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An der Ecke Kampfgartenweg/Jägerstraße soll das neue Jugendzentrum gebaut werden. Dagegen protestieren die Anlieger. Auf dem Bild v. l.: Robert Weinlich, Florian Gebler, Dietmar Winkler, Herbert Käser und Franz Blasi. 

Kampfgartenweg/Jägerstraße in Peiting

Anlieger protestieren gegen Juze-Standort in Peiting

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An der Ecke Kampfgartenweg/Jägerstraße in Peiting soll das neue Jugendzentrum entstehen. So hat es der Gemeinderat Mitte September nichtöffentlich beschlossen (wir berichteten). Was als großer Wurf gefeiert wurde, kommt bei den Anwohnern allerdings gar nicht gut an. Sie halten den Standort für ungeeignet und fühlen sich von der Gemeinde übergangen.

Peiting – „Zu allererst, wir sind nicht dagegen, dass ein neues Jugendzentrum gebaut wird“, schickt Robert Weinlich gleich vorweg. Denn dass etwas in Peiting für die Jugend getan werden müsse, sei unbestritten. „Wogegen wir aber sind, ist die unglückliche Standortwahl.“ Herbert Käser, Franz Blasi, Florian Gebler und Dietmar Winkler nicken zustimmend. Wie Weinlich wohnen sie alle im Wohngebiet Peiting-Birkenried und damit nur einen Steinwurf von jenem Grundstück entfernt, auf dem die Gemeinde das neue Jugendzentrum verwirklichen will. An der Ecke Kampfgartenweg/Jägerstraße soll die Einrichtung 2022 gebaut werden, Mitte September hatte der Gemeinderat dies hinter verschlossenen Türen beschlossen – in einem Zug mit der Weichenstellung für die künftige Kinderbetreuung in der Marktgemeinde. Für den Bürgermeister und seine Räte eine tolle Geschichte, schließlich hatte man sich seit Jahren mit der Suche nach einem Ersatz für das in die Jahre gekommene Juze-Gebäude an der Lorystraße beschäftigt.

Unschöne Überraschung für die Anlieger

Für die Anlieger ist das ganze dagegen eine unschöne Überraschung. „Wir haben davon aus der Zeitung erfahren“, ärgert sich Weinlich, der Parallelen zu den aktuellen Querelen um das Marienheim zieht. Es könne nicht sein, dass der Standort hinter verschlossenen Türen festgelegt werde und man die Anlieger einfach übergehe. Noch dazu, wenn man bedenke, dass im Gremium einige Bürgermeisterkandidaten säßen, die in ihren Wahlprogrammen damit werben würden, den Ort mit den Bürgern gestalten zu wollen.

Anwohner halten den Standort nicht für geeignet 

Den Standort halten die Anwohner gleich aus mehreren Gründen für ungeeignet. So fürchten sie die Lärmbelastung. Keiner habe Probleme mit den Sportveranstaltungen auf dem Gelände oder den spielenden Kindern der Grundschule in den Pausen. Vielmehr gehe es um die Abendveranstaltungen im neuen Jugendzentrum. „An der Basili-Wiese redet man von der hohen Hürde Lärmschutz und bei uns ist das kein Thema“, sagt Käser.

Grundstück gehört der Gemeinde bereits

Dazu komme der Verkehr, der durch das Juze deutlich zunehmen werde, fürchten die Anwohner. In der verkehrsberuhigten Zone fehle es aber jetzt schon an Parkplätzen. „Für das Grundstück spricht eigentlich nur, dass es der Gemeinde gehört und es Hausmeister vor Ort gibt“, sagt Weinlich mit Blick auf die anderen gemeindlichen Einrichtungen. Auch zentrumsnah sei die Lage nicht. Wenn man sich schon für den Ortsrand entscheide, könne man das Jugendzentrum genauso gut im Gewerbegebiet platzieren. „Da stört es niemanden.“ Eine weitere Möglichkeit wäre, den Standort mit dem des geplanten Abenteuerspielplatzes zwischen Eishalle und Dreifachhalle zu tauschen. „Da wären die Parkplätze bereits vor Ort“, sagt Gebler.

Mit ihrem Protest steht die fünfköpfige Initiative nicht allein. In den vergangenen Tagen haben Weinlich und seine Mitstreiter allein in ihrem Wohngebiet gut 50 Unterschriften gegen den Juze-Standort gesammelt. Am heutigen Dienstag wollen sie die Liste auf der Bürgerversammlung in der Schloßberghalle dem Bürgermeister übergeben.

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