Das Baywa-Gelände in Peiting.
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Die hochgewachsenen Sträucher auf dem Peitinger Baywa-Gelände sind teils morsch und müssen gefällt werden. Der Grüngürtel soll aber erhalten bleiben.

„Gibt es jetzt dort einen Kahlschlag?“

Anliegerin sorgt sich über Baumfällung auf Peitinger Baywa-Gelände – Linden-Streit mit Autohaus geht weiter

  • Christoph Peters
    vonChristoph Peters
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Baumfällungen sorgen immer wieder für Ärger. In Peiting haben jetzt Holzarbeiten auf dem Baywa-Gelände eine Anliegerin auf den Plan gerufen. Währenddessen gibt es eine neue Wendung im Baum-Streit zwischen Gemeinde und einem Autohaus an der Ammergauer Straße.

Peiting – Baum fällt, hieß esvor kurzem auf dem Gelände der Peitinger Baywa – nicht zum ersten Mal, wie eine Anliegerin schildert, die sich an die Schongauer Nachrichten gewendet hat. Schon zuvor sei ein Baum im Süden des Grundstücks der Motorsäge zum Opfer gefallen. Und auch im vergangenen Frühjahr seien Holzarbeiter vor Ort gewesen und hätten einen Baum gefällt. „Gibt es jetzt dort einen Kahlschlag“, fragt sich die Anliegerin mit sorgenvollem Blick auf die noch bestehenden Bäume in diesem Bereich.

Im Bauamt der Gemeinde wusste man auf Nachfrage der Heimatzeitung nichts von den Baumfällungen. Das allerdings sei nicht ungewöhnlich. „Die Bäume stehen auf Privatgrund“, stellte Marktbaumeister Fabian Kreitl fest. Damit sei die Gemeinde außen vor, denn in Peiting gebe es bekanntlich keine Baumschutzverordnung. Gefällt werden dürfe wegen des Vogelschutzes nur von Oktober bis März, woran sich der Eigentümer in diesem Fall halte, weist Kreitl hin.

Bäume auf dem Baywa-Gelände sind in schlechtem Zustand

Auf Nachfrage verweist die Baywa auf den schlechten Zustand der Bäume, der eine Fällung nötig mache. Ursprünglich vor vielen Jahren beim Bau der Niederlassung als Grüngürtel angelegt, seien die Stämme der hochgewachsenen Sträucher mittlerweile innen morsch. Weil herabfallende Äste und schlimmstenfalls das Umstürzen der kranken Bäume drohe, müsse man handeln, um die Verkehrssicherheit auf dem Gelände zu gewährleisten, teilt das Unternehmen mit, das auch auf die dort verlaufende Stromleitung verweist, die freigehalten werden müsse. Weitere Fällaktionen würden deshalb folgen. Ganz verschwinden soll der Grüngürtel aber nicht, versichert man bei der Baywa. Viel mehr soll die Hecke verjüngt und erhalten werden. Anlieger, die Fragen zur Fällung hätten, könnten sich im Übrigen jederzeit an die Niederlassung wenden, heißt es.

Erst jüngst hatte ein Antrag auf Entfernung von acht Linden gegenüber eines Autohauses an der Ammergauer Straße den Peitinger Gemeinderat beschäftigt. Dem Unternehmen sind die großen Bäume ein Dorn im Auge, weil der herabtropfende Honigtau die auf der Ausstellungsfläche abgestellten Autos beschädigt. Die Gemeinde lehnte jedoch eine Beseitigung ab, woraufhin das Autohaus das Grundstück neu vermessen ließ. Dabei stellte sich heraus, dass die Linden auf dem Grund des Autohauses oder auf der Grenze zum gemeindlichen Grund stehen. Damit könne das Unternehmen die Bäume entfernen lassen, teilte Bürgermeister Peter Ostenrieder dem Gemeinderat im Dezember mit. „Wir können nichts dagegen machen.“ Das Autohaus ließ damals das weitere Vorgehen offen.

Noch stehen die Linden an der Ammergauer Straße. Die Gemeinde hat eine Versetzung der Bäume abgelehnt.

Jetzt ist offenbar ein neuer Vorschlag auf dem Tisch. Wie der Bürgermeister bestätigt, habe das Autohaus angeboten, die Bäume der Marktgemeinde zu überlassen, wenn diese die Linden auf eigene Kosten versetze. Die Gemeinde würde so das Geld für Neupflanzungen an anderer Stelle einsparen.

Versetzung der Bäume für Gemeinde keine Option

Für den Rathauschef ist das allerdings keine Option. Zwar habe die Gemeinde zuletzt sechs Bäume auf dem ehemaligen Parkplatz an der Poststraße versetzen lassen. Allerdings hätte es sich dabei tatsächlich um gemeindliche Bäume gehandelt, sagt Ostenrieder. „Bei den Bäumen an der Ammergauer Straße hatte uns der Anwalt ja mitgeteilt, dass es die Bäume der Firma Resch bzw. sogenannte Grenzbäume seien.“

Gegen eine Versetzung sprächen nicht nur die Kosten, die der Bürgermeister auf rund 4000 Euro pro Baum beziffert. Hinzu käme das Risiko, dass die Linden die Umpflanzaktion nicht überleben. „Das steht alles in keinem Verhältnis.“ Schließlich gehe es der Marktgemeinde nicht darum, die Bäume an irgendeinem Standort in Peiting zu erhalten, sondern an der aktuellen Stelle, betont Ostenrieder. „Der ideelle Wert dieser Allee an der Ammergauer Straße ist durch eine Pflanzung an anderer Stelle nicht ersetzbar.“

Dem Autohaus habe er die Ablehnung bereits mitgeteilt, sagt Ostenrieder. Eine Antwort stehe noch aus.

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