Ansicht des neuen Kindergartens an der Peitinger Jägerstraße.
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Fünf Kindergartengruppen im Erdgeschoss und zwei Hortgruppen im Obergeschoss soll der neue Kindergarten Platz bieten.

Nach vorgestellten Plänen

Peitinger Großprojekt: Elternbeirat übt Kritik am Kindergarten ohne Krippe

  • Christoph Peters
    vonChristoph Peters
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Nach dem Bau des neuen siebengruppigen Kindergartens an der Jägerstraße soll das Therese-Peter-Haus für Kinder zur reinen Kinderkrippe werden. Pädagogisch mache das keinen Sinn, erneuert der Elternbeirat seine Kritik aus dem Frühjahr. Der Bürgermeister hält dagegen.

Peiting – Viel Lob haben die Pläne für den neuen Kindergarten an der Jägerstraße jüngst im Peitinger Gemeinderat bekommen. Durch die Bank zeigten sich die Räte höchst angetan, von dem, was die Architekten in den vergangenen Monaten am Zeichentisch geschaffen hatten. Rund sieben Millionen Euro wird die neue Einrichtung kosten, in der nicht nur zwei Hort-, sondern auch fünf Kindergartengruppen Platz finden sollen. Krippenplätze dagegen sind nicht vorgesehen, das Therese-Peter-Haus für Kinder soll nach dem Bezug des Neubaus zur reinen Krippeneinrichtung werden, kündigte Bürgermeister Peter Ostenrieder in der Sitzung an.

Es war eine Aussage, die durchaus überraschte. Schließlich hatte das im Februar noch ganz anders geklungen. Damals war der Elternbeirat des Therese-Peter-Haus auf den damaligen Bürgermeister Michael Asam zugegangen, nachdem dieser entsprechende Pläne für eine reine Krippeneinrichtung im Gemeinderat verkündet hatte. Der Rathauschef konnte die Eltern jedoch beruhigen. Die Trennung von Kindergarten und Krippe sei eine Überlegung für die Zukunft, die noch längst nicht unter Dach und Fach sei.

Eine Antwort, die auch Carolin Fürst vom Elternbeirat zufriedenstellte, die beim Gespräch dabei war. Entsprechend irritiert sei sie gewesen, als sie nun aus der Zeitung erfahren habe, dass die Umstrukturierung nun doch in die Tat umgesetzt werden sollte, sagt Fürst. Sie sei in den vergangenen Tagen auch von vielen Eltern darauf angesprochen worden.

Elternbeirat bringt erneut Bedenken gegen geplante Trennung von Krippe und Kindergarten vor

In einem Gespräch mit dem Bürgermeister hat Fürst nun erneut die Bedenken des Elternbeirats vorgebracht. Pädagogisch gesehen sei eine Altersmischung für die Kinder deutlich besser. Es gebe weniger Wechsel und Übergänge, die Bezugspersonen blieben gleich, Geschwister in Krippe und Kindergarten könnten gemeinsam eine Einrichtung besuchen. Gerade letzteres habe auch für die Eltern große Vorteile, sagt Fürst. Denn die müssen morgens und mittags nur ein Haus anfahren – eine große Zeitersparnis. „Meist sind es ja berufstätige Eltern, die das Betreuungsangebot nutzen. Die haben es entsprechend eilig.“

Im Rathaus kann man die Einwände der Eltern gut verstehen. Und zu einem gewissen Teil hätten sie auch recht, gibt Bürgermeister Peter Ostenrieder zu. „Rein pädagogisch betrachtet ist eine Einrichtung, in der sowohl Krippen- als auch Kindergartenkinder betreut werden, optimal.“ Dass die Gemeinde dennoch in Zukunft mit zwei getrennten Einrichtungen plant, dafür gibt es laut dem Rathauschef dennoch gute Gründe. Einer ist: Gerechtigkeit. Weil es im Therese-Peter Haus nur 50 Kindergartenplätze gebe, müssten schon jetzt Kinder mit dem Wechsel von der gemeindlichen Krippe in den Kindergarten auch die Einrichtung wechseln. Das führe schon länger immer wieder zu Diskussionen, sagt Ostenrieder.

Das Therese-Peter-Haus für Kinder in Peiting soll zur reinen Krippeneinrichtung werden.

Hinzu kommt: Bislang stellt nur die Gemeinde Krippenplätze zur Verfügung. Das soll auch in Zukunft so bleiben, um das ohnehin schon hohe jährliche Defizit der Gemeinde von knapp zwei Millionen Euro für die Kitas nicht noch weiter steigen zu lassen. Das funktioniere aber nur, wenn die übrigen Träger der anderen Kindergärten am Ort weiter auf eigene Krippengruppen verzichten, betont Ostenrieder. Deshalb soll künftig gleiches Recht für alle gelten und entsprechend auch die Kinder, die nach der Krippe weiter einen gemeindlichen Kindergarten besuchen, die Einrichtung wechseln müssen. Beim Personal des Therese-Peter-Hauses sei die Lösung auf Verständnis gestoßen, betont Ostenrieder – auch wenn sich die Erzieherinnen aus pädagogischer Sicht etwas anderes gewünscht hätten.

Frühestens Ende 2022 soll der kindergarten-Neubau bezogen werden

Wie Ostenrieder spricht auch Fürst von einem „guten Gespräch“, die Gründe seien nachvollziehbar. „Auch wenn ich es schade finde, dass nicht die Kinder, sondern das Finanzielle an erster Stelle stehen“, bedauert sie.

Noch gibt es eine Gnadenfrist, denn bis zur Umsetzung wird es noch etwas dauern. Frühestens Ende 2022 soll der Kindergarten-Neubau bezogen werden, anschließend müssen die Kindergarten-Gruppen im Therese-Peter-Haus noch krippengerecht umgebaut werden.

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