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Die Bäume bleiben: Fäll-Antrag von Anwohnern in Peiting scheitert im Gemeinderat

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Von: Christoph Peters

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hochgewachsene Bäume entlang der Füssener Straße in Peiting
Weil die hochgewachsenen Bäume entlang der Füssener Straße für frühen Schatten in ihren Gärten sorgen (das Bild oben entstand um 19 Uhr), forderten die betroffenen Anlieger ihre Fällung. © Hans-Helmut Herold

Die hohen Ahorne vor ihrer Haustür entlang der Füssener Straße zwischen Losackerstraße und dem früheren Fliesengeschäft sind Anliegern ein Dorn im Auge. Nach einem Ortstermin hat der Gemeinderat einer Fällung der gesunden Bäume nun eine klare Absage erteilt.

Peiting – Frühzeitig verschattete Gärten, Laub, das die Dachrinnen verschmutzt, Äste, die bei Sturm zur Gefahr für Passanten und Radfahrer werden: Mit einem ganzen Strauß an Argumenten hatte im Januar Erich Wurm den Peitinger Gemeinderat zu überzeugen versucht. Doch die Bitte nach einer Fällung der elf Bäume entlang der Füssener Straße zwischen Losackerstraße und dem früheren Fliesengeschäft, die er im Namen der Anlieger vortrug, sie stieß im Gremium auf breite Skepsis. Am Ende wurde eine Entscheidung vertagt. Erst wollte sich das Gremium im Sommer selbst ein Bild machen, wie es um die Situation vor Ort bestellt sei, wenn die 15 bis 24 Meter hohen Bäume Laub tragen.

Dieser Termin hat zwischenzeitlich stattgefunden. Ein regelrechter Staatsakt sei das gewesen, berichtete Erich Wurm direkt danach der Heimatzeitung vom hohen Besuch in seinem Garten. Schon da ahnte der Peitinger allerdings, dass sich die Chancen für einen Erfolg des Fäll-Antrags nicht gerade verbessert hatten.

Gemeinderat machte sich bei Ortstermin ein Bild

Tatsächlich sei die Meinung der Fraktionsvertreter beim Ortstermin ziemlich eindeutig gewesen, berichtete Bürgermeister Peter Ostenrieder, als es in der jüngsten Sitzung des Gremiums nun darum ging, wie man in der Angelegenheit weiter verfahren wolle. Der einhellige Tenor sei gewesen, dass die gesunden Bäume nicht gefällt werden sollten, eine solch gravierende Beeinträchtigung wie von den Anliegern vorgetragen, habe man nicht erkennen können. Einzig im Fall einer kranken Wildkirsche werde demnächst der Bauhof anrücken, um sie zu fällen, kündigte der Rathauschef an. Thomas Elste (Grüne) hakte da sofort ein und forderte eine Ersatzpflanzung, um die Lücke gleich wieder zu schließen.

Ortstermin bei Anlieger-Sprecher Erich Wurm
Bei einem Ortstermin machten sich Bürgermeister und Vertreter der Gemeinderatsfraktionen jüngst selbst ein Bild. Handlungsbedarf sahen sie zum Leidwesen von Anlieger-Sprecher Erich Wurm (li.) nicht. © Hans-Helmut Herold

Dass das Thema Bäume kein einfaches sei, merkte Norbert Merk (CSU) an. Er erinnerte an den Ausbau der Bahnhofstraße, wo man damals als „Baummörder“ tituliert worden sei. Vielleicht könne man sich für die Zukunft auf einen Kompromiss in Fällen wie dem jetzigen einigen, in dem man alle zehn Jahre ein Drittel des Bestands durch Nachpflanzungen ersetze, regte Merk an.

Doch da schrillten bei Herbert Salzmann die Alarmglocken. „Ich warne davor, so etwas anzufangen“, sagte der SPD-Fraktionschef. Die Bäume würden regelmäßig durch den Bauhof geprüft. Wenn man sich hier als Gemeinderat einmische, „haben wir in Zukunft zehn bis 15 solcher Anträge“. Auch Hermann Mödl (BVP) konnte dem Vorschlag wenig abgewinnen. Bauhofchef Tim Osterhaus lasse, wo es gehe, Bäume pflanzen. „Er ist der Fachmann und kümmert sich, da sollten wir uns nicht einmischen.“ So habe er das auch gar nicht gemeint, stellte Merk klar. „Ich habe nur einen Kompromissvorschlag gemacht.“

Doch der verfing am Ende ebensowenig wie Andreas Barnsteiners (BVP) Radikalansatz, doch alle großen Bäume rauszunehmen, weil man Hackschnitzel ganz gut gebrauchen könne. Gegen eine Stimme lehnte der Gemeinderat den Antrag der Anlieger ab.

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