Im südlichen Teil des Areals der früheren Kiesgrube beim Gasthof Lamprecht müssen im Zuge der Rekultivierung weitere Ausgleichsflächen geschaffen werden.
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Im südlichen Teil des Areals der früheren Kiesgrube beim Gasthof Lamprecht müssen im Zuge der Rekultivierung weitere Ausgleichsflächen geschaffen werden.

Marktgemeinderat

Ärger über verfüllte Kiesgrube - Firmenchef wehrt sich: „Es ist alles mit rechten Dingen zugegangen“

  • Christoph Peters
    vonChristoph Peters
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Seit dem vergangenen Jahr ist die ehemalige Kiesgrube gegenüber des Gasthofs Lamprecht komplett verfüllt. Doch auch wenn bereits buchstäblich Gras über die Sache wächst, gab es jetzt ein Nachspiel im Gemeinderat. In der Kritik: das Landratsamt und die Peitinger Firma Erdbau Schneider.

Peiting – Andreas Barnsteiner ist dafür bekannt, im Peitinger Gemeinderat keine Mördergrube aus seinem Herzen zu machen. So fand der Landwirt auch diesmal deutliche Worte, als es in der jüngsten Sitzung des Corona-Ausschusses um die ehemalige Kiesgrube gegenüber des Gasthofs Lamprecht ging. „Wo waren denn die Fachbehörden, als dort aufgefüllt wurde“, fragte der BVP-Rat verärgert. Jahrelang habe man moniert und sei immer wieder vertröstet worden. „Da sind tausende Kubik raufgefahren worden.“

Zuvor hatte Bauamtsmitarbeiterin Bettina Maeße das Gremium darüber informiert, dass im Süden der ehemaligen Kiesgrube zusätzliche Ausgleichsflächen geschaffen werden müssen, weil laut Landratsamt beim Verfüllen mehr Material eingebracht worden sei als genehmigt. Ein Konzept liege bereits vor, unter anderem werde eine zweite Biotopfläche auf dem Areal geschaffen. Die Genehmigung erteile das Landratsamt.

Barnsteiner war nicht der einzige Rat, der sich erbost zeigte. Es sei in „höchstem Maße ärgerlich“, wenn eine Firma ihren Gewinn maximiere und mit ihrer Masche auch noch durchkomme, wetterte CSU-Rat Norbert Merk. Bürgermeister Peter Ostenrieder erinnerte daran, dass es in der Vergangenheit schon einmal Ärger gegeben habe wegen der Kiesgrube.

Die Kiesgrube war schon in der Vergangenheit Thema im Gemeinderat

Auch damals stand das Peitinger Unternehmen Erdbau Schneider, das die Verfüllung durchführte, im Fokus der Kritik. Firmenchef Georg Kees musste 2017 im Gemeinderat Gerüchten entgegen treten, wonach die Firma belastetes Material in der Kiesgrube abladen würde. Haltlos seien die Vorwürfe gewesen, betont Kees auch jetzt noch einmal im Gespräch mit den Schongauer Nachrichten. Der größte Teil des eingebrachten Materials habe vom Bau der Hohenpeißenberger Umgebung gestammt und sei entsprechend beprobt worden. Das bestätigt auch noch einmal das Landratsamt auf Nachfrage der Heimatzeitung. Die Behörde hatte zudem nach dem Abschluss der Verfüllarbeiten im vergangenen Jahr den Boden und das Grundwasser untersuchen lassen. „Dabei wurden keine Auffälligkeiten festgestellt.“

Zu viel Material eingebracht?

Bleibt die Frage, was es mit dem angeblich zu viel eingebrachten Material auf sich hat. Zwar bestätigt das Landratsamt, „dass für die höhere als ursprünglich vorgesehene Verfüllung nun tatsächlich weitere Ausgleichsmaßnahmen zu erbringen sind.“ Die genaue „Überfüllung“ lässt sich laut der Behörde aber nicht beziffern. Der Kiesabbau durch die Firma Dobler auf den betreffenden Flächen sei in den 1980er Jahren inklusive der anschließenden Rekultivierung genehmigt worden – allerdings ohne nähere Mengenangaben zu nennen. „Bei der Prüfung der Verfüllung wird daher nun das vormalige und das aktuelle Geländeaufmaß/-niveau herangezogen.“

Blick auf die Biotopfläche im Südwesten des ehemaligen Kiesgruben-Areals, die als Ausgleichsfläche im Zuge der Rekultivierung dient.

Auch Georg Kees verweist auf die alten Pläne und darauf, dass „alles mit rechten Dingen“ zugegangen sei. „Wäre es anders, hätten wir sicher eine Strafe bekommen, doch das ist nicht der Fall.“ Das bestätigt auch das Landratsamt. Weder dem Besitzer der Flächen noch dem auffüllenden Unternehmen würden im Zusammenhang mit den getätigten Verfüllung aktuell Strafen drohen.

Kees verweist auch darauf, dass es in der Vergangenheit mehrfach Begehungen mit den Fachbehörden gegeben habe. „Da war immer alles genau abgestimmt.“ Das gelte auch für die nun geforderten zusätzlichen Ausgleichsflächen, für die man ein entsprechendes Konzept vorgelegt habe. „Sobald die Genehmigung da ist, werden wir das umsetzen“, kündigt der Firmenchef an. Dann dürfte das Thema Kiesgrube beim Lamprecht endgültig abgehakt sein.

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