1. Startseite
  2. Lokales
  3. Schongau
  4. Peiting

Jetzt doch: Endgültiges Aus für Peitinger Baugebiet Basili-Wiese

Erstellt:

Von: Christoph Peters

Kommentare

null
Um das Baugebiet auf der Basili-Wiese zu realisieren, wäre eine Schallschutzwand zum Wellenfreibad notwendig. Diese hat der Gemeinderat nun abgelehnt, was das Aus für das Projekt bedeutet. © Hans-Helmut Herold

Paukenschlag in Peiting: Am Dienstag hat der Marktgemeinderat nichtöffentlich einen endgültigen Schlussstrich unter das Baugebiet auf der Basili-Wiese gezogen. Ausschlaggebend für die Entscheidung sei das Lärmschutzproblem gewesen, heißt es. Nach vier Jahren Planung und Verhandlungen steht die Gemeinde nun mit leeren Händen da.

Peiting – Es ist die nächste überraschende Wendung in einer Geschichte voller Rückschläge. Bereits im Januar hatte die Gemeinde das Projekt Basili-Wiese schon einmal für gescheitert erklärt – ein Schock für die rund 250 Bauwilligen auf der Warteliste der Gemeinde, die sehnlichst auf einem der 45 Bauplätze ihren Traum vom Eigenheim in Peiting verwirklichen wollten. Nur wenige Tage später verkündete Bürgermeister Michael Asam freudig, dass die Besitzerin nun doch verkaufen wolle. „Jetzt kommen wir doch noch zu einem schönen Ende“, sagte der Rathauschef damals erleichtert. Ein halbes Jahr später ist das Ende da – allerdings lässt sich nicht von einem „Happy End“ sprechen, ganz im Gegenteil. Der Traum vom Baugebiet Basili-Wiese, er ist endgültig ausgeträumt. 

Zu Fall gebracht haben ihn schlussendlich nicht die Verhandlungen mit der Eigentümerin. Hier sei man zuletzt auf einem guten Weg gewesen, betonte Asam im Gespräch mit den SN. Ausschlaggebend für die Entscheidung des Gemeinderats, endgültig die Reißleine zu ziehen, sei vielmehr der vorgeschriebene Lärmschutz zum nahen Wellenfreibad gewesen. Um die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten, hätte die Gemeinde eine 230 Meter lange Schallschutzwand errichten müssen. In den vergangenen Monaten habe man mehrere Varianten geprüft, wie ein solches Bauwerk gestaltet werden könnte, sagt Asam. 

Während eine massive Glaswand wegen der nötigen Fundamente und der hohen Kosten von über einer Million Euro ausgeschieden seien, habe man zuletzt eine Variante mit begrünten Elementen favorisiert. Diese sei zwar mit Kosten von 370 000 Euro deutlich günstiger gewesen. Allerdings hätten mit dieser Art Langzeiterfahrungen des Herstellers gefehlt, was die Haltbarkeit angehe, erklärte der Bürgermeister. Zwar würden die Kosten für den Bau zwischen Gemeinde und der Verkäuferin aufgeteilt, nicht aber die womöglich später anfallenden Aufwendungen für Pflege und einen etwaigen Neubau. Nicht vergessen dürfe man auch, dass die Mehrkosten für den Schallschutz auch Auswirkungen auf den Grundstückspreis gehabt hätten. 

Auswirkungen auf das Ortsbild befürchtet

Für Bauchschmerzen bei den Gemeinderäten sorgte laut Asam neben der finanziellen Seite auch der nötige Eingriff in den Baumbestand und die Frage, ob der Bau mit Blick auf das Ortsbild überhaupt vertretbar sei. „Das ist eine einschneidende Geschichte.“ Am Ende hätten die Bedenken im Gremium nach einem Ortstermin überwogen, die Entscheidung, das Projekt endgültig zu beerdigen, sei mit großer Mehrheit gefallen, sagte Asam. Abschreiben muss die Gemeinde damit auch die bereits angefallenen Planungskosten in Höhe von 100.000 Euro. 

Die Enttäuschung, sie war dem Bürgermeister am Donnerstag deutlich anzumerken. Kein Wunder, schließlich steht die Gemeinde nach vierjährigen Planungen und Verhandlungen mit leeren Händen da. 2015 hatte der Gemeinderat das Projekt erstmals der Öffentlichkeit präsentiert – nicht ahnend, welche Probleme sich auftun würden. Das Ankaufsrecht für das 60.000 Quadratmeter große Areal entpuppte sich als rechtlich nicht haltbar, die Gemeinde musste teuer nachverhandeln. Und natürlich der Lärmschutz, der über die Jahre zwei Planungsbüros beschäftigte – ohne zufriedenstellende Lösung. Dass der Immissionsschutz jetzt eine innerörtliche Entwicklung derart erschwere, sei der eigentliche Skandal, ärgert sich Asam. „Ich finde das eine Katastrophe.“ 

Gemeinde will an anderer Stelle Bauland schaffen

Ein kleiner Trost für Häuslebauer: Schon bald will die Gemeinde an anderer Stelle Bauland schaffen. Im Frühjahr sollen laut Asam am Hochweg 13 neue Bauplätze entstehen, an der Drosselstraße sind 20 weitere Baugrundstücke in Planung, und auch am Bachfeld soll sich in naher Zukunft etwas tun. Offen ist dagegen, wie es mit dem dringend benötigten Kindergarten weitergeht, der auf dem für den Gemeinbedarf vorgesehenen Teil der Basili-Wiese gebaut werden sollte. Zumindest in diesem Fall scheint das letzte Wort noch nicht gesprochen. Dazu werde es zeitnah Gespräche mit der Eigentümerin geben, kündigte Asam an. „Da drängt die Zeit.“

Auch interessant

Kommentare