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Rettungsmission geschafft: (v.l.) Bademeister Robert Zwick, ept-Ausbilder Alexander Rohrmoser, die Azubis Marco Socher und Marco Spranger sowie Bademeister Thomas Bognar vor dem Wellenbecken im Peitinger Freibad.

Freibad-Attraktion gerettet

ept-Azubis sorgen für perfekte Welle 

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Am kommenden Samstag startet das Wellenfreibad Peiting in die neue Sommersaison. Dass die Einrichtung ihrem Namen wieder alle Ehre machen kann, dafür haben jetzt zwei Auszubildende von ept gesorgt.

Peiting – Seit Ende März haben die Bademeister Robert Zwick und Thomas Bognar alle Hände voll zu tun, um das Wellenfreibad in Peiting für den Badebetrieb vorzubereiten. Das alte Wasser, das die Becken im Winter vor Frostschäden schützt, musste abgelassen, Fliesen erneuert und die Becken gereinigt werden – die üblichen Routinearbeiten nach der kalten Jahreszeit. Schon im vergangenen November hatte man zudem eine undichte Rohrleitung ausgewechselt. „Den Bereich mussten wir jetzt noch pflastern“, sagt Zwick am Montag bei einem Ortstermin. Seit Anfang Mai sind die Becken mit frischem Wasser befüllt, bis zum Samstag, wenn das Bad zum ersten Mal in diesem Jahr seine Tore für die Besucher öffnet, werden auch die letzten kleineren Restarbeiten erledigt sein.

Zahn der Zeit nagt an der Wellenmaschine

Das gilt auch für das größte Sorgenkind der Einrichtung, welches gleichzeitig die größte Attraktion des Bads ist. Seit dem Bau 1975 sorgt die Wellenmaschine im großen Becken für das spaßige Auf und Ab des Wassers. Doch der Zahn der Zeit, er hat Spuren an der ausgefeilten Technik hinterlassen. Besonders betroffen sind die Hydraulik-Zylinder. Sie bewegen die Klappen, durch die der große Ventilator im Inneren der Anlage abwechselnd Luft in die drei Kammern unterhalb der Wasserlinie pustet. Das aus den Kammern verdrängte Wasser strömt ins Becken, wodurch die Wellen entstehen.

Guter Rat war teuer

Schon vor zehn Jahren habe man überlegt, die Zylinder auszutauschen, sagt Bernhard Ditschek, der sich bei der Marktgemeinde um den Unterhalt des Bads kümmert. Das Problem: Bereits damals ließ sich kein passender Ersatz mehr beschaffen. Einzige Alternative wäre laut Ditschek ein teurer Austausch der gesamten Anlage gewesen. So blieben die Original-Zylinder vorerst an ihrem Platz. Bis jetzt.

Zwick steht vor dem großen Bedienpult am Wellenbecken und drückt auf einen Knopf. Zischend entweicht die Luft aus dem großen Keller unter dem Nichtschwimmerbecken. Gespannt und aufgeregt verfolgen die ept-Auszubildenden Marco Spranger und Marco Socher gemeinsam mit ihrem Ausbilder Alexander Rohrmoser das Geschehen.

Passender Zylinder zum Freundschaftspreis

Im vergangenen Jahr war die Gemeinde auf ihre Firma zugekommen. „Wir haben gefragt, ob sie uns nicht bei dem Zylinder-Problem helfen könnten“, sagt Ditschek. Deren Zustand hatte sich mittlerweile so verschlechtert, dass ein Ausfall mitten im Betrieb immer wahrscheinlicher wurde. Rohrmoser überlegte nicht lange, sah sofort das Projekt für seine Auszubildenden vor Augen. Im August nahm man gemeinsam einen der alten Hydraulik-Zylinder genau unter die Lupe. „Wir wollten sehen, ob wir ihn reparieren können.“ Doch das stellte sich als unmöglich heraus. Daraufhin ließ Rohrmoser seine Kontakte zur Schongauer Firma Prante spielen, die sich auf Druckluft-Technik spezialisiert hat. Tatsächlich gelang es, einen geeigneten Zylindertyp zu finden – zum Freundschaftspreis.

In Lehrwerkstatt schlägt die Stunde der 18-Jährigen

Dann schlug die Stunde von Marco Spranger und Marco Socher. Die beiden 18-Jährigen modifizierten die neuen Zylinder in der ept-Lehrwerkstatt so, dass sie perfekt in die alte Wellenanlage passten. Anfang Mai begann der Einbau, den ersten Trockenlauf meisterte die neue Technik mit Bravour. Doch würden die Zylinder auch im echten Betrieb ihren Dienst erledigen?

Gelungener Testlauf

Als der Ventilator im Inneren anläuft und sich das Wasser im Wellenbecken langsam anfängt zu bewegen, ist den Azubis und ihrem Ausbilder die Erleichterung deutlich anzumerken. „Das sind unsere Helden von ept“, sagt Ditschek, auch ihm steht die Freude über den gelungenen Testlauf ins Gesicht geschrieben. Nach sieben Minuten feinster Wellen ist klar: Die Hydraulik-Zylinder der beiden Azubis machen das, was sie sollen. Die Arbeit hat sich gelohnt – auch finanziell. Denn die 1000 Euro, die die Gemeinde für das Material zahlt, fließt direkt in die Lehrlingskasse. Für beide Seiten ein gutes Geschäft.

Marco Spranger und Marco Socher begutachten zufrieden den tadellos funktionierenden Hydraulik-Zylinder.

Das gilt auch für die neueste Errungenschaft, auf die besonders die Frühschwimmer laut Ditschek sehnlichst gewartet haben. Gut einsehbar zwischen Liegewiese und Becken steht eine neue Uhr, spendiert von der Peitinger Firma Elektrotechnik Kees. Die alte Zeitanzeige hatte nach über 40 Dienstjahren ihren Dienst quittiert.

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