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Für Insektenschutz: Peitings zweite Ortsbäuerin Stefanie Wörnzhofer (links) und Gärtnerin Nicole Hechenrieder. 

Peiting blüht auf

Gegen das Artensterben und für Insektenschutz

Die Peitinger Landfrauen machen mobil – gegen das Artensterben und für den Insektenschutz. Die Idee: Alle Bürger sollen gemeinsam bessere Lebensbedingungen für Insekten schaffen. Zur Info-Veranstaltung unter dem Motto „Peiting blüht auf!“ kamen über 300 Menschen in die Schloßberghalle.

Peiting – „Viele kleine Leute, an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht dieser Welt verändern“: Dieses afrikanische Sprichwort haben sich die Initiatoren der Aktion „Peiting blüht auf!“ zum Motto gewählt. In Peiting sollen die kleinen Dinge so aussehen: Landwirte und Gemeinde stellen Flächen zur Verfügung, die gemeinsam mit Bürgern insektenfreundlich bepflanzt werden. Auch die Pflege der Flächen soll über Bürgerengagement laufen. Interessenten können sich bis Mitte April in der Tourist-Information in Peiting melden.

Wer nicht selbst Hand anlegen will, kann auch Geld für die Bepflanzung spenden. Blühsamen für einen Hektar Fläche kosten nämlich rund 600 Euro. „Ich bin schon ziemlich neugierig, wie die Aktion wird“, verriet Peitings zweite Ortbäuerin Stefanie Wörnzhofer, die diese Idee zusammen mit Silvia Schlögel ausgeheckt hat.

Peitings Bürgermeister Michael Asam war schnell überzeugt

Bei Bürgermeister Michael Asam rannten sie damit sozusagen offene Türen ein. Im Nebenzimmer beim Landfrauentag wurde das Gemeindeoberhaupt schnell überzeugt, wie Asam in seinem Grußwort schmunzelnd anmerkte. Der betonte außerdem, dass die Gemeinde bereits seit zwei Jahren Blühflächen anlegt. Die Samen dafür können auch beim Bauhof erworben werden. „Es ist eine vorbildliche Aktion, die da gestartet wird“, so Michael Asam.

Über 300 Interessierte sind zu der Auftaktveranstaltung der Aktion „Peiting blüht auf“ in die Schloßberghalle gekommen.

Stefanie Wörnzhofer selbst hat bereits im vergangenen Jahr Erfahrungen mit bienenfreundlichen Blühflächen gesammelt. Die sind nicht nur nützlich, sondern auch schön anzuschauen. „Wir müssen auch bei Kleingärten anfangen umzudenken. Nicht so geschniegelt, sondern ein bisschen anders“, erkannte eine Besucherin.

Dieses Umdenken soll laut Asam auch in diesem Jahr am Hauptplatz in Peiting stattfinden. Die Blumenkästen am Rathaus und am Brunnen sollen „etwas wilder“ gestaltet werden. Der Bauhof will in diesem Jahr auf den betreuten Flächen mehr mit Staudengewächsen arbeiten.

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Bürger sollen Flächen nicht betreten

Wichtig ist es den Initiatoren von „Peiting blüht auf!“, dass Bürger außer zur Pflege der Flächen diese nicht betreten, um ungestörtes Blühen und auch Ruhe für die Insekten zu gewährleisten.

Zu den geplanten Pflanzaktionen sollten Interessierte möglichst vorhandenes Gartengerät und Schutzkleidung selbst mitbringen – und Hunde zu Hause lassen, da diese bei den Arbeiten nur stören.

Eine Einschränkung gibt es allerdings beim Ausweisen von bepflanzbaren Flächen, wie Dominikus Häuserer vom Ortsbauernverband ausführte: Im Rahmen des Grünlandprogramms gibt es nämlich das sogenannte „Umbruchverbot“, was bedeutet, dass einige Flächen gar nicht blühen dürfen. „Biolandwirte dürfen alle Flächen umbrechen, aber konventionelle Landwirte müssen das mit dem Amt abklären und Blühstreifen genehmigen lassen“, so Häuserer. „Ob wir das heuer noch hinbringen, weiß ich nicht, das kann auch erst nächstes Jahr passieren“, meinte er.

Was Hegeringleiter Martin Hübl zu der Aussage veranlasste, das Umbruchverbot sein ein „Vollschwachsinn“. Auch die Jäger seien sehr an Blühstreifen interessiert. Hier sei Asam gefragt, Druck auf das Landratsamt auszuüben. Der hofft aber auf öffentlichen Druck, wenn die Aktion läuft und auch in anderen Gemeinden Nachahmer findet.

Anmeldungen und Spenden

Interessenten für die Pflanzaktion können sich bei per Mail an Peiting-blueht@web.de anmelden. Spenden für Blühsamen unter dem Stichwort „Peiting blüht auf“ und Zahlungsempfänger „Markt Peiting“ auf das Konto DE08 7016 9509 0000 0000 19 bei der Raiffeisenbank Pfaffenwinkel. Für eine Spendenquittung die vollständige Adresse angeben.

VON URSULA FRÖHLICH

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