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Wie in einer römischen Säulen-Badelandschaft: Eine von drei Wasserkammern in Peiting. 

600 000 Euro Fixkosten für den Bau

Wasser: Peiting dockt an Schongau an

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Es ist ein großes Projekt, mit dem Peiting die Wasserversorgung absichert: Im Jahr 2020 soll eine Notleitung an die Schongauer Wasserversorgung angeschlossen werden. 

Peiting – In Zeiten der trockenen Sommer und der Klimaerwärmung müssen die Kommunen zunehmend eine funktionierende Trinkwasserversorgung im Blick haben. Auch, wenn es in Peiting bislang nie einen Engpass gegeben hat, wie Gerhard Habersetzer betont: „Wir stellen aber schon fest, dass das Grundwasser schwankt und auch zurückgeht.“

Habersetzer ist im Peitinger Bauamt Ansprechpartner in Sachen Wasserversorgung und kann einen Überblick über den Anschluss ans Schongauer Netz geben: Andocken kann sich Peiting an die Schongauer Leitung erst, wenn die Nachbarn ihre zweite Anlage im Denklinger Forst gebaut haben – dort werden zwei neue Brunnen geschlagen, es wird eine Verbindungsleitung gebaut. „Erst dann können wir einen Bypass ins Schongauer Gewerbegebiet legen.“ Geplant ist dies im Bereich Dießener Straße/Wanderhofstraße.

Peitinger Wasserversorgung: Gebäude muss gebaut werden

Mit dem Bau der Leitung geht auch der Bau eines Gebäudes in diesem Bereich einher. Denn: Um die Notversorgungsleitung im Ernstfall auch nutzen zu können, muss eine Drucksteigerungsanlage gebaut werden. Im Bereich der Dießener Straße sinkt das Niveau ab, das Wasser kann von dort nur über eine solche Anlage „hoch“ nach Peiting gefördert werden.

Hinzu kommen zur Herstellung der ein Kilometer langen Leitung, der Anlage und des Gebäudes auch die Unterhaltskosten: Damit auch das Wasser in der Notleitung stets einwandfrei genießbar ist, „muss es täglich ausgetauscht werden“, so Habersetzer. Die Gemeinde Peiting lässt sich die Wasser-Sicherheit für ihre Bürger also etwas kosten.

Genügend reines Wasser in Peiting

Dass der Notverbund mit Schongau trotzdem kein Luxus ist, zeigt eine Bewertung, die die Kommune für ihre bestehende Trinkwasserversorgung bekommen hat. „Peiting ist hier im mittleren Bewertungsbereich.“ Und das, obwohl es stets genügend reines Wasser gibt. Einzig eine Notleitung hat bisher eben gefehlt. Die Betonung liegt hier übrigens auf dem Wort „Not“. „Es soll keine Vollversorgung sein“, sagt Habersetzer. Für eine Vollversorgung des gesamten Ortes wäre auch die Kapazität der 150er-Leitung nicht ausreichend.

Übrigens: Peiting ist als Kommune, die Wasser fördert und verteilt, selbst zuständig für die Absicherung der Wasserversorgung – und mit der geplanten Notleitung nach Schongau sicher auf einem guten Weg. Gerhard Habersetzer wagt einen Denkvorstoß: „Vielleicht muss man sich irgendwann nochmal auf die Suche machen, wo es für uns möglich sein könnte, einen weiteren Brunnen zu schlagen.“

Schwierige Suche nach Ort für Brunnen

Wie schwierig die Suche nach einem geeigneten Ort für einen solchen Brunnen ist, wird schnell klar mit Blick auf das Schutzgebiet, das für jeden Brunnen ausgewiesen werden muss. „Diese Gebiete sind schon sehr groß und gehen mit großen Einschränkungen für die Landwirtschaft einher.“

Wie gut, dass jetzt erstmal alles in trockenen Tüchern ist bei der Wasserversorgung. „Selbst im letzten Sommer, der ja sehr trocken war, hatten wir überhaupt keine Probleme in Peiting. Wir haben wirklich sehr viel Wasser.“

Um dieses Thema soll es auch in der Sitzung des Peitinger Gemeinderats am heutigen Dienstag gehen: Auf Anfrage eines Gemeinderats werden die Schwankungen des Grundwasserspiegels ins Blickfeld gerückt. Dieser sei zwar gesunken, noch ist aber alles im grünen Bereich, versichert Gerhard Habersetzer schon mal vorab.

Auch interessant: Die Brettspieltage in Peiting gehen in die zweite Runde

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