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Die Schneeschaufel steckt noch auf dem Dach. Der vordere Bereich mit der heruntergedrückten Dachrinne ist bereits vom Schnee befreit, ehe der Mann abstürzte.   

Schneechaos

Beim Schneeschaufeln vom Dach gestürzt

Gleich mehrere Schutzengel hat ein 54-jähriger Peitinger gehabt, der beim Schneeschaufeln vom Hausdach gestürzt ist – sechs Meter tief. Wie durch ein Wunder blieb der Mann nahezu unverletzt und zog sich lediglich ein paar Prellungen zu.

Peiting – Die Schneelast auf den Dächern hat in den vergangenen Tagen viele Hausbesitzer beunruhigt. So mancher spielte mit dem Gedanken, aufs Dach zu steigen und es abzuschaufeln bzw. abschaufeln zu lassen. „Da ist allerhöchste Vorsicht geboten“, warnt die Polizei mit Nachdruck. Dennoch kommt es immer wieder zu Unfällen. Wie jetzt in Peiting.

Die Vorgeschichte: Der viele Schnee auf ihrem Hausdach ließ eine 74-jährige Peitingerin nicht mehr ruhig schlafen. Fast bis zu einem Meter hoch lag die weiße Pracht in luftiger Höhe. Unter der schweren Last war die Dachrinne in Teilbereichen bereits aus der Verankerung gerissen. Aus Sorge um weitere Schäden hat sich die 74-Jährige an die Freiwillige Feuerwehr Peiting gewandt und angefragt, ob die Wehr nicht mit ihrer Drehleiter zu Hilfe kommen könnte. Sie würde den Einsatz auch bezahlen, bot die Frau an.

Niemand wollte das Dach der Peitingerin räumen

Doch von der Peitinger Feuerwehr bekam sie eine Absage. Sie solle sich an Firmen mit Hebebühnen-Verleih wenden, wurde der Peitingerin geraten. Und das machte sie auch – ohne Erfolg. Denn die große Hebebühne, die für das Dachabschaufeln notwendig gewesen wäre, stehe erst in zwei Monaten zur Verfügung, hieß es. „Das hilft mir nichts“, sagte die Frau.

Jetzt war guter Rat teuer. Sollte sie etwa selber aufs Dach steigen? Einen Klettergurt zur Absicherung hätte sie sogar noch daheim rumliegen. Doch da legte der 54-jährige Sohn sein Veto ein. Bevor die Mutter sich auf das Dach begeben würde, wollte er die Sache lieber selber in die Hand nehmen. So kam es dann auch.

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Sohn kletterte aufs Dach

Jetzt musste nur noch eine Leiter her. Leider war die lange Alu-Leiter total eingeschneit, an die war nicht heranzukommen. Aber es gab ja noch eine ausziehbare Holzleiter. Ihr Zustand: noch „pfennigguat“. Also her damit. Mit ihr stieg der 54-jährige Sohn aufs Dach und begann mit dem Abschaufeln des Schnees im Bereich unterhalb der Photovoltaik-Anlage – dort, wo die Dachrinne herunterzubrechen drohte.

Nach Beendigung des Einsatzes in luftiger Höhe wollte der 54-Jährige wieder vom Dach steigen. Da passierte das Unglück: Auf die „pfenniggute“ Holzleiter war anscheinend doch kein Verlass mehr. Eine Sprosse brach unter dem Gewicht des Mannes, die Leiter klappte zusammen, und der 54-jährige stürzte in die Tiefe – vor den Augen der Mutter.

Froh, dass der Sohn den Sturz ohne größere Blessuren überstanden hat

Nach dem ersten Schreck war die 74-jährige Peitingerin heilfroh, dass ihr Sohn den Sturz aus sechs Meter Höhe offenbar ohne größere Blessuren überstanden hat. Der 54-Jährige war auf die kaputte Leiter gefallen, und der Schnee hat den Sturz zum Glück etwas abgemildert.

Großes Glück hat der 54-Jährige aber auch noch gehabt, dass die Schneemassen auf der Photovoltaik-Anlage nicht ins Rutschen gekommen ist, sonst wäre der Mann auch noch unter einer Dachlawine begraben worden.

Vorsicht beim Schneeräumen

Dieser Unfall zeigt: Man kann nie vorsichtig genug sein, denn Dachabschaufeln birgt immer ein Risiko. So eine Aktion sollte man am besten Fachleuten mit der entsprechenden Ausrüstung überlassen.

Auch das THW warnt davor, Hausdächer selbst zu räumen.

MICHAEL GRETSCHMANN

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