Selbst angepackt haben diese engagierten Peitinger im Rahmen der Aktion „Peiting blüht auf“. 
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Selbst angepackt haben diese engagierten Peitinger im Rahmen der Aktion „Peiting blüht auf“. 

Gemischte Bilanz nach Aktion

Peiting blüht auf – zumindest ein wenig

  • Barbara Schlotterer-Fuchs
    vonBarbara Schlotterer-Fuchs
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Mit der Aktion „Peiting blüht auf“ konnten die Landwirte aus Peiting und Birkland so manchen Bürger zum Umdenken anregen. Alleine das Anpacken fällt selbst den Engagierten offenbar schwer.

Peiting – Es wird gebuddelt und geharkt. Steine fliegen. Weg mit dem Unkraut. Ein paar Peitinger Bürger packen auf dem Acker an. Allen voran Steffi Wörnzhofer, Peitings zweite Ortsbäuerin. Die hat auch gleich alle Kinder mitgebracht, zum „ackern“.

Ähnlich ist es bei der früheren Kreisbäuerin Silvia Schlögel: Auch hier muss die eigene Familie mit ran, als es darum geht, eigene Felder, aber auch die von anderen Landwirten, zur Blumenwiese zu machen. Tatsächlich sind es nicht ganz so viele Freiwillige wie erhofft, die in Handarbeit Feldstreifen im Ort zur Blütenpracht verhelfen möchten.

Peiting blüht auf: Gemischte Bilanz

Selbst bei Regen wird energiegeladen weitergemacht. Es ist der offizielle Abschluss des Aktionsbündnisses. Mit nassen Haaren zieht Steffi Wörnzhofer eine gemischte Bilanz: Gerade einmal 25 Privatleute hätten das Angebot angenommen, selbst Hand anzulegen auf Ackerflächen, die Peitings Landwirte für die Aktion angeboten haben. „Eigentlich hätten wir mehr Flächen gehabt, aber eben leider nicht mehr Leute“, meint Wörnzhofer schulterzuckend.

Gemessen daran, dass sich in Peiting mehr als jeder fünfte Wahlberechtigte für das Volksbegehren zur Bienenrettung eingetragen hat, tatsächlich ein bisschen mager. In Zahlen: 1930 von 9069 Bürgern hatten sich im Rathaus für das Volksbegehren eingetragen, das unter anderem auch stark darauf fokussiert war, die Landwirte in die Pflicht zu nehmen.

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Die wiederum wollten jetzt den Bürgern eine Chance geben mitzuhelfen. Offene Türen eingerannt haben die Landwirte mit ihrer Aktion zumindest bei einigen Peitinger Vereinen. Die haben sich mitunter sehr aktiv bei der Aussaat bienenfreundlicher Sämereien auf diversen Flächen im Ort beteiligt. Ob Fischereiverein, Frauenunion, Jugendrotkreuz oder aber die Ministranten, die den Pfarrweg zum Blühen gebracht haben: Hier hat „Peiting blüht auf“ so einiges bewegt. Auch zwei Kindergärten, die Lentner-Grundschule, die evangelische Kirche oder die Gemeinde. „Hier haben wir etwas angestoßen“, zieht Steffi Wörnzhofer eine positive Bilanz.

Peiting blüht auf: Das heben die Organisatoren positiv hervor

Positiv heben Schlögel und Wörnzhofer auch die Unterstützung durch den örtlichen Bauhof hervor. Dort hat man nicht nur beim Aussuchen geeigneter Samenmischungen geholfen, das Mitarbeiter-Team hat inzwischen auch so einige Beete insektenfreundlich bepflanzt. Und auch über eine Bepflanzung entlang der Peitnach mit Weiden werde nachgedacht. Es tut sich was im Ort – aber auch um den Ort herum.

Der Bekanntheitsgrad von „Peiting blüht auf“ ist enorm. Selbst im Allgäu will man das Konzept jetzt an manchen Orten übernehmen, weiß Silvia Schlögel. Sie findet, dass die Aktion viel Gutes mit sich gebracht hat. Vor allem bei den eher schlecht besuchten Pflanz-Aktionen auf dem Acker „ist man mit Leuten ins Gespräch gekommen, die man sonst nicht so trifft. Davon lernen wir viel, wir Bauern. Aber auch die Bürger.“ Schließlich gehe es darum, aufeinander zuzugehen. „Und wir Landwirte, wir müssen die Leute auch mal bei ihren Ängsten abholen“, hat Schlögel aus so manchem Gespräch mitgenommen.

Peiting blüht auf: Nicht alle Helfer hatten sich beim Volksbegehren eingetragen

Interessant ist auch: Viele der Helfer, die an den beiden Wochenenden bei der Abschlussaktion mit auf dem Feld waren, hatten sich beim Volksbegehren nicht eingetragen. Ebenso manch andere, die sich begeistert beim Besuch des Peitinger Bauernmarktes eine Tüte Blühsamen für den eigenen Garten abgeholt haben. Alleine 130 Päckchen gingen an diesem Tag raus. Und auch der Bauhof ist dank der immensen Nachfrage nach bienenfreundlichem Blumensamen wie leergefegt.

Ein bisschen blüht Peiting dann offenbar tatsächlich auf. Selbst wenn die beblümten Felder sicherlich nicht für die Ewigkeit so bleiben. „Es sind viele kleine Erholungsinseln für unsere Insekten, die bleiben“, sagt Steffi Wörnzhofer. Sie freut sich bereits jetzt auf eine Neuauflage von „Peiting blüht auf“, die für kommendes Jahr geplant ist.

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