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Ottilie Rimkus vor der temporären Bushaltestelle im Nebenarm der Freistraße.

In der Freistraße

Ärger über Behelfs-Haltestelle in Peiting: Seniorin (89) beklagt gefährliche Situation - RVO reagiert

  • Christoph Peters
    vonChristoph Peters
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Mit dem Bus von Peiting nach Schongau zu fahren, das war für Ottilie Rimkus bis vor Kurzem eine entspannte und bequeme Art, um in die Nachbarstadt zu kommen. Seit in der Azamstraße Tiefbauarbeiten laufen, ist es für die 89-Jährige mit dem stressfreien Reisen jedoch vorbei. Grund ist die Behelfs-Haltestelle in der Freistraße.

Peiting – Als Ottilie Rimkus Anfang Juni mal wieder die Bushaltestelle in der Azamstraße ansteuerte, ahnte sie noch nichts Böses. Seit elf Jahren wohnt die rüstige 89-Jährige im Kleberweg, rund zwei Mal die Woche nimmt sie den Bus, um nach Schongau zu fahren. Mal, um einen Arzttermin wahrzunehmen, mal, um eine gute Freundin zu besuchen. Auch an diesem Tag war die Lechstadt ihr Ziel, doch ankommen sollte die 89-Jährige nicht. Statt wie immer von der Bahnhofstraße in die Azamstraße abzubiegen, fuhr der Bus zum Erstaunen der Peitingerin einfach geradeaus weiter.

Was Rimkus entgangen war: Von der Haltestelle aus nicht zu sehen, hatten die Arbeiten für den Ausbau der Azamstraße begonnen, die dafür komplett für den Verkehr gesperrt worden war (wir berichteten). An der Haltestelle freilich habe darauf jeder Hinweis gefehlt, ärgert sich die 89-Jährige. Einige Tage später wurde dieser Missstand laut Rimkus zwar behoben. Ein Schild informierte die Fahrgäste nun darüber, dass die Haltestelle wegen der Baustelle derzeit nicht bedient werde und als Ersatz ein temporärer Halt im Seitenarm der Freistraße eingerichtet worden sei. „Ich hab’ aber erstmal gar nicht gewusst, was mit dem Seitenarm gemeint ist“, sagt die Peitingerin. Schließlich wurde sie aber doch fündig.

Fahrgäste müssen erst die Straßenseite wechseln

Damit könnte die Geschichte eigentlich zu Ende sein, doch für die 89-Jährige begann der Ärger nun erst so richtig. Brav postierte sie sich an der Ersatz-Haltestelle. Der Bus allerdings steuerte nicht den Seitenarm an, sondern hielt zu ihrem Erstaunen direkt an der Freistraße. Um einzusteigen, mussten Rimkus und die anderen Fahrgäste erst einmal die Straßenseite wechseln – für die 89-Jähriger, die auf einen Gehstock angewiesen ist, alles andere als eine ungefährliche Aufgabe. Im Bus habe sie den Fahrer gefragt, weshalb er nicht in den Seitenarm gefahren sei, erzählt sie. „Er hat mir gesagt, dort halte ich bloß, wenn es gut geht.“

Noch bis September dauern die Tiefbauarbeiten in der Azamstraße, die deshalb derzeit für den Verkehr gesperrt ist.

Was Rimkus nicht versteht: „Wieso verlegt man die Haltestelle nicht gleich auf die andere Seite direkt an die Freistraße?“ Einmal habe sie dort gewartet, um nicht erst wenn der Bus hält über die Fahrbahn zu müssen. Trotz Winkens habe der Fahrer jedoch nicht angehalten. Wieder war der Arzttermin in der Nachbarstadt futsch. „Die Fahrt nach Schongau ist für mich gerade eine echte Pilgerreise.“

Beim Regionalverkehr Oberbayern (RVO), der für die Busverbindung verantwortlich zeichnet, bedauert man die Unannehmlichkeiten. Als im Mai die mobile Haltestelle im Nebenarm der Freistraße aufgestellt worden sei, sei auch zeitgleich ein Hinweis an der regulären Haltestelle angebracht, worden, teilt Peter Ruprich (RVO) auf Nachfrage mit. „Leider haben wir immer wieder die Probleme, nicht nur in Peiting, das Hinweise an Haltestellen oder auch Fahrpläne, mutwillig entfernt werden.“

Dass die Ersatz-Haltestelle im Nebenarm der Freistraße eingerichtet wurde und nicht an der Hauptstraße, sei in Abstimmung mit der Marktgemeinde geschehen. „Der Standort wurde uns im Rahmen einer verkehrsrechtlichen Anordnung zugewiesen“, erklärt Ruprich. „Grund hierfür sind die Schulkinder, damit diese die stark befahrene Freistraße nicht überqueren müssen.“

Busunternehmen reagiert auf die Beschwerde

Das funktioniert freilich nur, wenn der Bus auch die angedachte Route nimmt, ist sich auch Ruprich bewusst. „Unsere Busfahrer wurden nun darauf hingewiesen, dass unbedingt der Nebenarm zur Ersatz-Haltestelle angefahren werden muss.“ Eine Ankündigung, die Rimkus natürlich sehr freut. Schließlich dauert es noch einige Zeit, bis der Verkehr auf der Azamstraße wieder normal rollen kann. Laut Marktbauamt sollen die Bauarbeiten Ende September abgeschlossen sein.

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Viele werden es schon bemerkt haben: Wer sein Auto im Bereich des Rathausplatzes in Peiting abstellt, darf es dort nur noch zwei Stunden stehen lassen. Ansonsten droht ein Strafzettel. Veranlasst hat die neue Parkzeitbeschränkung der Bürgermeister höchstpersönlich.

Der Stein des Anstoßes, wie es sprichwörtlich heißt, ist in diesem Fall durchaus wortwörtlich zu nehmen. Am Kopfsteinpflaster vor dem Peitinger Rathaus gibt es Kritik.

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