müsse man aber bedenken, dass „wir dann über nicht unerhebliche Kosten reden“. Die Folge wäre, dass man die Stellplätze nicht mehr kostenfrei anbieten könne. Häufiger als eine Entsorgungsmöglichkeit vor Ort vermissen Gäste laut Verwaltung ohnehin etwas anderes, nämlich ausreichend Licht am Parkplatz des Wellenfreibads. Da müsse dringend etwas passieren, forderte auch Alex Zila (Unabhängige). „Nachts ist es da stockduster.“

Was Franz’ Bedenken hinsichtlich der Stellplatzzahl betraf, hatte der Rathauschef noch ein Ass im Ärmel. Weil die Gemeinde im vergangenen Jahr ein zusätzliches Grundstück am Bad habe erwerben können, plane man den Parkplatz 2022 zu vergrößern, kündigte er an. Alfred Jocher (BVP) überzeugte das nicht. An guten Badetagen zähle jeder Stellplatz. Er schlug deshalb eine zeitliche Begrenzung auf drei Plätze von Juni bis September vor.

Zwiegespalten zeigte sich das Gremium auch, was den geplanten Standort an der Eishalle anging. Ob Gäste einen guten Eindruck von der Marktgemeinde bekämen, wenn sie direkt neben dem oft vermüllten Glascontainer ihr Quartier aufschlagen müssten?, fragte sich nicht nur Claudia Steindorf (SPD). Auch Schmid sprach von einem „suboptimalen Standort“. Sein Vorschlag, die Plätze lieber neben dem Fitnessparcours zu schaffen, scheiterte allerdings an dem dort vorgesehenen Kiss-and-Ride-Parkplatz für den neuen Kindergarten. So blieb es am Ende mangels besserer Alternative beim vorgeschlagenen Standort – auch, weil Ostenrieder betonte, dass er nur als Ausweichmöglichkeit dienen solle, falls alle Plätze am Bad belegt seien. Mit 15:4-Stimmen wurde die Satzung wie vorgeschlagen beschlossen.

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