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Michael Asam, Alexandra Bertl und Eckart Stüber.

Oberbayerischer Bezirkstag

Asam: Zum Ende der Karriere nochmal Vize

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Davon war er selbst überrascht: Zum Abschluss seiner politischen Karriere ist Peitings Bürgermeister Michael Asam doch noch einmal Vizepräsident des oberbayerischen Bezirkstags geworden.

Weilheim-Schongau – Im Bezirkstags geht es nicht so hochpolitisch zu wie im Landtag, deshalb gibt es dort keine Koalitionen, sondern Kooperationen. Die vergangenen sechs Jahre gab es dort eine große Kooperation zwischen CSU und SPD, Stellvertreter des jetzt wiedergewählten von Bezirkstagspräsidenten Josef Mederer (CSU) war Michael Asam von der SPD. Im Bezirkstag wollte der Peitinger Bürgermeister, der 2020 nicht mehr als Rathauschef kandidieren wird, noch bis 2023 politisch an vordester Front wirken. „Wir hatten vor der Wahl gesagt, es wäre schön, weiter zusammenarbeiten zu können, wenn der Wähler wie erhofft abstimmt“, sagt Asam. „Doch das ging bekanntlich in die Hose.“

Nach dem desaströsen Wahlergebnis seiner SPD von nicht einmal zehn Prozent reichte es nicht für eine Fortführung von CSU-SPD-Kooperation, Asam hatte sich gedanklich längst von seinem Vizeposten verabschiedet. Doch in den Abstimmungsgesprächen zwischen den Parteien vergangene Woche zeigte sich plötzlich, dass es eine Chance gibt: Denn allein mit den Freien Wählern, die auch im Landtag Partner der CSU sind, reichte es für die CSU nicht, eine dritte Partei musste her – und das war wieder die SPD.

Damit war Asam, der als Vizepräsident von seiner Partei gesetzt war, wieder im Spiel. Zwar rutscht er eine Position nach hinten, ist hinter Mederer und dem Freien Wähler Rainer Schneider nur noch zweiter Vize. „Damit bin ich zwar in einigen Gremien nicht mehr dabei, aber in vielen schon noch“, sagte Asam. „Außerdem stehen repräsentative Aufgaben an, wenn meine beiden Kollegen verhindert sind. Mich freut das sehr, das ist wirklich eine tolle Geschichte.“

Doch unumstritten war die Entscheidung nicht, das hat Asam am eigenen Leib erfahren. Ein Abgeordneter der Linken habe ihm vorgeworfen, dass er sich mit seinem schlechten Wahlergebnis noch einmal als Vizepräsident zur Verfügung stelle. „Dem habe ich geantwortet, dass nicht ich, sondern die SPD ein schlechtes Ergebnis eingefahren hat. Und dass ich gute Arbeit geleistet habe.“

Auf eine gute Zusammenarbeit freut sich auch die Weilheimerin Alexandra Bertl, die für die CSU das Direktmandat geholt hat. Sie war zwar nicht in die Kooperationsverhandlungen eingebunden, war aber nicht überrascht, dass ihre Partei mit Freien Wählern und SPD zusammenging. „Ich hoffe, das wir weiter so kollegial zusammenarbeiten wie bisher“, sagt Bertl, die wieder im Ausschuss für die Bezirkskliniken sitzt. „Das ist sehr spannend, auch wenn man in der Öffentlichkeit davon wenig mitbekommt, weil er nichtöffentlich ist. Ich freue mich sehr darüber.“

Während Asam und Bertl schon alte Hasen sind, war es für den Weilheimer Eckart Stüber (Grüne) ein besonderer Tag: „Es war sehr bewegend. Erst jetzt im Sitzungssaal konnte ich mein Wahlergebnis richtig realisieren“, berichtet Stüber über die konstituierende Sitzung. Enttäuscht war er aber, dass die CSU nicht mit den Grünen zusammenarbeiten wollten, die locker eine Mehrheit gehabt hätten, sondern den „bequemen Weg“ mit FW und SPD eingegangen seien. Auch habe ihn geärgert, dass die Grünen-Fraktionsspercherinbei den Abstimmungen zur Vizepräsidentin unterlag, erst Schneider, dann Asam.

Auch für Stüber selbst lief nicht alles nach Wunsch. Er wollte gerne in den Ausschuss für Bau, Energie und Umwelt, doch den Platz schnappte ihm sein Unterammergauer Kollege weg. So blieb ihm ein Platz im Werkausschuss für Kloster Seeon. „Politik ist eben kein Wunschkonzert“, sagte Stüber. Wenigstens könne er als Berichterstatter für Imkerei und Fischerei „mein zentrales Wahlkampfthema im Bezirkstag vertreten“.

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