1. Startseite
  2. Lokales
  3. Schongau
  4. Peiting

Neues Buch von Hans Schütz: Drei Zeilen, die alles sagen

Erstellt:

Von: Christoph Peters

Kommentare

null
Hans Schütz mit Lore Kienzl nach getaner Arbeit. Während der Peitinger die Haikus zu Papier brachte, schuf die Fuchstalerin die passenden Zeichnungen. © Privat

Wer rastet, der rostet: Das dachte sich auch Hans Schütz. Der Peitinger Lehrer und Autor verordnete sich frisch nach seiner Pensionierung eine besondere lyrische Herausforderung. Das wunderbare Ergebnis ist jetzt auf 126 Seiten nachzulesen.

Peiting – Wenn im Schongauer Land der Name Hans Schütz fällt, dann nicken Literatur-Kenner sofort anerkennend mit dem Kopf. Kein Wunder, schließlich hat sich der 66-jährige Peitinger längst einen Namen in der Szene gemacht. Seit seinem autobiografischen Erstlingswerk „Nebelstochern – Eine Kindheit am Lech“, das 2006 erschien, hat Schütz seiner Liebe zur Literatur freien Lauf gelassen. Ob Roman, Mundart-Texte oder lyrische Prosa: Der Literat zeigte sich dabei über die Jahre erstaunlich vielseitig.

In seinem neuesten Band hat sich Schütz mit dem traditionellen japanischen Haiku nun einer ganz besonderen Gedichtform gewidmet. „Mit Haikus habe ich mich schon seit vielen Jahren beschäftigt. Das ist für jemanden, der auch häufig Naturgedichte schreibt, nichts ungewöhnliches“, sagt der Peitinger. Schon in seinem Werk „Lyrisches Menü“ hatte der 66-jährige der Gedichtart, die meist nur aus drei Wortgruppen besteht und deshalb als kürzeste Gedichtform der Welt gilt, ein eigenes Kapitel gewidmet. Dass es nun ein ganzes Buch geworden ist, ist einem besonderen Vorsatz geschuldet, den Schütz Ende 2015 gefasst hatte. Ein ganzes Jahr lang wollte er täglich mindestens ein Haiku verfassen. „Frisch in Pension gegangen, schien mir das ein gutes Vorhaben zu sein, um den neuen Lebensabschnitt gleich einmal eine literarische Struktur zu verpassen“, blickt der ehemalige Mittelschullehrer zurück.

Tatsächlich schaffte es Schütz, seine Idee in die Tat umzusetzen. Gerade am Anfang sei ihm das problemlos von der Hand gegangen, erzählt Schütz. „Es gab Tage, da hab’ ich gleich mehrere Gedichte zu Papier gebracht.“ Doch natürlich hat es auch Tage gegeben, an denen der Dichter mit sich rang, gar mit seinem Vorhaben haderte. „Soweit, dass ich ans Abbrechen gedacht hätte, ist es aber nicht gekommen, letztendlich hat das alles doch sehr viel Spaß gemacht“, sagt der Peitinger. Wer genau hinsieht, kann die Stimmungsschwankungen beim aufmerksamen Lesen erspüren. Etwa wenn der 66-jährige schreibt: „Wortmüde sitz ich – selbst Haikus sind mir zu viel – vor dem leeren Blatt“.

Natürlich spielen in Schütz’ Versen die Jahreszeiten eine wichtige Rolle, der Band ist aufgeteilt in Monate. Es sind dabei oft persönliche Beobachtungen, die der Autor schildert. „Mit dem Rad ins Dorf – eiskalt beißt der Ostwind zu – Eiszapfenfinger“. Auch Schütz’ persönliche Affinität zu Umweltthemen, denen sich der grüne Kreisrat seit langem widmet, taucht immer wieder auf, etwa wenn es heißt: „Wildblumenwiese – vom Silowahnsinn verschont – welche Farbenpracht“. Manche Gedichte lassen den Leser auch schmunzeln („Insektenstiche – überall juckt und beißt es – ich werd’ zum Mörder“).

Besonders freut den Peitinger, dass er die Fuchstaler Künstlerin Lore Kienzl gewinnen konnte, den Gedichtband zu illustrieren. „Mit ihr zusammenzuarbeiten, war mir ein besonderes Vergnügen“, betont der 66-Jährige. Kienzl war auch für das hintersinnige Cover zuständig, auf dem eine Kuh und ein Hai zu sehen sind. Wie das zusammenpasst? „Sprach der Hai zur Kuh: Wenn wir zusammen dichten, heißt das dann Haiku?“ Noch Fragen? Alles Haiku!

Buchvorstellung

Am Sonntag, 18. November, stellt Hans Schütz seinen neuesten Gedichtband im Grünen Salon in Peiting vor. Beginn ist um 19 Uhr.

Auch interessant

Kommentare