Der Peitinger Brauer Manuel Rößle
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Ausgezapft: Der Peitinger Brauer Manuel Rößle hat einen Schlussstrich unter seine 2013 gegründete Biermanufaktur Sparifankal gezogen.

Brauer hört zum jahresende auf

Aus für Peitinger Biermanufaktur Sparifankal

  • Christoph Peters
    vonChristoph Peters
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Seit 2013 hat Manuel Rößle in Peiting sein eigenes Bier gebraut. Doch damit ist jetzt zum Leidwesen aller treuen Kunden Schluss. Zum Jahresende schließt der Brauer seine kleine, aber feine Biermanufaktur Sparifankal, nachdem er zuletzt vergeblich nach neuen Räumen für die Brauerei gesucht hatte.

Peiting – 2013 hatte Manuel Rößle seinen Traum verwirklicht und im Gastronomiebetrieb „Bergwerk“ seines Onkels Manfred Barnsteiner seine eigene Brauerei Sparifankal ins Leben gerufen. Für den jungen Peitinger ein Herzensprojekt, das er leidenschaftlich neben seiner hauptberuflichen Arbeit als Brauer in Andechs vorantrieb. Neben Klassikern wie dem Peitinger Hell sind es vor allem die besonderen Biere wie der Whiskeybock oder das Cucurbita mit Muskatkürbis und Ingwer, denen sich der junge Brauer verschrieben hat. Mit dem „Bergwerk Nulldrei“ kredenzte Rößle zudem eigens ein halbdunkles Märzenbier als Hommage an die Peitinger Bergbauvergangenheit. Kein Wunder also, dass die Biermanufaktur mit dazu beitrug, dass die Marktgemeinde 2018 den Titel „Genussort“ verliehen bekam.

Pachtvertrag wurde gekündigt

Doch in Zukunft werden die Peitinger auf ihr vor Ort hergestelltes Bier verzichten müssen. Ende des Jahres endet die Ära des „Sparifankal“, denn Rößle muss aus den bislang genutzten Räumlichkeiten im „Bergwerk“ ausziehen. Im vergangenen Dezember habe sein Onkel den Pachtvertrag gekündigt, weil dieser die Räume selber benötigte, sagt der 32-Jährige. Betroffen davon sei auch sein Bruder Stephan gewesen, der im „Bergwerk“ das „Spix“ betrieb. Während Stephan Rößle seine beliebte Kneipe im Sommer schloss, machte sich Manuel Rößle auf die Suche nach einem alternativen Standort für seine Brauerei. Doch das gestaltete sich als aussichtsloses Unterfangen. Fast ein Jahr habe er gesucht, berichtet der 32-Jährige. Doch fündig sei er nicht geworden. Auch mit der Gemeinde war der Brauer wegen eines Gewerbegrundstücks im Gespräch. Doch das neue Baugebiet an der Bergwerkstraße, das gerade entwickelt wird, komme für ihn zu spät, bedauert er.

Dass Rößle schließlich den Entschluss fasste, sich nach einem Käufer für seine kleine Brauerei umzusehen, lag freilich auch an der Corona-Krise. Das Geschäft sei auch bei ihm in den vergangenen Monaten stark rückläufig gewesen, zieht Rößle Bilanz. „Rein betriebswirtschaftlich ist es wahrscheinlich die beste Entscheidung.“ Einfach gefallen sei sie ihm aber nicht, gibt der Brauer zu. Kein Wunder, schließlich hängt nach so vielen Jahren auch jede Menge Herzblut am eigenen Betrieb.

Käufer für Brau-Anlage kommt aus Franken

In einer Facebook-Gruppe für Brauer wurde Rößle bei der Suche nach einem Käufer fündig. Ein 25-jähriger Franke bekundete Interesse. „Er betreibt einen Minigolf-Platz und will jetzt auch noch sein eigenes Bier brauen“, verrät Rößle. Mitte November fand die Übergabe der kompletten Brau-Anlage statt. Bis Ende des Jahres wird der Peitinger noch das restliche Inventar ausräumen, auch einige Restbestände Fassbier sind darunter. „Dafür können sich gerne noch Käufer melden“, sagt der 32-Jährige, auch wenn größere Feiern im Moment ja leider nicht erlaubt seien. Apropos größere Feier: Dass das Aus für seine Brauerei auch gleichzeitig das Ende für das Peitinger Bierfestival bedeutet, das der Peitinger 2017 ins Leben gerufen hatte, bedauert Rößle besonders. Schließlich hatte sich die Veranstaltung zuletzt wachsender Beliebtheit erfreut. Heuer musste allerdings auch sie wegen der Corona-Beschränkungen ausfallen.

Doch irgendwann wird die Pandemie wieder vorbei sein – und wohl auch Rößles unternehmerische Pause. Er und sein Bruder Stephan hätten jedenfalls schon viele Ideen, verrät der Peitinger: „Der Ruhestand wird sicher nicht so lange dauern.“

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