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Peiting jetzt „Genussort“

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Von: Christoph Peters

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Die Hofkäserei Weinland produziert seit Ende 2017 verschiedene Sorten von Heumilchkäse (traditionelle Herstellung aus Rohmilch) direkt am Hof.

Die Marktgemeinde Peiting freut sich über einen neuen Titel: Sie ist eine von nur 100 Kommunen in Bayern, die sich künftig stolz „Genussort“ nennen darf. Dahinter steckt ein Wettbewerb des Landwirtschaftsministeriums.

Peiting – Wer an Peiting denkt, dem fallen viele Merkmale ein, die charakteristisch für die Marktgemeinde sind. Da wäre die idyllische Lage im Voralpenland, die wechselvolle Geschichte von der Römer- bis zur Bergwerkzeit oder auch die lebendige Kulturszene. Aber kulinarische Besonderheiten? Dass seine Gemeinde auch in dieser Hinsicht einiges zu bieten hat, war selbst Bürgermeister Michael Asam nicht so richtig bewusst. Als die Bewerbungsunterlagen zum Wettbewerb „100 Genussorte Bayern“ auf seinem Schreibtisch landeten, habe er sie eigentlich gleich zur Seite legen wollen, sagt der Rathauschef. Dass er es nicht tat, ist Silvia Schlögel zu verdanken.

Die frühere Kreisbäuerin war vom Landwirtschaftsministerium in die Jury des Wettbewerbs berufen worden und hatte so im Dezember vergangenen Jahres bei der Auswahl der ersten 46 Genussorte mitgewirkt. Dabei stellte sie schnell fest, dass auch ihre Heimatgemeinde durchaus gute Chancen hätte. „Wir haben in Peiting zwar nicht ein besonderes kulinarisches Produkt wie beispielsweise in Nürnberg die Bratwurst, dafür aber ein gutes Gesamtpaket“, erzählt Schlögel, die sofort auf die Gemeinde zuging und sowohl Bürgermeister als auch Andrea Deibler von der Tourist Info schnell von der Idee einer Bewerbung überzeugte.

Gemeinsam machte man sich an die Arbeit und überlegte, welche Produkte dem geforderten regionalen Schwerpunkt gerecht werden. „Wir haben erst einmal geschaut, was es eigentlich hier so alles gibt“, sagt Deibler. Und das war einiges. Ob Bier der Brauerei Sparifankal, das Pfaffenwinkler-Brot der Bäckerei Sesar oder der Heumilchkäse der Hofkäserei Weinland: Die Liste wurde länger und länger. Allerdings war Deibler und Schlögel von Beginn an klar, dass eine Konzentration auf Peiting allein nicht reichen würde, um die Jury zu überzeugen. Also holten sie Herzogsägmühle mit ins Boot. Das Diakoniedorf brachte einige wichtige Voraussetzungen mit, etwa die direkte Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte wie beispielsweise der selbst gezüchteten Deutsch-Angus-Rinder.

Doch nicht nur die Anzahl an regionalen Produkten spielte für die Bewerbung eine Rolle. Bewertet wurde beispielsweise auch das Landschaftsbild und die kulturelle Bedeutung des Orts oder wie es um die regionale Wertschöpfungskette von der Erzeugung über die Verarbeitung bis zur Vermarktung bestellt ist. „Ein gutes Beispiel ist die Bäckerei Sesar, wo der verwendete Roggen direkt aus Schongau bezogen wird“, erklärt Deibler. Gleichzeitig beliefere die Bäckerei auch den Lieblingsladen mit Brezen, der diese zu Brezenchips verarbeite. Auch der Peitinger Bauernmarkt stehe seit Jahrzehnten für gelebte Regionalität.

Insgesamt 23 Fragen galt es für den Bewerbungsbogen zu beantworten. Ein aufwendiges Unterfangen. „Das hat viel Arbeit gemacht“, blickt Andrea Deibler auf die vergangenen Wochen zurück. Doch die Mühe hat sich gelohnt: Am Donnerstag las Deibler die freudige Nachricht in ihrem Postfach, dass Peiting zu den Gewinnern der zweiten Auswahlrunde zählt. „Das ist eine tolle Sache“, freut sich nicht nur Asam über die Auszeichnung, von der er sich einen Werbeeffekt für seine Gemeinde erhofft. Noch interessanter sei der Titel allerdings für die eigenen Bürger, findet Deibler. Denn so könne man der Bevölkerung bewusst machen, dass es neben den Supermärkten auch eine große Auswahl regionaler Produkte vor Ort gebe.

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