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Kreiscuprennen am Schnaidberg anno dazumal: Das historische Foto, aufgenommen seinerzeit von Heimatpfleger Gerhard Heiß, belegt, dass am Peitinger Schnaidberg skitechnisch richtig viel los war. 

Am Schnaidberg

Gerüchteküche brodelt: Wieder ein Skilift für Peiting?

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Kreiscup-Rennen am Schnaidberg, Ski-Gaudi, Pistenspaß – da kommen bei vielen Peitingern Erinnerungen hoch. Angeblich soll es bald wieder einen Skilift am Schnaidberg geben. Stimmt das?

Peiting - In Peiting hält sich hartnäckig das Gerücht, dass der Skilift am Schnaidberg wiedereröffnet werden soll. Und wie es sich mit vielen Gerüchten verhält – irgendetwas ist meistens dran. TSV-Vorstand Günther Neureuther räumt ein: „Ja, ich habe das im Sinn gehabt, es hat entsprechende Gespräche gegeben.“ Ein kleiner Schlepper für die Anfänger habe ihm vorgeschwebt. „So wie in Rottenbuch, Hohenfurch oder Bernbeuren.“ Aber irgendwie hat sich das Projekt nach langen Gesprächen zwischen den Skiclubs SC Peiting, WSV Peiting-Ramsau und der Skischule Pfaffenwinkel im vergangenen Jahr zerschlagen.

Bezahlt hätte für die (gebrauchte) Liftanlage der TSV, den Betrieb hätten die Skiclubs übernehmen müssen, berichtet Neureuther. Das habe sich allerdings als schwierig herausgestellt: „Ich habe keine Rückmeldung mehr bekommen.“

Der Hang ist klasse, aber die schneereichen Winter werden immer weniger

Neureuthers unmissverständliches Fazit nach der Funkstille: „Für den TSV ist das vom Tisch. In meiner Dienstzeit werde ich das nicht mehr verfolgen. „Schade“, fügt er an, „die Kinder müssen überall hingefahren werden, so hat man den Skispaß am Weg“. Der Hang ist klasse, das weiß man auch beim Skiclub Peiting. „Gerade für Anfänger könnten wir da schon was bieten“, sagt Stefan Hickl, Vorstand des SC Peiting auf Anfrage der Schongauer Nachrichten. Aber die schneereichen Winter werden immer weniger. „Das sieht man ja auch gut am Kanapeerennen“, sagt Hickl und verweist darauf, wie oft das Rennen am Schnaidberg in den vergangenen Jahren wegen grüner Wiese statt weißer Piste abgesagt werden musste. 

Der Aufwand wäre enorm

Doch selbst bei Schnee-Segen sei der Betrieb einer solchen Liftanlage nicht ganz ohne. Es geht um Genehmigungen, um Parkplätze, um Umweltschutz-Auflagen und nicht zuletzt um das Personal, das ehrenamtlich am Lift bereitstehen müsste. „Viele Themen sind nicht geklärt in dieser Angelegenheit“, sagt Hickl und vergleicht den Betrieb einer Liftanlage am Schnaidberg mit einem 100-Meter-Lauf, „und wir stehen gerade am Start“.

Skischule ist skeptisch

Auch der Betreiber der Skischule Pfaffenwinkel, Klaus Rambach, sieht das mit der Organisation rund um einen Liftbetrieb in Peiting eher skeptisch. Freilich, die Idee sei gut, aber bei der Umsetzung trieben ihn eher die Sorgen um. Wer präpariert die Pisten? Was ist mit den Toiletten? Was mit einer Versicherung?

Unter- und Oberammergau zu nah?

Hinzu kommt für Klaus Rambach, dass es die ersten zwei Tage sicherlich nett zu fahren sei für Anfänger an diesem kleinen Lift. „Aber das wird den Kindern dann schnell langweilig. Die Zeiten, in denen mit den Ski auf dem Buckel mit dem Radl zum Lift gefahren wird, die sind längst vorbei.“ Wenn also die Eltern mit dem Nachwuchs ohnehin schon im Auto säßen, „dann fahren sie wahrscheinlich gleich noch die 25 Minuten nach Unter- oder Oberammergau weiter, wo mehr geboten ist.“ Rambachs Fazit: „Auch wenn die Idee positiv ist, die Kinder auf die Piste zu bringen – für mich ist die Sache vom Tisch.“ 

Es bleibt bei nostalgischen Bildern

Zumindest in diesem Punkt scheinen sich dann doch alle Beteiligten einig zu sein. Damit bleibt es wohl auch in den kommenden Wintern bei den nostalgischen Bildern aus einer Zeit, als der Schnaidberg noch ein viel befahrener Treffpunkt für Skifahrer war.

Tourismus-Magnet Schnaidberg: Erster Lift vor 50 Jahren

Die Gerüchte um einen neuen Skilift am Peitinger Schnaidberg hätten sich keinen besseren Zeitpunkt aussuchen können, um an der ein oder anderen Straßenecke aufzutauchen. Immerhin hat der Peitinger Lissi Schuster, Senior-Chef des gleichnamigen Peitinger Sportgeschäfts, vor genau 50 Jahren den ersten Skilift der Marktgemeinde gebaut – und zwar am Schnaidberg in Peitings Südwesten.

Ein Blick in Hunderte von Zeitungsartikeln, Schnipsel und alte Prospekte, die Ortsheimatpfleger Gerhard Heiß in mühevoller Kleinstarbeit zusammengetragen hat, zeigt: Tatsächlich war die Liftanlage am Schnaidberg seinerzeit ein großer Wurf für das Schongauer Land.

Die drei Liftanlagen am Schnaidberg sorgten seinerzeit für Pistenspaß.

Es ging klein los im Jahr 1969, als Lissi Schuster die erste Liftanlage baute. Erst einen, dann zwei, dann drei Liftanlagen. Der Erfolg war enorm. Im Oktober 1970 beantragte der damalige Skilehrer und Inhaber der Skischule Schuster im Gemeinderat die Erlaubnis, die Lifte zu später Stunde auch mit Flutlicht und Lautsprecheranlage betreiben zu dürfen.

Im Sommer sogar ein Gras-Skizentrum

Im Sommer wurde der Schnaidberg gar als Gras-Skizentrum genutzt. Genehmigt hatte das im Jahr 1971 Alt-Landrat Blaschke per Unterschrift. Auch eine Winterbusverbindung war einst im Gespräch, wurde jedoch nie verwirklicht.

Wer die historischen Bilder vom lebhaften Skibetrieb am Schnaidberg betrachtet, der kann sich das heute so gar nicht mehr vorstellen. Tatsache ist: Hier hat so richtig der Bär gesteppt.

Gäste buchen Sechs-Tages-Skiurlaub in Peiting

Ein alter Bus-Reiseprospekt belegt das: Hier wird seinerzeit ein Sechs-Tages-Skiurlaub in Peiting angeboten wie heute ein Pistenvergnügen mit Chalet in Kitzbühel. Ins Leben gerufen werden am Peitinger Schnaidberg dann auch die Kreiscuprennen, wie wir sie heute noch kennen.

1973 erstmals Schneemangel, aber Betrieb berappelt sich wieder

1973 hat der Skispaß erstmals ein Loch: Wegen Schneemangels liegt der Betrieb der Liftanlage darnieder. Aber: Der Betrieb berappelt sich wieder. Der Erfolg hält für viele Jahre an. Bis es irgendwann eng wird – auch wegen der nicht unbedingt von Schneereichtum gesegneten Winter. Die Schongauer Nachrichten formulieren es im Oktober 1994 so: „Seit zwei Jahren liegt der Skilift-Betrieb am Schnaidberg südlich von Peiting wegen Schneemangels bereits auf Eis, und deshalb hat sich der Liftbesitzer Alois Schuster jetzt entschlossen, die Anlage ganz aufzugeben.“

Hohe Wartungskosten und Rost bei langem Stillstand

Der Hintergrund: Auch wenn eine solche Liftanlage wegen Schneemangels nur steht, verursacht sie hohe Wartungskosten. Bei langem Stillstand droht außerdem Rost. Ein trauriger Moment für die Pisten-Gaudi in Peiting.

1994 wird Liftanlage abgebaut und ins Fichtelgebirge transportiert

Die Liftanlage wird im November 1994 abgebaut und ins Fichtelgebirge transportiert und soll dort den Skitourismus ankurbeln. Alois Schuster vermeldet damals zum traurigen Aus für das Ski-Vergnügen am Schnaidberg gegenüber den Schongauer Nachrichten: „Alois Schuster schloss im Gespräch mit der Heimatzeitung nicht aus, dass irgendwann einmal erneut ein Lift am Schnaidberg installiert wird. Voraussetzung ist allerdings, dass der Winter mitmacht, und am Schnaidberg entsprechende Schneeverhältnisse zu erwarten sind. Den Einsatz von Schneekanonen am Schnaidberg hält Schuster für einen zu großen Aufwand.“ 

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