Aus dem Amtsgericht Weilheim

Geldstrafe für Alkohol-Unfall

Eine nächtliche Fahrt mit dem Auto seiner Eltern endete für einen Peitinger (20) fatal: Er baute einen Unfall. Jetzt muss er zahlen.

Peiting – Der junge Peitinger war zum Tatzeitpunkt im Oktober vergangenen Jahres in einem psychisch desolaten Zustand. Eine schwere Depression drückte ihn nieder. Viel zu tun hatte das Ganze, laut seiner Aussage, auch mit der damals anstehenden Trennung der Eltern.

Am Tattag trank der Peitinger eine Menge Alkohol. Nachts hatte er dann das starke Bedürfnis, seine Freundin in Böbing zu besuchen. „Ich musste sie unbedingt sehen“, sagte er vor Gericht.

Er machte sich trotz seiner starken Alkoholisierung auf den Weg. Ein paar Kilometer weiter auf der Bundesstraße 23 verlor er dann die Kontrolle über das Fahrzeug, rammte einige Meter Leitplanken und fuhr 20 Meter auf dem Grünstreifen. Das Fahrzeug wurde stark beschädigt, er selbst blieb körperlich unverletzt, war aber so schockiert über den Unfall, dass er mit dem kaum fahrtüchtigen Wagen bis zur Echelsbacher Brücke fuhr und das Fahrzeug dort abstellte. „Ich wollte mich umbringen“, sagte der junge Mann. Zum Glück besann er sich noch einmal, rief einen Freund an, der ihn dann zur Freundin nach Böbing brachte.

Bei dem Unfall hatte der junge Mann das Kennzeichen des Wagens verloren, das die Straßenmeisterei am frühen Morgen des nächsten Tages fand. Sie verständigte die Polizei. Der Sachschaden an der Fahrbahn betrug 2000 Euro.

Als die Beamten den jungen Mann am frühen Morgen bei dessen Freundin antrafen, hatte er noch 0,9 Promille Alkohol im Blut, zum Tatzeitpunkt wurde der Alkoholisierungsgrad auf rund 1,5 Promille geschätzt. „Er machte einen niedergeschlagenen und müden Eindruck“, sagte ein Polizeibeamter vor Gericht aus.

„Es war eine leichtsinnige und überflüssige Fahrt“, sagte die Staatsanwältin in der Verhandlung, und auch die Vorsitzende Jugendrichterin Claudia von Hirschfeld mahnte den jungen Mann eindringlich: „Bei allem Verständnis für ihre psychischen Probleme – das war ein massiv gefährliches Delikt“, erklärte sie. Es sei ein großes Glück, dass nur ein Blechschaden entstanden ist. „Es sind viele Engel mit Ihnen geflogen an dem Tag“, sagte von Hirschfeld.

1000 Euro muss der junge Mann an die Brücke Oberland zahlen. Der Führerschein wird für acht Monate eingezogen, und der Peitinger muss an einem Verkehrskurs teilnehmen. Außerdem verordnete die Richterin eine Behandlung in der Psychiatrischen Tagesklinik in Peißenberg für weitere sechs Monate. Das Urteil ist rechtskräftig.

Regina Wahl-Geiger


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Rubriklistenbild: © Ralf Ruder

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