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Soll einen Namen bekommen: der Weg entlang des Wellenfreibads in Peiting. Ob er, wie vom AWO-Ortsverein vorgeschlagen, nach AWO-Gründerin Marie Juchacz benannt wird, ist noch nicht entschieden. 

Marktgmeinderat Peiting

Marie-Juchacz-Weg am Wellenfreibad? AWO-Antrag sorgt für Diskussion

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Soll der Weg entlang des Wellenfreibads in Peiting künftig den Namen von Arbeiterwohlfahrt-Gründerin Marie Juchacz tragen? Ein entsprechender Antrag des AWO-Ortsvereins hat jetzt im Marktgemeinderat für eine längere Diskussion gesorgt. Am Ende wurde die Entscheidung vertagt.

Peiting – Es war Gunnar Prielmeier, der den Antrag in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats vortrug. Prielmeier ist nicht nur SPD-Rat, sondern auch Vorsitzender des AWO-Ortsvereins, der aktuell rund 270 Mitglieder zählt. Anlass für den Vorstoß, den sogenannten Badweg nach Marie Juchacz zu benennen, sei ein besonderes Jubiläum, sagte Prielmeier. „Die AWO wird heuer 100.“ Am 13. Dezember 1919 hatte Marie Juchacz die Arbeiterwohlfahrt gegründet (siehe Kasten). Die Kosten für das Schild, welches über das Wirken der verdienten Sozialpolitikerin informieren soll, trage der Ortsverein, erklärte Prielmeier. Gleiches gelte für die Sitzbank, die man am Weg errichten wolle.

Während die SPD-Fraktion den Antrag unterstützte, gab es von anderer Seite skeptische Stimmen. „Ich tue mich schwer, einen Weg, der als Badweg im Sprachgebrauch verankert ist, anders zu nennen“, sagte Herwig Skalitza. Stattdessen wäre die Benennung des AWO-Seniorenzentrums nach Maria Juchacz die bessere Wahl, regte der CSU-Rat an. „Das wäre die größere Auszeichnung.“

„Mir geht es genauso“, pflichtete Alfred Jocher (Unabhängige) seinem Vorredner bei, was die Umbenennung anging. Das Bad gebe es seit 80 Jahren, „wir sollten den Lokalkolorit behalten.“ Eher könne er sich vorstellen, den Fußweg am Seniorenheim selbst entsprechend zu benennen. Auch Franz Seidel (BVP) war sich sicher, dass kein Mensch den gewünschten Namen für den Badweg verwenden werde. Lieber solle man einen neuen Weg nach der Sozialpolitikerin benennen. „Das bleibt besser haften.“

Christian Lory (Unabhängige) erinnerte freilich an eine Entscheidung, die das Gremium im vergangenen Herbst getroffen hatte. Damals leistete man dem Wunsch der KAB Folge, den sogenannten „Friedhofsweg“ zwischen Kapellen- und Friedhofstraße Bischof Wilhelm Emmanuel von Ketteler zu widmen. Da habe man die gleiche Problematik, was die Verwendung im Sprachgebrauch angehe.

Und noch ein Problem tauchte in der Sitzung auf. Wie Bürgermeister Michael Asam erklärte, hatte es bereits 2002 einen Antrag der SPD gegeben. Dabei sei es darum gegangen, alle namenlosen Wege zu benennen. Dieser sei jedoch vergessen und nie behandelt worden, musste Asam einräumen. Auf der Liste habe auch der Badweg gestanden, für den die Heimatfreunde damals den Namen Auwiesenweg vorgeschlagen hätten. Als Kompromiss schlug der Rathauschef vor, den Weg aufzuteilen, um beide Vorschläge umsetzen zu können.

Angesichts dieser Entwicklung hielt es Norbert Merk allerdings für besser, den Antrag zurückzustellen und erst einmal zu ermitteln, „welche Wege haben wir und wie wollen wir sie widmen.“ Gleichzeitig solle Asam bei der AWO ausloten, ob eine Benennung des Seniorenzentrums möglich sei.

SPD pocht auf Entscheidung

Bei Herbert Salzmann kam die im Gremium gezeigte Skepsis freilich gar nicht gut an. „Anscheinend hat der Wahlkampf schon begonnen“, polterte der SPD-Fraktionschef. Bei der Umbenennung des Friedhofwegs hätten auch alle Fraktionen dafür gestimmt. Um des Friedens willen, beharre man heute nicht auf einer Entscheidung. „Wir erwarten aber, dass sie noch diese Periode kommt.“ Und zwar in einer Weise, die der Bedeutung der Sozialreformerin gerecht werde.

Bei der CSU versuchte man, die Wogen zu glätten. Der Vorschlag der Heim-Benennung sei als Wertschätzung gedacht, sagte Michael Deibler. Und auch Peter Ostenrieder beschwichtigte: „Wir haben kein Problem, dem Antrag zuzustimmen. Wir fänden es nur schade, wenn der Name von der Bildfläche verschwindet, weil der Weg nicht so genannt wird.“

Ein endgültiger Beschluss soll nun in einer der nächsten Sitzungen fallen, wenn sich der Gemeinderat genauer mit den noch namenlosen Wegen im Ort beschäftigen wird.

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