Im Schnitt die meisten Raser erwischten die Kontrolleure 2020 in Peiting in der Kapellenstraße, der Füssener Straße sowie in der Angermoosstraße. Grafik: chpe
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Im Schnitt die meisten Raser erwischten die Kontrolleure 2020 in Peiting in der Kapellenstraße, der Füssener Straße sowie in der Angermoosstraße. Grafik: chpe

Geschwindigkeitsmessungen

Peiting: Blitzer-Bilanz mit positivem Trend - aber eine Straße taucht erstmals in der Statistik auf

  • Christoph Peters
    vonChristoph Peters
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Auch im vergangenen Jahr hat der KDO im Auftrag der Gemeinde Peiting Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt. Dabei zeigt sich ein erfreulicher Trend.

Peiting – Seit 2014 läuft die Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde Peiting und dem Zweckverband Kommunale Dienstleistungen Oberland bereits. Als verkehrserzieherische Maßnahme bezeichnete Altbürgermeister Michael Asam bei der Einführung die künftigen Kontrollen, die helfen sollten, Raser zur Räson zu bringen. Der Plan scheint aufzugehen: Seit Jahren sinkt die Beanstandungsquote. Lag sie etwa 2016 noch bei rund zehn Prozent, betrug sie 2020 mit 4,7 Prozent weniger als die Hälfte. Von 11 155 Fahrzeugen, die im vergangenen Jahr bei 27 Messungen kontrolliert worden waren, fuhren nur 501 schneller als erlaubt. „Das ist natürlich sehr erfreulich“; sagt Geschäftsleiter Stefan Kort. Zumal bei der Mehrzahl der Verstöße das Tempolimit nur im Bereich von sechs bis zehn Stundenkilometern überschritten wurde.

Obwohl die Mitarbeiter des Zweckverbands genauso häufig ihr Messgerät an den Peitinger Straßen aufbauten wie im Jahr zuvor, wurden 1500 Fahrzeuge weniger überprüft. „Das kann natürlich mit dem Lockdown zusammenhängen“, sagt Kort. Gerade im vergangenen Frühjahr sei es auf den Straßen sehr ruhig gewesen. Auch das Arbeiten im Homeoffice dürfte seinen Teil zum Rückgang beigetragen haben.

Die meisten Temposünder wurden in Kurzenried erwischt

Die meisten Temposünder verzeichnete man 2020 im Ortsteil Kurzenried. 154 Verkehrsteilnehmer fuhren schneller als erlaubt. Einer hatte es dabei besonders eilig. Er wurde mit mehr als 80 Stundenkilometer auf dem Tacho gemessen. Erlaubt sind nur 50 km/h. Die gute Nachricht: In Kurzenried wurden bei den sechs Messungen insgesamt 3411 Fahrzeuge kontrolliert, was einer Beanstandungsquote von 4,5 Prozent entspricht. Zum Vergleich: 2018 lag die noch doppelt so hoch.

Fast jedes zehnte Fahrzeug fuhr dagegen bei Kontrollen in der Kapellenstraße zu schnell, was den unrühmlichen Spitzenplatz in der Statistik bedeutet. Im Vergleich zu den Vorjahren hatte man die Messungen 2020 deutlich auf nur mehr zwei reduziert. „Das müssen wir vielleicht heuer wieder ändern“, sagt Kort mit Blick auf die steigenden Zahlen.

Meierstraße taucht erstmals in der Blitzer-Statistik auf

Deutlich gestiegen ist die Beanstandungsquote auch in der Füssener Straße, nämlich von 3 auf 6,7 Prozent. 72 von 1299 kontrollierten Fahrzeugen fuhren hier zu schnell. Dass den Kontrolleuren mehr Temposünder ins Netz gingen, könnte laut Kort mit dem Messgerät zusammenhängen. Über mehrere Tage hinweg sei an der Füssener Straße der sogenannte Blitzer-Anhänger zum Einsatz gekommen, wodurch in dieser Zeit rund um die Uhr Messungen durchgeführt worden seien, so der Geschäftsleiter.

Auch eine Premiere gab es im vergangenen Jahr. Erstmals taucht die vielbefahrene Meierstraße in der Ortsmitte in der Raserstatistik auf und schaffte es mit einer Beanstandungsquote von 6,3 Prozent prompt auf Platz vier. Bei zwei Messungen wurden 1632 Verkehrsteilnehmer kontrolliert, 103 fuhren zu schnell. „Das zeigt schon, dass es nicht schadet, wenn dort gemessen wird“, sagt Kort. Mit mehr als 15 km/h über der erlaubten Geschwindigkeit wurden freilich nur drei Autofahrer erwischt. Sie waren zwischen 16 und 20 km/h zu schnell unterwegs.

Auch zahlreiche Knöllchen für Falschparker in Peiting

Die Kontrollen des Zweckverbands erstreckten sich freilich nicht nur auf den fließenden Verkehr. Wie in den Vorjahren verteilten die Mitarbeiter im Auftrag der Gemeinde auch Knöllchen an Falschparker. 16 Stunden im Monat waren die Kontrolleure dafür im Ort unterwegs. Kapital geschlagen hat der Markt aus den Kontrollen übrigens nicht. Im Überwachungsjahr 2020 lagen die Kosten für die Dienste des Zweckverbands rund 2980 Euro höher, als durch Bußgelder eingenommen wurde.

Trotz der insgesamt durchaus positiven Bilanz der Geschwindigkeitsmessungen gibt es in der Gemeinde freilich immer wieder Bürger, die über uneinsichtige Raser vor ihrer Haustür klagen. Das weiß auch Bürgermeister Peter Ostenrieder. Der Rathauschef will deshalb die Kontrollen ausweiten. Schon Ende März werde es deshalb einen Vorort-Termin mit dem Zweckverband geben. „Da werden wir uns die neuralgischen Stellen genau anschauen.“

Auch in Schongau wurde im vergangenen Jahr geblitzt. Auch hier scheint die Geschwindigkeitsüberwachung Wirkung zu zeigen.

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