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Das Windrad auf dem Bühlach: Seit 2003 liefert es umweltfreundlichen Strom

Ökostrom-Anlage auf dem Bühlach

Wie lange dreht sich das Peitinger Windrad noch?

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Es gehört längst zum Peitinger Ortsbild, das Windrad auf dem Bühlach. Seit 2003 produziert die Anlage umweltfreundlichen Strom. Doch die Zukunft des Dauerläufers ist ungewiss.

Peiting – 70 Meter ist die Windkraftanlage hoch, der Rotordurchmesser beträgt 48 Meter. Was durchaus riesig wirken mag, wenn man daneben steht, ist im Vergleich betrachtet eher klein. Die vier Windräder etwa, die sich nur wenige Kilometer weiter seit 2016 im Fuchstal drehen, ragen mit 149 Metern mehr als doppelt so hoch in den Himmel, und ihre Rotoren überspannen eine Länge von 115 Metern. Doch ein solcher Riese wäre an einer derart prominenten Stelle wie dem Bühlach wohl nur schwer vermittelbar. Das galt 2003, als der Peitinger Pionier der Lüfte als erste Windkraftanlage im Landkreis in Betrieb ging. Und daran hat sich auch bis heute nichts geändert.

Pläne für eine größere Anlage gebe es nicht, sagt Werner Schramm. Er ist Geschäftsführer der Kommanditgesellschaft Windenergie Oberland, die das Bürgerprojekt betreibt. 83 Anleger hatten 2003 insgesamt 440 000 Euro in den Bau des Windrads investiert, weitere 400 000 Euro wurden per Kredit finanziert. Rund 900 000 Kilowattstunden Strom pro Jahr, so hatte man damals berechnet, würde die Anlage mit einer Leistung von 600 Kilowatt erzeugen, das entspricht dem Bedarf von umgerechnet 225 Haushalten. Doch nicht immer hat man in den vergangenen Jahren dieses gesteckte Ziel erreicht. Auf windreiche Jahren zu Beginn seien sechs schlechtere gefolgt, sagt Schramm. Gerade im Herbst und Winter habe sich oft kaum ein Lüftchen bewegt. „Da merkt man schon den Klimawandel“, glaubt der Geschäftsführer. Erst in den letzten beiden Jahren ging es wieder aufwärts, was vor allem die Investoren freuen dürfte. Die Rendite ihres eingezahlten Kapitals hängt schließlich davon ab, wie häufig und schnell sich das Rad auf dem Bühlach dreht.

Strom produzieren, so viel ist sicher, wird die Anlage noch auf jeden Fall bis 2023. Denn das Projekt ist auf 20 Jahre ausgelegt, solange gilt die gesetzlich garantierte Einspeisevergütung. Die liegt für die Peitinger Anlage bei 8,9 Cent pro Kilowattstunde. Doch wie geht es weiter nach Ablauf der Förderung? Theoretisch müsste die Betreibergesellschaft die Windenergie dann an der Strombörse vermarkten – zu deutlich schlechteren Konditionen. Im Dezember lag der Preis für eine Kilowattstunde bei rund drei Cent. Bei Schramm sind die Zweifel groß, ob dieser Erlös reichen würde, um die Anlage kostendeckend weiter zu betreiben. Denn auch wenn der Wind die Rotoren bewegt und im täglichen Betrieb kaum eingegriffen werden muss: Das Windrad muss regelmäßig gewartet und instand gehalten werden – das kostet Geld. Von größeren Reparaturen sei man bisher zwar verschont geblieben, doch alle zehn Jahre müsse das Getriebe ausgewechselt werden, erklärt Schramm, was zuletzt 2013 erfolgt sei. Alle vier Jahre nimmt zudem ein Gutachter die Anlage genau unter die Lupe. Dazu kommt die Pacht, die die Gesellschaft an die Gemeinde für das Grundstück zahlt.

„Wenn es soweit ist, muss auf alle Fälle genau gerechnet werden“, sagt der Geschäftsführer. Noch hat er die Hoffnung nicht aufgegeben, dass der Gesetzgeber in den nächsten Jahren eine neue Regelung für Altanlagen trifft. Falls nicht, bleibe außerdem die Möglichkeit, mit dem lokalen Energieversorger eine Vereinbarung zu treffen, dass dieser den Ökostrom zu einem höheren Preis einkaufe, sagt Schramm.

Würde das Windrad am Bühlach in fünf Jahren tatsächlich von der Bildfläche verschwinden, wäre damit auch das letzte Kapital in Sachen Windkraft in Peiting geschlossen. 2015 scheiterten bekanntlich nach jahrelangen Bemühungen die Pläne der Bürgerwind Pfaffenwinkel Planungs-GmbH & Co.KG. für drei Windräder auf den Köpfingerwiesen. „Die Politik hat leider die Windenergie-Projekte stark eingebremst“, bedauert Schramm.

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