US-Entertainer Bill Cosby verurteilt - drei bis zehn Jahre Haft

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Thomas Händle vor seinem ungewöhnlichen Elektro-Auto. Auf dem Dach sieht man die aufgerichteten Solarmodule. 

Origineller Kleinstwagen in Herzogsägmühle

Mit Unikum auf vier Rädern zweifach alternativ unterwegs

Thomas Händle, Schreiner von Beruf, fährt sicherlich den originellsten Kleinstwagen in Herzogsägmühle: Sein Auto vom Typ JDM 1100, eine französisch-deutsche-italienische Gemeinschaftsproduktion unter der Regie von Citroen, wird nicht nur von elektrisch geladenen Batterien, sondern auch von Solarmodulen angetrieben.

Herzogsägmühle – Händle, der sein Epilepsie-Leiden seit vielen Jahren beherrscht, hat das damals nur als E-Mobil lieferbare Fahrzeug 2008 erstanden. Der stolze Anschaffungspreis belief sich auf 17 000 Euro, Geld, für das man getrost ein stattliches Auto mit Verbrennungsmotor hätte erwerben können.

Gemeinsam mit seinem Vater, ein Maschinen-Bauingenieur und ehemals selbstständiger Unternehmer, griff der 57-Jährige eine Anregung vom Meister der Herzogsägmühler Schreinerei auf, dass man doch dem kleinen Zweisitzer zusätzlich zum E-Antrieb vielleicht ein Solarkraftwerk spendieren könnte. Bei Hirschvogel Solar in Peiting wurde die Idee in die Tat umgesetzt.

Erst wurde in Eigenarbeit ein Solarmodul auf das Dach montiert. Als sich das nicht bewährte, kamen drei Module aufs Oberdeck. Vater und Sohn tüftelten schließlich sogar die Lösung im Winkel aufstellbarer Module aus, die es ermöglicht, mit der Ausrichtung der Kraftquelle dem Einfallwinkel der tiefer stehenden Sonne im Herbst zu folgen. Überhaupt ist dem im Betrieb leise vor sich hin summenden Fahrzeug eine Fülle praktischer und in die Tat umgesetzter Ideen eigen. Es gibt ein Radio im Zweisitzer, eine Heizung ist installiert worden und vieles mehr.

Das von einem bescheidenen Ein-PS-Motörchen bewegte Gefährt wird über einen durch ein Differenzial gestützten Vorderradantrieb vorangebracht. Die Variomatic in drei Stufen – vorwärts, neutral, rückwärts – wird mit einem Wipp-Schalter im Bereich des Armaturenbretts bewegt. Das Fahrzeug misst 264 Zentimeter in der Länge, ist 110 Zentimeter breit und 144 Zentimeter hoch. Das Leergewicht beträgt 298, das zulässige Gesamtladungsgewicht 625 Kilo; der Kofferraum hat das stattliche Volumen von 500 Litern.

„Meine längste Fahrt war bisher nach Burggen“, berichtet Thomas Händle, der von einer Reichweite von eigentlich 50 Kilometern, aber im Bergauf-Bergab der Landschaft in der Umgebung von 25 bis 30 Kilometern spricht. Bei einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von gerade einmal 15 Km/h für das mit einem Mofa-Versicherungszeichen führerscheinlos bewegbare Gefährt ist nur langsames Fortkommen eine Option.

Der seit zwei Jahrzehnten im Diakoniedorf lebende gelernte Schreiner ist im Übrigen so interessant als Persönlichkeit wie sein nicht alltägliches Fortbewegungsmittel. Händle blickt auf eine erfolgreiche Skirennläufer-Karriere bei Special Olympics und anderen Wettbewerben zurück. So hat er beispielsweise einmal bei einem Wettbewerb im österreichischen Schladming eine Goldmedaille und ansonsten regelmäßig Plätze unter den ersten Dreien gewonnen. Er gibt Gymnastik-, Kraft- und Training in anderen Sportarten und war lange Jahre als Werkstattrat in Herzogsägmühle und seinen Betrieben tätig.

Bliebe zu seinem nicht alltäglichen Auto noch anzumerken: es befindet sich seit längerer Zeit nicht mehr auf dem Markt, Citroen und seine Partner haben die Produktion eingestellt. So wird denn das in feiner Ironie mit dem Typenkennzeichen des italienischen Sportwagen-Herstellers Ferrari versehene Kleinmobil Dienst bis an das Ende seiner Tage tun. Für behinderte Menschen war es allemal ein praktisches Angebot.

Rüdiger Matt

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