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Der frühere Staatsminister Thomas Goppel bei seinem Vortrag am Neujahrsempfang der Peitinger CSU im voll besetzten Sparkassensaal.

Voll besetzter Sparkassensaal

Neujahrsempfang: CSU Peiting startet mit Goppel ins neue Jahr

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Wenn die Peitinger CSU ruft, dann kommen sie alle – das gilt besonders im Jahr der Kommunalwahl. Von CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt bis zur Landrätin Andrea Jochner-Weiß reichte die illustre Gästeschar beim traditionellen Neujahrsempfang am Donnerstag. Für markige Worte sorgte diesmal ein CSU-Urgestein.

Peiting– Thomas Goppel musste Geduld mitbringen, bis er am Donnerstagabend endlich ans Rednerpult treten durfte. „Ich habe mitgestoppt, es waren jetzt 58 Minuten Grußworte“, sagte der Gastreferent des Neujahrsempfangs der Peitinger CSU. Und fügte schmunzelnd hinzu, was in diesem Fall wie eine Drohung klang. „Normalerweise steht dem Festredner die eineinhalbfache Zeit der Grußwortredner zu.“

Natürlich hatte Peter Ostenrieder den Begrüßungsreigen eröffnet. Er, der Bürgermeisterkandidat der Peitinger CSU, nutzte die Gelegenheit, um Werbung in eigener Sache zu machen. Die nahe Kommunalwahl, sie war an diesem Abend erwartungsgemäß das große Thema. Es werde ein entscheidendes Jahr für Peiting, sagte Ostenrieder. Man habe lange hingefiebert auf 2020, das in der Marktgemeinde eine neue Ära einleiten werde. 

Bürgermeister Michael Asam, auf dessen zuende gehende Wirkungszeit Ostenrieder anspielte, saß in der ersten Reihe, hörte zufrieden zu, wie der CSU-Fraktionschef die Zusammenarbeit der letzten Jahre lobte. „Die Worte haben mich jetzt so melancholisch gestimmt, dass ich fast weitermachen will“, scherzte der scheidende Rathauschef, als er später selbst ans Rednerpult trat. Eine Wahlempfehlung könne er allerdings nicht aussprechen: „Ich hab’ da eine gewisse Verpflichtung.“ So eng ist die Verbundenheit von SPD und CSU dann doch wieder nicht.

Neujahrsempfang der Peitinger CSU 2020 - die Bilder

Die Wahlempfehlung für Ostenrieder übernehmen andere. Landrätin Andrea Jochner-Weiß etwa, die selbst für ihre Wiederwahl im Amt warb, indem sie auf das Erreichte der vergangenen sechs Jahre zurückblickte. Oder CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt, der in seinem Grußwort nicht nur Bürgermeisterkandidaten und Landrätin hochlobte, sondern auch den Bogen von den Goldenen 20ern zur sich immer schneller drehenden, digitalisierten Welt spannte. Bei aller Geschwindigkeit sei das gewohnte Umfeld, die eigene Heimat, „unglaublich wichtig“. Mit der Wahl habe jeder selbst Einfluss darauf, dass die alte Heimat vertraut und nahe bleibe, betonte Dobrindt.

An dem Landesgruppenchef war es dann auch, den Hauptredner des Abends vorzustellen. Thomas Goppel sei einer seiner wichtigsten Ansprechpartner, betonte Dobrindt. „Sein Rat ist mir sehr viel wert.“ Vorsitzender der Senioren-Union, Präsident des Bayerischen Musikrats, Vorsitzender des Landesdenkmalamts, über 40 Jahre im Landtag: Als Politik-Urgestein weiß Goppel, wie man das Publikum begeistert. Als stünde er beim Starkbieranstich im voll besetzten Bierzelt und nicht beim Neujahrsempfang im tristen Peitinger Sparkassensaal, legte der 72-Jährige los. Er stichelte gegen Greta Thunberg, die mit dem Schiff nach New York fahre, aber keine Lösungen anzubieten hätte. 

Obwohl immer mehr Menschen nach Bayern zögen, wähle die Mehrheit weiter CSU. „Das zeigt, das unser Konzept stimmt.“ Wenn es einem hier nicht gefalle, dann solle er besser gehen und nicht verlangen, dass die anderen sich ändern. „Wir haben immer darauf geachtet, jeden ernst zu nehmen, aber nie gesagt, dass wir machen, was ein einzelner will.“ Die Menschen, das betonte Goppel eindringlich, stünden bei aller fortschreitenden Digitalisierung an erster Stelle.

Goppel bricht Lanze für bayerisches Bildungssystem

Goppel brach auch eine Lanze fürs bayerische Bildungssystem, wofür er zustimmenden Applaus bekam, genau wie für seine Forderung nach einer faireren Rentenpolitik. „20 Jahre ist da nichts gemacht worden, das ist dringlich“, kritisierte er. „Es kann nicht sein, dass die, die soziale Arbeit leisten, die Gelackmeierten der Gesellschaft sind.“ Goppel plädierte auch für neue Richtlinien bei den Grundstücksverkäufen, bevor China und Russland irgendwann die ganzen Flächen besitzen würden. Und genau wie seine Vorredner betonte Goppel zum Schluss das Miteinander, das im Vordergrund stehen müsse. „Wir dürfen das C in unserem Namen nicht aufgeben.“

Bevor es zum gemütlichen Teil überging, war es an Ortsvorsitzendem Norbert Merk, sich bei Goppel zu bedanken. „Rotwein ist für alte Knaben eine von den besten Gaben“, zitierte er Wilhelm Busch, als er das Präsent überreichte. „Ich halt’s lieber so“, antwortete der 72-Jährige trocken: „Alles, was rot ist, muss vernichtet werden.“

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Asam-Nachfolger gesucht: Wer wird neuer Bürgermeister in Peiting? Alle Kandidaten im Überblick


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