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Peitings Bürgermeister Peter Ostenrieder bedankte sich mit Blumen und einer kleinen Aufmerksamkeit im Namen der Gemeinde bei Erna Lindauer für die geleistete Arbeit als Leiterin der Alfons-Peter-Grundschule.

Nach 18 Jahren

An Alfons-Peter-Grundschule endet eine Ära: Beliebte Rektorin geht von Bord

  • Christoph Peters
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An der Alfons-Peter-Grundschule in Peiting ist mit Ablauf des Schuljahres eine Ära zu Ende gegangen. Nach 18 Jahren als Rektorin hat sich Erna Lindauer mit einer Feier im kleinen Kreis in den verdienten Ruhestand verabschiedet. Ihrer Nachfolgerin hinterlässt die 63-Jährige große Fußstapfen.

Peiting – Eigentlich wäre es ein Anlass gewesen, der es verdient gehabt hätte, groß gefeiert zu werden. Immerhin stolze 18 Jahre hat Erna Lindauer die Alfons-Peter-Grundschule geleitet. Doch die Corona-Krise, sie hat dem großen Abschied zum Ende ihres letzten Schuljahrs einen Strich durch die Rechnung gemacht. So war es einer kleinen Runde ohne Schüler, dafür mit Bürgermeister, Kollegium, Elternbeirat und Weggefährten, vorbehalten, der 63-Jährigen Dank für ihr langjähriges Engagement zu sagen.

Als er die Einladung bekommen habe, habe er kurz gezuckt, sagte Rathauschef Peter Ostenrieder. Zum einen, weil Erna Lindauer nicht den Eindruck mache, dass sie „ruhestandsfähig“ sei, sagte er augenzwinkernd. Zum anderen weil die Alfons-Peter-Grundschule und die Leiterin einfach für ihn eins seien. Lindauer habe sich mit der Schule identifiziert, für sie gekämpft, wann immer es nötig gewesen sei, hob der Bürgermeister hervor. Diese „sympathisch vertretene Beharrlichkeit“ habe sie in allen Diskussionen gezeigt, egal, ob es um konzeptionelle Fragen oder wie zuletzt den Bau der Offenen Ganztagsschule gegangen sei. Auch bei der „Musik in Peiting“ sei sie von Anfang an dabei gewesen. Die musikalische Früherziehung habe ihr immer sehr am Herzen gelegen. „Wir können uns glücklich schätzen, eine so engagierte Schulleiterin gehabt zu haben“, sagte der Bürgermeister, der auch Glückwünsche seines Vorgängers Michael Asam überbrachte.

Lehrerkollegen blicken auf gemeinsame Zeit zurück

Engagiert, das war auch das Stichwort für Verena Deppler. Die Konrektorin und die Lehrerkollegen hatten einen Rückblick auf Lindauers Zeit an der Alfons-Peter-Schule vorbereitet. „Wir wollen mit Wort und Bild Danke sagen“, schickte Deppler vorweg, ehe die Fotos über die Leinwand flimmerten, verbunden mit so manch lustiger Anekdote. Das Kunst- und Kulturleben an der Schule sei der scheidenden Rektorin immer wichtig gewesen – davon zeugten auch die Bilder von gelungenen Veranstaltungen wie den Kreativtagen oder dem Musikaktionstag. Aber auch der Sport mit Schneetagen oder Eislaufstunden, Projekte wie der Schulgarten und religiöse Feste seien von Lindauer stets gefördert und unterstützt worden.

Natürlich ließen sich die Kollegen es sich da zum Schluss nicht nehmen, mit einem gemeinsamen Musikstück auch musikalisch Danke zu sagen, ehe sie als Geschenk ein Fotobuch, eine Rose für den Garten sowie ein Ruhekissen zum Relaxen für den wohlverdienten Ruhestand überreichten.

Scheidende Rektorin ringt um Fassung

Bei Erna Lindauer verfehlten die lobenden und dankbaren Worte ihre Wirkung nicht. „Richtig gerührt und ergriffen“ sei sie, sagte die 63-Jährige, die sichtlich um Fassung rang. Nach einem wegen Corona ungewöhnlichen Schuljahr und einem damit verbundenen besonderen Endspurt, blicke sie dankbar auf ein erfülltes Berufsleben mit vielen Höhepunkten zurück. 

1979 hatte Lindauers Laufbahn an der Grundschule in Denklingen begonnen. Über Stationen in Bad Kohlgrub und Wildsteig kam sie 1995 an die Alfons-Peter-Schule. Noch einmal wechselte sie als Konrektorin nach Schongau, ehe sie 2002 die Leitung in Peiting übernahm. Sie sei an dieser Schule gewachsen und gereift, sagte Lindauer. „Es war eine schöne Zeit.“

Und so sei der Abschied auch mit Wehmut verbunden. Der Gemeinde dankte sie für die gute Zusammenarbeit, auch wenn es in der langen Zeit die ein oder andere Reibung gegeben habe. „Aber das gehört dazu.“ Ihr Dank galt natürlich auch den Kollegen, dessen Unterstützung eine „große Arbeitserleichterung“ gewesen sei.

Nachfolgerin kommt aus Franken

In einem waren sich alle Laudatoren einig: Die scheidende Schulleiterin hinterlässt große Fußstapfen. Sie zu füllen, wird ab September die Aufgabe von Lindauers Nachfolgerin Ursula Dölling sein, die extra zur Verabschiedung gekommen war. Die 48-jährige Fränkin leitete zuletzt eine Grundschule in Erlangen. „Was ich schon mitbekommen habe, ist, dass es hier eine sehr fortschrittliche Schule ist.“ Das Kompliment für Lindauers Lebenswerk, es hätte kaum größer sein können.

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64 Absolventen wurden in der Mittelschule Peiting verabschiedet – aufgeteilt auf mehrere Tage. Denn coronabedingt gab es für jede Klasse eine eigene Feier.

Die Berichterstattung der Schongauer Nachrichten über die Sommer-Schließzeit der gemeindlichen Kindergärten in Peiting hat jetzt für ein Nachspiel im Peitinger Gemeinderat gesorgt.

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