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Wechsel im Gemeinderat

Da waren’s nur noch sieben: Auch Alexander Zila verlässt Peitinger SPD-Fraktion

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Am Ratstisch in Peiting sind erneut die Stühle gerückt worden. Nach Alfred Jocher und Christian Lory hat jetzt auch Alexander Zila die SPD-Fraktion verlassen und sich den „Unabhängigen Peitinger Gemeinderäten“ angeschlossen. Bei der SPD ist man „enttäuscht“. Der Wechsel hat für die Sozialdemokraten Konsequenzen.

Peiting – Dass Alexander Zila und die Peitinger SPD in Zukunft getrennte Wege gehen würden, hatte sich schon im Sommer abgezeichnet. Damals habe er die Fraktion darüber informiert, dass er bei den kommenden Kommunalwahl nicht mehr für die Sozialdemokraten kandidieren werde, weil er sich beruflich verändern wolle, sagt Zila, der 2014 zum ersten Mal in den Gemeinderat gewählt worden war. Dazu kommt die Politik der Bundes-SPD, die dem Sozialpädagogen nach eigener Aussage schon länger missfällt.

Gemeinderat Alexander Zila

Doch Zila lässt durchblicken, dass auch die Arbeit in der Fraktion ihren Teil zu seiner Entscheidung beigetragen hat. In gewissen Themen habe er sich allein gelassen gefühlt, sagt er etwa mit Blick auf das Jugendzentrum. Sechs Jahre habe er für einen Neubau gekämpft, immer habe es geheißen, es gebe kein Grundstück. „Plötzlich ist dann doch Platz da.“ Davon hätten auch die Fraktionsvorsitzenden gewusst – ein Vorwurf in Richtung SPD-Fraktionschef Herbert Salzmann. „Das war für mich sehr frustrierend.“ Gerade von den „alten Hasen“ in der Fraktion hätte er sich mehr Unterstützung für die neuen Gremiumsmitglieder gewünscht. Mit letzteren, auch das betont der 47-Jährige, habe er sich sehr gut verstanden.

Für die SPD kommt Zilas Rückzug so kurz vor der Wahl zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Mit zehn Gemeinderäten stellte die SPD zu Beginn der Legislaturperiode die mit Abstand stärkste Fraktion. Knapp sechs Jahre später ist die Vormachtstellung Geschichte. Ende 2015 kehrte erst der langjährige Gemeinderat Alfred Jocher den Sozialdemokraten den Rücken. Mitte 2018 tat es ihm Christian Lory gleich – als Konsequenz daraus, dass die SPD ihren damaligen Fraktionschef nicht als Kandidat für das Bürgermeisteramt ins Rennen schicken wollte. Und nun auch Zila, womit die SPD-Fraktion für die restlichen Monate vor der Wahl nur noch aus sieben Mitgliedern besteht – genauso viele, wie die CSU hat.

SPD-Fraktionschef Herbert Salzmann

Entsprechend verschnupft reagiert Salzmann auf den jüngsten Aderlass. „Ich bin enttäuscht von Herrn Zila. Von ihm hätte ich mir in den letzten Monaten mehr Transparenz erwartet. Wenn man vorhat, zu wechseln, sollte man das den Beteiligten ehrlich ins Gesicht sagen und nicht erst kurz vor der Aufstellungsversammlung“, so der SPD-Fraktionschef.

Tatsächlich habe er die SPD erst in der Woche vor seiner Kandidatur auf der Liste der Unabhängigen über seine Entscheidung informiert, sagt Zila. Der Entschluss, sich noch einmal aufstellen zu lassen, sei allerdings auch erst kurz davor gefallen, verteidigt sich der Sozialpädagoge, dessen Pläne für eine berufliche Neuorientierung sich zwischenzeitlich zerschlagen hatten. Der Austritt aus der Fraktion sei ihm zudem von der SPD bereits im Sommer nahegelegt worden für den Fall, dass er sich für die Unabhängigen und deren Bürgermeisterkandidaten Christian Lory engagiere. „Genau dem habe ich Folge geleistet.“

SPD verliert Sitz im Bauausschuss

Zilas Wechsel hat auch Konsequenzen für die Sitzverteilung in den Ausschüssen. Wie Kämmerer Christian Hollrieder am Dienstag in der Gemeinderatssitzung erläuterte, fällt einer der drei SPD-Sitze im Bauausschuss an die Unabhängigen, die bislang in dem Gremium nicht vertreten waren. Statt Hans Zwerger (SPD) sitzt künftig Christian Lory (Unabhängige) in dem wichtigen Ausschuss am Ratstisch, sein Vertreter ist Alfred Jocher.

Veränderungen gibt es auch im Rechnungsprüfungsausschuss. Dort verlieren die Grünen ihren Platz an die Unabhängigen, statt Thomas Elste gehört ab sofort Jocherdem Gremium an. Da der Ausschuss allerdings bis zur Wahl nicht mehr zusammenkomme, seien die Auswirkungen eher theoretischer Natur, so Hollrieder.

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